Verhältnisse - Detail

Gipfel: Hochfrottspitze, 2849 m.ü.M.

Route: Hochfrottspitze über Bockkar

SektionKangtschengtsönga

Verhältnisse

12.05.2018
2 Person(en)
ja
Gut
Wir sind um 6.00 vom Parkplatz der Fellhornbahn mit Rädern gestartet. Von Einödsbach zu Fuß weiter, mit den Skiern am Rucksack. Es ist mittlerweile auch im Bacherloch der Frühling ausgebrochen, die Grundlawinen sind schon länger abgegangen, der Sommerweg ist einen halben Kilometer bis ins Bacherloch hinein sommerlich begehbar, dann beginnen die Schneereste des Winters.Wir sind vom Weg auf der linken Talseite hinunter in den Talgrund, wo über dem Bach eine geschlossenen Schneedecke beginnt.Diese Schneedecke ist gut mal steiler, mal flacher bis zum Talschluß des Bacherlochtals begehbar, allerdings leider nicht mehr mit Skiern befahrbar, was wir eigentlich erhofft hatten, da sich zuviel Geröll und Erde darauf befindet. Außerdem sollte man auf dünne Unterspülungen, die es teilweise gibt, achten. Zum Talschluß hin wird es dann immer steiler und wir steuerten linkshaltend bei ca. 1600m die Rinne an, die rechts vom sommerlichen Felssteig, der hier nach links abzweigt, vom Bockkar herunterzieht. Zunächst noch mit Stöcken, später, als es kurzzeitig knapp 50° steil wird, mit Pickel steigen wir im guten Trittschnee nach oben, Steigeisen waren nicht nötig. Die Rinne endet am rechten unteren Ende des Bockkars, ab hier konnte man dann mit Skiern das gesamte Bockkar am neugebauten Waltenbergerhaus vorbei bis zur Bockkarscharte hochsteigen. Der Schnee war hart, aber an der Oberfläche gutgriffig, so dass keine Harscheisen nötig waren. Am oberen Ende des Bockkars, wo es sich aufsteilt, haben wir die letzten 50 Hm wieder die Skier getragen, bei gutgriffigem Schnee nur mit Stöcken und ohne Steigeisen. Kurz unter der Scharte Skidepot. Ab hier ging es dann bei sommerlich trockenen Felsverhältnissen den Südwestgrat zur Hochfrottspitze hinauf. Man berührt nur noch einmal vor dem Gipfelaufschwung den Schnee, der auf der südöstlich von Mädelegabel und Hochfrottspitze gelegenen Hochfläche (Scharze Milz)noch als geschlossene Fläche bis zu den Felsaufbauten vorhanden ist. Am Gipfelaufschwung die Schlüsselstelle der Kletterei in einer senkrechten Rinne. Mit Skistiefeln muß man sich vorsichtig im nicht gerade bombenfesten Fels hocharbeiten (ca. III). Oben dann der Übergang vom Vorgipfel auf den Hauptgipfel und um 11.30 das schöne Gipfelpanorama in direkter Nachbarschaft von Mädelegabel und Trettach inmitten des Allgäuer Hauptkamms. Das Wetter war nun Wolkenverhangen mit ständigen Sonnenlöchern. Vorsichtiger Abstieg über den Felsgrat. Die Abfahrt vom Skidepot war sehr lohnend in weichem Schnee, der aber noch gut trug. Da auch die Steilrinne am unteren Ende des Bockkars ziemlich "versteint" war, sind wir hier nicht abgefahren, sondern haben zu Fuß den Felssteig genommen, der allerdings an einer Stelle noch mit einer 10 m langen, heiklen Querung über einen Schneerest aufwartet. Das gesamte Bacherloch dann leider wieder mit Skiern auf dem Rucksack zurück. (Eine kleine Erleichterung bietet das Gehen auf dem Schnee gegenüber dem mühsameren Sommerpfad).
Diese Tour bietet vier Wochen früher in der Jahreszeit, wahrscheinlich ein Skitourenhighlight, allerdings mit schwereren Bedingungen am Felsgrat. Ansonsten bleibt es noch eine Weile eine Tour unter den beschriebenen Bedingungen in einer bunten Mischung aus Radeln, Steigen, Skifahren und Klettern. Die Bedingungen waren entsprechend dem Gelände objektiv relativ sicher.
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13.05.2018 um 13:59
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