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Lawinen-Risikokarten von skitourenguru -- Wie richtig eingesetzt ?!

Die Risikokarten von skitourenguru, welche in dieser Art eine Weltneuheit darstellen, sind auf Gipfelbuch.ch bei allen Verhältnis-, Gipfel- und Hütteneinträgen der Schweiz direkt eingebunden. Um dieses äusserst hilfreiche Instrument für die Tourenplanung richtig einzusetzen, gilt es ein paar Dinge zu beachten.

Wozu dienen die Risikokarten?

Die Risikokarten kommen in erster Linie während der Skitourenplanung zu Hause zur Anwendung. Sie helfen dir dein Tourenziel unter dem Aspekt des Lawinenrisikos zu beurteilen und die optimale Aufstiegsroute und Abfahrt auf der Karte zu definieren. Vor Ort und im Einzelhang muss nach wie vor eine umfassende Beurteilung der Schnee- und Lawinensituation erfolgen. Die Risikokarten dienen daher vorwiegend als ergänzendes Instrument für die Planung zu Hause und haben draussen im Gelände nicht viel verloren.


Was ist der Unterschied zur Hangneigungskarte?

Die Hangneigungskarten sind statisch; sie bilden starr die Geländesteilheit ab. Die Lawinen-Risikokarten von skitourenguru basieren auf einer umfassenden Geländeanalyse sowie auf einem Szenarium zur aktuellen Schnee- und Lawinensituation. Ein Punkt auf einem steilen Grat (Punkt 2) kann je nach Gelände ein tieferes Lawinenrisiko aufweisen, als ein flacher Punkt am Fuss eines Hanges (Punkt 1), der in genügender Nähe zum Hang liegt, um eine Fernauslösung zu ermöglichen.
Zudem nehmen die Risikokarten Bezug auf ein konkretes Szenarium zur Schnee- und Lawinensituation. Das hat zur Folge, dass die Einfärbung nicht nur vom Gelände abhängt, sondern auch von der im Szenarium definierten Gefahrenstufe, Höhenlage und Exposition.

Die Risikokarte basiert auf einer umfassenden Geländeanalyse sowie auf einem Szenarium zur aktuellen Schnee- und Lawinensituation (Quelle: Swisstopo)



Wie wähle ich die richtige Risikokarte aus?

Wähle in eigener Verantwortung jene Karte aus, die nach deiner Einschätzung der aktuellen Schnee- und Lawinensituation am besten entspricht. Das aktuelle Lawinenbulletin kann dir dabei als Orientierung dienen. Im Zweifelsfall wähle eine Karte mit höherer Gefahrenstufe. Bereits dieser Schritt bedingt Erfahrung im Umgang mit der Lawinengefahr. Überlege dir nun auf der digitalen Karte wo deine Spur durchführen soll. Meide dabei farbige Zonen.


Wie interpretiere ich die Farben?

Wo keine Farbe angezeigt ist, besteht tiefes Risiko. D.h. du bist ziemlich sicher unterwegs, es besteht aber immer noch ein schwer bezifferbares Restrisiko. In gelb und orange eingefärbten Bereichen besteht ein erhöhtes Risiko. In rot und schwarz eingefärbten Bereichen besteht ein hohes bzw. sehr hohes Risiko. Lege deine Route so, dass du rotes und schwarzes Gelände sicher meidest. Abschnitte, die durch gelbes und oranges Gelände führen, sollten möglichst kurz sein.
Wenn du diesen Ratschlägen folgst kannst du durch eine geschickte Routenwahl dein Lawinenrisiko massiv reduzieren.


Farbgebung und Risikowerte



Wofür sind diese Karten nicht geeignet?

Der Entscheid im Einzelhang (gehen oder umkehren) darf nicht einzig auf Grund der publizierten Karten gefällt werden. Deine Annahme zur allgemeinen Schnee- und Lawinensituation kann falsch sein. Trotz sehr sorgfältiger Entwicklung und Validierung der Karten, kann nicht garantiert werden, dass das Modell optimal eingestellt ist.
Wie eine umfassende Einzelhangbeurteilung stattzufinden hat, kannst du in der Literatur nachlesen und in Lawinenkursen praktisch üben. Die Beurteilung eines Einzelhanges ist komplex und erfordert viel Ausbildung und Erfahrung.
Weitere Details zu den Risikokarten von skitourenguru erfährst du hier.

Die Lawinen-Risikokarte kann auf Gipfelbuch.ch überall einfach eingeblendet werden


Mehr Informationen unter:
www.skitourenguru.ch
11.12.2018 um 09:11
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