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Mountain Wilderness Schweiz

«Stop Heliskiing Demo» auf dem Petit Combin

Mountain Wilderness Schweiz hat am Sonntag, 31. März ein Zeichen für die Eingrenzung der touristischen Gebirgsfliegerei auf dem Petit Combin (3'660 m) gesetzt. Eine Gruppe von 22 passionierten Tourenskigängerinnen und -gängern im Alter von 14 bis 77 Jahren hat an der Protestaktion auf dem vielbeflogenen hochalpinen Gebirgslandeplatz teilgenommen. Mountain Wilderness Schweiz setzt sich auch weiterhin politisch für eine Eingrenzung der touristischen Gebirgsfliegerei ein.

Sichtbares Statement auf dem Petit Combin
Die Gruppe nahm am Samstag den Hüttenaufstieg zur Cabane FXB Pannossière unter die Skier, am Sonntag erfolgte dann der Aufstieg zum Gipfel des Petit Combin. Der Gebirgslandeplatz liegt direkt auf dem Gipfel und ist wegen seines grandiosen Panoramas sehr beliebt. Mit Blick auf den Grand Combin und das Mont-Blanc Massiv haben die Demonstrierenden ihre Transparente ausgerollt und die Fahnen flattern lassen. Schon beim Aufstieg überraschten sie das gute Dutzend Heliski-Touristen mit einem «Stop Heliskiing» Banner. Die Walliser Helikopterfirmen flogen in mindestens vier Rotationen Skitouristen auf den Gipfel und die letzten zwei wurden mit Stop-Heliskiing-Fahnen begrüsst. Ein Helikopter drehte ohne Landung vor dem Gipfel ab. Nach dem grossen Fotoshooting mit allen Teilnehmenden nahmen alle in Kleingruppen verschiedene Abfahrtsvarianten unter die Skier. Einige erklommen noch den Combin de Corbassière, während die meisten eine Pulverabfahrt nach Bourg-St-Pierre genossen.

Wie weiter mit den Gebirgslandeplätzen?
Neben öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie der «Stop Heliskiing Demo» setzt sich Mountain Wilderness Schweiz auch auf juristischem und politischem Weg für eine Eingrenzung der touristischen Gebirgsfliegerei ein. Als Teilerfolg wertet man die Schliessung der beiden Gebirgslandeplätze GLP Gumm und Rosenegg-West. Es gibt nun ab September 2019 in der Schweiz nur noch 40 statt 42 festgesetzte GLP, darunter 20 Landeplätze in und angrenzend an nationale Schutzgebiete (v.a. Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung BLN). Was mit diesen Landeplätzen zukünftig geschehen wird, bleibt unklar. Denn auch das Bundesgericht hält fest, «dass Helikopterlandungen zu schweren Beeinträchtigungen der Natur und Landschaft führen, wenn sie in BLN-Objekten stattfinden». In einer Interpellation durch Nationalrätin Regula Rytz in der Frühlingssession 2019 wurde deshalb der Bundesrat angefragt, wie er die Konflikte zwischen der Nutzung der Gebirgslandeplätze und der betroffenen BLN-Objekte zu reduzieren gedenkt. Eine weitere Frage betrifft die zusätzliche Nutzung durch Helibiking im Sommer.

Mehr Informationen unter:
mountainwilderness.ch/
02.04.2019 um 15:46
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