TourenFührer - Gipfel

Hanspeter Willi

Gipfel: Piz Dolf/Trinserhorn, 3028 m.ü.M.

Piz Dolf/Trinserhorn
3028 m.ü.M.
CH - Graubünden
739275 | 196304 (Schweiz)
46:54:12:N | 9:16:0:E
Das Trinserhorn zeigt sich als wuchtiger, trapezförmiger Gipfel mit ausgedehnter, schiefriger, nach Westen abfallender Schutthaube.

Aufbau:
Der Gipfel weist vier ziemlich ausgeprägte Grate auf. Der rückenartige Nordwestgrat zum Sardonapass und der Südgrat zur Fuorcla Raschaglius sind gut gehbar, während der Nordostgrat zur Trinser Furgga sowie der sich im Schutt des Plaun dils Agls verlierende Südostgrat schwierige Teilstücke aufweisen.
Die Westflanke weist nebst Felswänden einen Schutttrichter auf, die drei anderen Flanken werden von durchgehenden, brüchigen und steil abfallenden Felswänden gebildet.
Im Nordwesten wird der Gipfel durch den Glatschiu dil Segnas und den Sardonagletscher vom Piz Segnas (3098 m) und vom Piz Sardona (3056 m) getrennt.

Gestein:
Am Gipfel ist die klassische Glarner Überschiebung gut sichtbar - älterer Verrucano liegt, getrennt durch ein Band aus Lochsitenkalk, auf wesentlich jüngerem Flysch.

Normalweg:
Vom Sardonapass (2770 m) über den Nordwestrücken.

Erste dokumentierte Besteigung:
Unbekannt, möglicherweise 8.8.1884 - Topograph S.Simon mit Tischhauser, von der Fuorcla Raschaglius über den Südgrat, mit anschliessendem Abstieg über den Nordwestrücken.

Panorama:
Von West bis über Nordwest hinaus sperren der Piz Segnas und der Piz Sardona die Fernsicht. Anschliessend reihen sich über den östlichsten Erhebungen der Glarner Alpen die Gipfel der Appenzeller Alpen.
Zwischen Nordost und Ost reicht die Fernsicht über das Rätikon hinweg bis in die Allgäuer und Lechtaler Alpen, das Verwall die Samnaungruppe und die Ötztaler Alpen.
Im Osten sperrt erst der Ringelspitz, dann zeigen sich bis Südost über den Albulaalpen die Ortleralpen und die Livignoalpen.
Zwischen Südost und Süden folgen über den Albulaalpen und der Plattagruppe die Berninaalpen, dann dominieren bis Südwest die Adulaalpen.
Im Südwesten reicht die Sicht bis in die Walliser Alpen, dann sperren die höchsten Erhebungen der Glarner Alpen weite Bereiche der Sicht auf die Berner Alpen. Die Urner Alpen im Westen beschliessen die Rundsicht.

Namensgebung:
Trinserhorn leitet sich von der Ortschaft Trin ab.
Die Bezeichnung Piz Dolf wird gelegentlich von bündnerischen Anwohnern verwendet. Sie dürfte ihre Herkunft im mittelhochdeutschen Geschlechtsnamen Ruodolf haben.

Die erste Auflage des SAC-Führers von 1916 führt den Gipfel als Trinserhorn oder Piz Dolf mit einer Höhe von 3028 m.

Die Dufourkarte von 1859 verzeichnet erstmals den Gipfel als Trinserhorn oder Piz Dolf mit einer Höhe von 3028 m. Da hat jemand wirklich ganze Arbeit geleistet, bis zum heutigen Tag hat sich daran nichts geändert.

Eigenständigkeit des Gipfels - Prominenz: 250 m
Bezugsscharte: Sardonapass (2778 m)
Prominence master: Piz Sardona (3056 m)
Definition: Meter über dem tiefsten Punkt zur nächsthöheren Erhebung.

Eigenständigkeit des Gipfels - Dominanz: 2 km
Dominance master: Piz Segnas (3098 m)
Definition: Abstand zum nächstgelegenen, gleich hohen Punkt am Fuss oder Hang eines höheren Berges.

Hinweis:
Der nordwestwärts freieren Sicht wegen lohnt sich auch ein Besuch des nordwestlichen Vorgipfels Punkt 2998.
PRINT- ODER ONLINE-PUBLIKATIONEN ZU DIESEM GIPFEL (AUSWAHL)
Rother Skitourenführer Surselva (2. Auflage 2016)
 
WETTER-AUSBLICK
Wettervorhersage für Piz Dolf (Quelle: meteomedia.de)
 
LAWINEN-AUSBLICK
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
Nr. 4 vom 06.01.2018
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