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Dominik Osswald

Klettern mit Philipp Geisenhoff – IM REICH DES SHOGUN (9a)

Bis jetzt waren an dieser 9a-Route erst die Klettergrössen Eric Talmadge, Adam Ondra und Alex Megos erfolgreich. Der 19-jährige Philipp will sich die vierte Begehung des Shogun sichern. Actiontalk schaut ihm beim Projektieren über die Schultern.

Es ist die Zeit des Frühlingserwachens im Basler Jura. Die vielen Kalkfelsen liegen versteckt in den Wäldern bei angenehmen Temperaturen, pfeifenden Vögeln und mit perfektem Grip. Die Routen hier sind nicht die höchsten, doch sie haben es in sich.

Umso spannender ist es, sich an die Fersen eines jungen Klettertalents aus der Region zu heften: Philipp Geisenhoff ist gerade mal 19 Jahre alt und versucht sich bereits sehr vielversprechend an der härtesten Nuss des Basler Juras: «Im Reich des Shogun», Grad: 9a.



Die Route wurde 2001 durch Eric Talmadge erstbegangen, der sie 1987 am Tüfletenfels einbohrte. Dreizehn lange Jahre hat es gedauert, bis der Shogun befreit war. 2001 war es eine der wenigen 9a’s überhaupt und als es lange keine Wiederholung gab, flüsterte man schon von 9a+ hinter hervorgehaltener Hand.

Dann kam Adam Ondra und brauchte immerhin drei Tage, bis er die Route schaffte. Sein Fazit: eine harte 9a, das war 2005. Danach dauerte es wieder lange, bis der Nächste Hand anlegte: Alex Megos sicherte sich 2017 die dritte Begehung. Innert eines Tages, noch dazu bei leichtem Regen, réussierte der Deutsche.

Harter Zug an Untergriff

Philipp ist in Dornach aufgewachsen, unweit der Tüflete. Der Shogun liegt quasi hinter seinem Haus. Schon früh habe er die Wand ehrfürchtig begutachtet, sagt er. «Auch als ich noch jung war, und nicht wirklich etwas konnte.» Nun – jung ist er noch immer, doch seine Kletterfähigkeiten haben rasant zugelegt. Bereits gelang ihm die verkürzte Variante des Shoguns, die mit 8c+ bewertet ist.

Das Ziel lautet jetzt: Part 2 anhängen mit der knüppelharten Schlüsselstelle ganz oben. «Man kommt da völlig ausgelaugt an, weil man bis dahin schon ständig an winzigen Griffen, stets überhängend und immer unter Spannung klettert. Und dann muss man einen wirklich harten Zug ausgehend von einem Untergriff hinkriegen.»

Das AT-Kamerateam wollte Philipp behilflich sein und hat extra einen schönen, pinken Griff mitgebracht, damit’s ringer geht. Doch darauf verzichtete Philipp lieber. Der Zorn des Shoguns und der Kletterszene überhaupt wäre ihm sicher gewesen. Den Griff haben wir dann wieder ins B2 mitgenommen, wo er hingehört. Die Kult-Boulderhalle nahe Basel, eine der ersten Europas, ist Philipps Trainingsumgebung. Hier hält er sich gerne an bunten Griffen. Aber nur hier.

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12.04.2019 um 20:03
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