Verhältnisse - Detail

Gipfel: Hranisava, 1964 m.ü.M.

Route: mit Lokvanjsko Jezero

Günter Joos (Gringo)

Verhältnisse

12.06.2018
1 Person(en)
ja
Ausgezeichnet
Diese Tour wurde von mir am 04.06.2018 unternommen.

Die Unternehmung beginnt mit einem Missverständnis - oder hätte ich in meinem Buch doch die Hinweise bezüglich der Anfahrt gründlicher studiert. Kurzum, nachdem mich mein Taxifahrer in Lokve herausgelassen und ich glücklicherweise rasch festgestellt hatte, dass ich drauf und dran war, einen vollkommen falschen Weg zu gehen, mache ich mich zunächst etwas missgelaunt daran, den 9,5 km langen Fahrweg hinauf zur Baijta unter die Sohlen zu nehmen, denn, wie gesagt, der Taxifahrer war schon wieder weg. Nach einem über zweistündigen Hatscher auf aussichtsloser Waldpiste erreiche ich schlussendlich Baijta. Und ab dort wird es dann durchgehend schön ...

Um 12 Uhr auf dem Gipfel der Hranisava angekommen, beginnt es zunächst zu tröpfeln, doch ich bleibe beharrlich oben sitzen. Das Tröpfeln stellt sich wieder ein und ich genieße herrliche Aussichten über eine klassische Karst-Gebirgslandschaft, welche sich durch Dolinen, weiße Kalkfelsen und grüne Bergwiesen auszeichnet.

Trotz tendenzieller Wetterverschlechterung will ich mir den Besuch des Bergsees Lokvanjsko Jezero keinesfalls entgehen lassen. Unter grauem Gewölk marschiere ich zügig durch Wiesen und Dolinentäler. Nur ein kurzer Aufenthalt am See bleibt mir vergönnt, denn über mir grollt bereits der Donner und es beginnt zu regnen.Gewitter und Regenschauer halten sich glücklicherweise in erträglichem im Rahmen. Die frische Regenluft verleiht mir sogar Kräfte und ich sause in Windeseile die Waldpfade zu Baijta hinunter. Von dort wiederum alternativlos via Forststraße zurück ins Bergdorf Lokva. Bereits am Ortseingang treffe ich einen Mann mit zwei Schafen. Es stellt sich heraus, dass er und seine Familie während des Bosnienkrieges ein paar Jahre in Hamburg gelebt hatten. So werde ich zum Kaffee eingeladen und der gut deutsch sprechende Sohn fährt mich anschließend hinunter nach Hadzici, wo ich problemlosen Busanschluss nach Sarajevo erhalte. Um 19.45 öffne ich die Tür meines Hotelzimmers in der Altstadt. 11 1/2 zügige Nettogehstunden habe ich in den Knochen, doch ich bin hochzufrieden, auch wenn dieser Tourentag mit etwas sorgfältigerer Vorplanung bezüglich der Anfahrt weitaus enspannter verlaufen hätte können...
Bemerkungen zu Landminen in den Bergregionen Bosnien-Herzegowinas: alle von mir jüngst auf gipfelbuch dokumentierten Bergtouren in Bosnien-Herzegowina wurden bereits im Jahr 2005 im Wanderführer "Fortotten Beauty" von Matias Gomez als minenfrei deklariert.

Aktuelles zu dieser heimtückischen Gefahr:

http://www.bhmac.org/?page_id=747&lang=en
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12.06.2018 um 22:09
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