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Gipfel: Klettergebiet Rätikon, 2428 m

robik

Route: Auenland 7a+ (6c+ obli)

Auenland 7a+ (6c+ obli)
Klettertour
400 m
Vom Grüscher Älpli unter die Südwand der 5. Kirchlispitze, ca. 45 Minuten.
Die ersten 9 SL von "Blasche unvollendet" wurden 2001 von Reichle/Blasche eingerichtet.
Im Jahr 2013 wurde die Route von Hölzler/Spötzl unter dem neuen Namen "Auenland" (Königreich von Galadriel in "Herr der Ringe") mit einer herrlichen letzten Seillänge vollendet. Alle wichtigen Infos dazu findest du unter: http://www.walter-hoelzler.de/ oder noch besser http://mdettling.blogspot.ch/2014/06/ratikon-auenland-7a.html
Beschreibung RK:
Vor einigen Jahren wollte ich bereits schon mal die Galadriel klettern. Damals hielt uns 1 Seilschaft davon ab und als Alternative kletterten wir die "Blasche Unvollendete". Diesen Sonntag waren bereits 4 Seilschaften zugange, womit das Ausweichen schon fast notwendig wurde. Dass zumindest mehr als eine dieser Gruppen über die falsche Route - nämlich Auenland - eingestiegen war, hatte für uns doch eher unangenehme Nebenwirkungen...
Einstieg/SL1: Da die Routen nicht angeschrieben sind und bei Auenland der erste Bolt (früher) nicht grad auf den ersten Blick sichtbar war, fragten wir (mehrmals) nach, ob die bereits Dagewesenen Galadriel klettern, was diese mehrfach bestätigten... Somit stiegen wir (logischerweise) etwas li davon ein, wo Marcel nach 55m weder einen Bolt noch einen Stand finden konnte :-O. Zum Glück hat "man" ja ein bisserl was an Mat dabei ;-). Nach weiteren 50m Trad im Bruch machte ich dann nochmals Stand an einem Felskopf, von wo aus dann immerhin ein Stand sichtbar war... nun "nur" noch 20m fast ungesichert im 5er-Bruch- und Schrofengelände und wir erreichten einen ersten Stand (der allerdings immer noch nicht zum Auenland, eher zu "Mordor"&-( gehörte). Ohne dies zu wissen, benutzte ich in der Folge als ersten offiziellen Sicherungspunkt den Stand3 von Auenland, um kurz darauf (endlich) am Fuss der
SL5 7a+ Plattenlänge zu stehen: Da ich als Rätikon-Novize diese im Nachstieg geklettert hatte, wollte ich es diesmal wissen... um zu lernen, dass die Absicherung auf dem ersten Teil der Platte dünn, der "Bauch" immer noch dick und bis heute nicht einfacher geworden ist, sowie weder mehr Kraft noch bessere Technik unbedingt den Erfolg bringen. Immerhin kam ich mit 1x AO durch, ... um festzustellen, dass es auch ab hier immer noch knackig schwer (6c+ obli) ist!
SL6 6c+/7a: Tolle steile Länge, zuerst diffizil und feingriffig auf Steilplatte, dann eine "gemütliche" Verschneidung, nun raffinierte Querung nach li (lieber zu weit als zu wenig), man hängt den nächsten BH erst nachdem man ihn umrundet hat... und nochmals anspruchsvoll zum Stand.
SL7 6b (Eintrag MD): Eine vergnügliche SL zum Ausschnaufen! Sie führt links hoch und bietet eine ziemlich gesuchte Linie, folgt dafür dem perfekten, grauen und gefinkelten Fels. Eine kurze etwas schwerere Stelle wartet am Pfeilerlein.
SL8 6b (Eintrag MD): Lange und komplexe Angelegenheit mit ziemlich kurviger Linie. Die ersten drei Viertel bieten perfekte Felsqualität und super Griffigkeit, sie lösen sich auch bestens auf. Der Schluss hingegen macht dann leider weniger Freude, plötzlich wird der Fels splittrig und brüchig, darüber hinaus wurde auch noch etwas mit den Bolts gegeizt.
SL9 6c: Anfangs schöne, eher technische Kletterei bis zum gelb-roten Überhang, wo nun kräftig zugelangt werden kann und muss! Sehr athletisch zuerst etwas re, dann deutlich li herum, glücklicherweise regelmässig ein Henkel und schliesslich nochmals tricky herumfeilen bis zum Stand.
Sl10 6c+/7a: Die wohl schönste und beste in Galadriels Auenland; schon der Einstieg anspruchsvoll, dann das Hängen des 2. Bh noch etwas schwieriger (re haltend finden sich aber gute Griffe), danach weiterhin technisch herausfordernd (fast) bis zum Schluss auf dem Grat.
Abseilen: Problemlos. Min. 1 kleines Maillot haben wir mit einem Karabiner "ergänzt", dies würde auch noch zwei/drei Mal mehr nützen.

(Blog MD; http://mdettling.blogspot.ch/search?q=auenland ) Schöne und fordernde Route welche vielerorts über sehr guten Rätikonkalk mit hervorragender Reibung verläuft. Daneben müssen einige Grasbänder und weniger kompakte Zonen passiert werden, dort neigt der Fels dann auch manchmal zur Splittrigkeit. In Punkto Schönheit würde ich die Tour etwas hinter der Kamala und der Galadriel einordnen. Die Absicherung ist an den schweren Stellen mit Ausnahme des Starts von L6 gut ausgefallen, wenngleich zwingende Plattenpassagen hin und wieder vorkommen. Leider wurden im einfacheren und manchmal etwas brüchigen Gelände Haken gespart. Hier ist sicheres Klettern Pflicht, als total ungefährlich kann man die Route jedenfalls nicht bezeichnen. Auch wenn man nicht viel legen kann, so ist die Mitnahme einer Auswahl von kleineren und mittleren Friends für die ersten 4 SL sinnvoll.

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Filidor extrem OST (2013)
 
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Nr. 7 vom 19.07.2016
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