Verhältnisse - Detail

Gipfel: Piz Bernina, 4048 m.ü.M.

Route: Überschreitung via Biancograt mit Piz Bianco und Spallagrat

Spaceglider

Verhältnisse

21.08.2011
4 Person(en)
ja
Für den Zustieg zur Tschiervahütte wählen wir im ersten Teil die Pferdekutsche nach Roseg. Beschaulich und majestätisch geht es durch das Val Roseg, wo sich der Blick in die grandiose Gletscherwelt zusehens auftut. Ab Roseg geht es auf Schusters Rappen über die herrliche Hochebene und später rechts unterhalb des Piz Tschierva zur Hütte. Von da schweift der Blick über den zerklüfteten Vadret da Tschierva hinauf zum Piz Roseg. Weiter links zeichnet sich dann hoch über einem der Biancograt eindrücklich am Horizont ab. Die Hütte ist gut besucht und bietet trotzdem angenehmen Aufenthalt.
Wir machen uns um 6:00 Uhr auf den Weg. Wir sind die letzten und steigen schon im Tageslicht zur Fuorcla d. Prievlusa auf. Die ersten Gletscherbereiche und der Klettersteig sind bald überwunden und stellen noch keine wirkliche Herausforderung dar, wenn man den Blick für die richtige Aufstiegspur hat. Ab der Fuorcla d. Prievlusa wird’s dann schon spannend. In leichter aber sehr luftiger Kletterei wird der untere Bereich hin zum Biancograt überwunden. Danach folgt der Übergang in den Eis- und Schneebereich des Grates, wo einem die Ausgesetztheit zum ersten Mal so richtig bewusst wird. Das steigert sich noch bei der Umgehung des Felskopfes in absolut steiler Gletscherflanke, wo jeder Fehler schnell fatale Folgen haben kann. Der Biancograt selbst zeigt sich von bester Seite und über die vorhandenen Trittstufen geht es ausgesetzt und tw. ziemlich steil auf den Piz Bianco. Es ist ein erhebendes Gefühl, so dem Himmel entgegen zusteigen. Beim Übergang zum Piz Bernina mit der Kletterpassage und anschließendem Spreizschritt über den bekannten Bergschrund können wir den letzten steilen und eisigen Aufschwung im Nachstieg ohne Steigeisen bewältigen. Danach gelangen wir in leichter Blockkletterei auf den höchsten Gipfel der Ostalpen. Wir haben herrliches Wetter und genießen in längerer Gipfelrast die atemberaubende Aussicht. (Lediglich die unangenehmen Gerüche, die zum Himmel stinken wie von einem schlecht gereinigten Klo, trüben etwas den Eindruck. Diese begleiteten einem schon während des Aufstiegs und man musste darauf achten, nicht aus versehen in die Sch…. zu greifen).
Beim Abstieg bildet die eisige Flanke beim Spallagrat noch eine kniffelige Aufgabe, bei der wir uns mittels Eisschraube sichern. Im weiteren Abstieg, mehr oder weniger am laufenden Seil, erreichen wir die Abseilstelle und kommen in die Gletscherflanke zur Rif. Marco e Rosa. Genussvoll steigen wir die letzten Meter zu Hütte ab, die wir um ca 16:30 Uhr wohlbehalten erreichen. Der späte Aufbruch zur Tour war von Vorteil. Zum Einen konnten wir den Zustieg zur Fuorcla d. Prievlusa im Hellen gehen, was sicher zur leichten Orientierung half. Zum anderen gerieten wir nie ein eine Stausituation. Die letzte Seilschaft war gerade im letzten Anstieg zum Piz Bernina als wird vom Piz Bianco hinüberquerten.
WETTER-PROGNOSE
Wettervorhersage für Piz Bernina (Quelle: meteomedia.de)
 
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
Nun habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen 4.000er erstiegen. Und das gleich auf der spektakulären Route über den Biancograt. Es ist ein ungemein schönes Gefühl, das geschafft zu haben. Danke Wolfgang für die bestens geführte Tour. Eine tolle Fügung war es auch, diese grandiose „Alpenfahrt“ wieder in der Seilschaft mit meinem Bruder zu machen. Super Tom, wie souverän Du die Tour bewältigt hast. Weitere Fötile sind uf http://www.spaceglider.at/touren/bsm.htm …
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23.08.2011 um 23:03
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