Verhältnisse - Detail

Gipfel: Martinswand, 1200 m.ü.M.

Route: Kaiser Max-Klettersteig

AndréTT

Verhältnisse

15.06.2013
1 Person(en)
ja
Verhältnisse: früh morgens 07:00 angenehm kühl in der Felswand.
Die Schwierigkeit E halte ich stellenweise für etwas überbewertet. Kein Vergleich zur Wilden Gams in Weißbach b. Lofer, auch wenn dieser KS dort bei weitem nicht die gigantische Höhe wie hier erreicht.
an historischem Ort erinnert ein Schild: "Wanderer ! Blick empor in die Martinswand, wo Kaiser Max am Rand seines Grabes stand. 1484."
Topo siehe:
http://www.bergsteigen.at/pic/pdf/62_Topo_296_kaisermaxtopo.pdf
Diese Route stellt unter den "Stahlseil-Turn-Profis" nach wie vor ein Highlight in den Ostalpen dar vor den Toren Innsbrucks ungeachtet alpinistischer Sinnfragen. Nach der Grotte steigt man zum Schluß 100 m senkrecht im glatten Felsgelände immer zwischen Schwierigkeitsgrat D und E hinauf. Armkraft und Psyche sollten dafür noch vorhanden sein, wer in Sektion 2 einsteigt.
Bei der Wasserstation gegenüber dem Parkplatz unterhalb der Martinwand betrachtete ich mir am Vorabend innig bevorstehende Tour bei untergehender Sonne. Dabei traf ich auf einen KS-Haudegen, der gerade die Route abgestiegen war, um auf seinem MT-Velo nach Telfs zurückzuradeln. Seinen Angaben nach stieg er schon über 1200 mal da durch. An einem Tag wohl schon mal 10 mal. So wie manche anderswo täglich joggen...
Am nächsten Morgen mußte ich feststellen, daß es noch weitere oberkörperfreie, ohne Selbstsicherung kletternde Einheimische dort gibt, welche in einer Stunde locker rauf + runter sprinten. Wenn man jenen Maestros Ü60 zuschaut, wie sie ohne Gurt und Helm "hochlaufen", muß man nicht frustrieren. Sondern als deren tägliche Jogging-Strecke anerkennen. Meinen Respekt, und ich gönne es ihnen von Herzen und kann deren Gefühl nachempfinden, immer noch so (gut) drauf zu sein. Aber ob sie dies auch so rotpunkt tun würden im Leukerbadner KS in den Berner Alpen ?
Heute am Samstag um 11:00 waren alle 3 Parklätze überfüllt. Die Route hat anscheinend immer noch Kult-Charakter. Interessanterweise vermeldet das Tourismus-Büro aus Innsbruck auf Anfrage nach wie vor, daß der Steig gesperrt sei...
Was der Telfser Kletterer-Oldie dazu äußerte... möchte ich hier nicht weitergeben. Als ich am nächsten Morgen durch den Steinbruch abstieg, wurde klar, daß mit der "Sperrung" nur haftungsrechtliche Ausschlüsse bezweckt werden. Nicht die Rechtsverdreher, sondern die Gemsen dort, denen ich begegnete, sowie die einheimischen Fels-Kletterer, die mir entgegen kamen, bestärkten meine Ansicht, nichts Verbotenes zu tun. Nur eben den Fußweg zur Kaiser Maximilians-Grotte aus dem Jahr 1883 gibt es im unteren Abschnitt neben dem Steinbruch nicht mehr, wie das blaue Schild am Parkplatz richtig vermerkt. Denn in den 130 Jahren dazwischen gab es mindestens ... Sprengungen.
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05.07.2013 um 22:14
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