TourenFührer - Gipfel

Hanspeter Willi

Gipfel: Fahnenstock/Fanastock, 2612 m.ü.M.

Fahnenstock/Fanastock
2612 m.ü.M.
CH - Glarus - St. Gallen
741190 | 200680 (Schweiz)
46:56:32:N | 9:17:35:E
Der Gipfel ragt als ausgeprägte Pyramide westlich des Heubützlipasses aus dem Gratverlauf.
Im am höchsten Punkt aufgetürmten Steinmann findet sich ein Gipfelbuch.

Aufbau:
Der Gipfel bildet eine Pyramide mit drei Graten und Flanken.
Der steile Nordgrat fusst im Muottätaler Fürggli (2406 m)
Der im oberen Bereich gut gehbare Südostgrat knickt nach halber Länge Richtung Ostnordost. Er wird hier felsiger und endet im Heubützlipass (2466 m).
Der Westgrat zieht bald einmal Richtung Südwest drehend zum Marchegghorn (2613 m).
Die Nordwest- und Nordostflanken sind wandartig, während die Südflanke bis zum höchsten Punkt aus Schutt und Schrofen besteht.

Gestein:
Sardona-Flysch.

Normalweg:
Aus dem Hinteren Chrazeri über die Südflanke oder vom Heubützlipass über den Südostgrat.

Erste dokumentierte Besteigung:
Zur Erstbesteigung liegen keine Fakten vor, der Gipfel wird aber bereits seit alters her von Hirten und Jägern häufig bestiegen.

Panorama:
Im Sektor Nord bis Ost reihen sich der Alpstein und die Alvierkette, gefolgt vom Bregenzerwald und den westlichen Allgäuer Gipfeln.
Zwischen dem Pizol und dem Ringelgebirge zeigen sich die Silvretta und die Albulaalpen, mit dem Ortler dahinter.
Im Süden sperrt das Ringelgebirge, das dafür von diesem Gipfel aus den vielleicht schönsten Draufblick bietet.
Gegen Westen hin geht der Ausblick bis zum Gross Spannort und zum Titlis in den Urner Alpen. Mit dem Glärnischmassiv und den voralpinen Gipfeln der östlichen Glarner Alpen endet die Rundsicht.

Namensgebung:
Der Gipfel ist der lokalen Bevölkerung seit alters her unter dem Namen Fahnenstock bekannt.

Die Dufour- und die Siegfriedkarten führen den Gipfel seit 1859 als Punkt 2615 des Muttenthaler Grats, ebenso ab 1952 die LKS.
1960 ändert der Name in der LKS zu Fanastock, mit einer Höhe von 2612 m. 1990 wechselt der Name zu Fahnenstock.

Die erste Ausgabe des SAC-Clubführers durch die Bündner Alpen von 1916 führt den Gipfel unter dem Namen Fahnenstock mit einer Höhe von 2615 m. In der dritten Ausgabe von 1958 ändert die Höhe auf 2612 m. Die vierte Ausgabe von 1988 führt in dann als Fanastock.

Eigenständigkeit des Gipfels - Prominenz: 102 m
Bezugsscharte: Muottätaler Grat (2510 m)
Prominence master: Marchegghorn (2613 m)
Definition: Meter über dem tiefsten Punkt zur nächsthöheren Erhebung.

Eigenständigkeit des Gipfels - Dominanz: 1.3 km
Dominance master: Marchegghorn (2613 m)
Definition: Abstand zum nächstgelegenen, gleich hohen Punkt am Fuss oder Hang eines höheren Berges.

Jagdbanngebiet Graue Hörner:
Dieser Gipfel liegt an der Grenze zum wildreichen Eidgenössischen Jagdbanngebiet Graue Hörner. Insbesondere am Plattenfirst (Punkt 2537 LKS), dem Verbindungsgrat vom Heubützlipass zum Heubützler, können gerne Steinböcke beobachtet werden.
Mit dem Beginn des Einwinterns muss aus Rücksicht auf die hier überwinternden Tierbestände bis zum Zeitpunkt der Schneeschmelze im Frühsommer jegliche Tourenaktivität unterbleiben. Frei zugänglich ist lediglich das Gebiet westlich der Seez sowie das Muottätal.
Detaillierte Informationen zu bestehenden Einschränkungen sind unter der Webseite wildruhezonen.ch abrufbar.
Auch in der restlichen Jahreszeit sollte es eigentlich selbstverständlich sein, sich am Berg derart zu verhalten, dass die Tierwelt möglichst wenig gestört wird.

Falsche Bezeichnungen auf der LKS:
Für das nordwestlich des Fahnenstocks gelegene Tälchen kursieren (vor allem auf der LKS) diverse, mehrheitlich falsche Bezeichnungen.
Die korrekte Schreibweise lautet Muottätal (hoch-deutsch Muottental), respektive Muottätaler Fürggli für den Übergang und Muottätaler Grat für den Gratverlauf vom Fahnenstock zum Marchegghorn (2613 m).
WETTER-AUSBLICK
Wettervorhersage für Fahnenstock (Quelle: meteomedia.de)
 
LAWINEN-AUSBLICK
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
Nr. 10 vom 30.12.2017
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Hanspeter Willi

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