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Lawinenairbag – Nur Sicherheitsgewinn? Ein Selbstversuch.

Lawinenrucksäcke können das Risiko einer Verschüttung deutlich senken. Doch wie beeinflusst der Airbag mein persönliches Risikoverhalten? Wir haben einen Selbstversuch gemacht. Und hatten danach durchaus Fragezeichen. Das ist die erste Episode der neuen Outdoor-Webisode Actiontalk.tv

Spure ich Hänge an, die ich ohne Airbag vielleicht gar nicht in Betracht ziehen würde? “Natürlich nicht!”, ist man gewollt abzuwinken, man hat sich selber schliesslich im Griff. Tatsächlich? Kann es nicht sein, dass man eine unterbewusste Risikobereitschaft entfaltet, die trotz aller Selbstkritik schwierig zu bemerken ist? Studien halten jedenfalls fest: persönliche Sicherheitsgewinne sind schnell zunichte gemacht, wenn man sich dank Airbag in extremeres Gelände begibt.
Logisch. Doch wie sieht das in der Realität aus?



Um das herauszufinden sind wir losgezogen. Wir wollten von Freeridern wissen, ob sie bewusst oder unbewusst höhere Risiken eingehen. Doch vor allem interessierte uns der Selbstversuch, den wir so objektiv wie möglich zu gestalten versuchten. Im folgenden Video ist nichts inszeniert, ebensowenig wollten wir etwas provozieren, dafür verbürgen wir uns mit unserem Alpinistenethos! Soviel vorweg: man sollte sich unbedingt darin üben, den Auslösegriff zu ziehen, im Fall der Fälle…

Fazit: die Vorteile eines Lawinenrucksacks sind einleuchtend: wird man gar nicht erst verschüttet, hat man die besten Chancen, einen Lawinenabgang unbeschadet zu überstehen. Doch wie man persönlich mit der Zusatzsicherheit umgeht, muss man für sich selber herausfinden. Stichwort Selbstreflexion: “Würde ich hier auch ohne Airbag runterfahren?”

Bleibt noch zu sagen: Natürlich ersetzen Airbags keineswegs die Standardausrüstung (LVS, Schaufel, Sonde), denn eine Nichtverschüttung ist nie garantiert. Doch wer in den Schneemassen sein Volumen vergrössert, hat gute Chancen oben zu bleiben dank der inversen Segregation (das physikalische Gesetz, das die grösseren Partikel in einem Fliessprozess an die Oberfläche sortiert). Man geht davon aus, dass etwa die Hälfte aller Lawinenopfer mit einem (aufgeblasenen!) Airbag verhindert würden. Denn ist man unter den Schneemassen begraben, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit rapide: nach einer halben Stunde, sind rund 70% der Verschütteten tot.


Und falls Du wissen willst, wo wir unterwegs waren – hier die Karte (ride safe!):



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08.02.2019 um 00:54
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