TourenFührer - Route

Gipfel: Grosse Wildgrubenspitze / Untere Wildgrubenspitze, 2753 m

Hanspeter Willi

Route: Zürs – Zürser See – Grätligrube - Nordostflanke

Zürs – Zürser See – Grätligrube - Nordostflanke
Alpine Wanderung
1037 m
3.0 Stunden
Von der ziemlich hässlichen Parkplatzwüste an der Flexenpassstrasse südlich von Zürs steigt man teils auf einer Fahrstrasse, teils auf einem Wanderweg in nordwestlicher Richtung zum Zürser See.
Dieser bis anhin grösstenteils über Alpwiesen führende Aufstieg wurde im Jahre 2009 durch den Bau einer Fahrstrasse abschnittsweise verschandelt.
Der Zürser See lässt sich alternativ auch nördlich von Zürs über die Madloch Alp erreichen.
Schwierigkeit: WT2, Wanderweg oder Strasse

Am Zürser See hält man südwärts und steigt in das zwischen Hasenfluh und Wildgrubenspitze eingelagerte Kar der Grätligrube auf. Auch hier wird man leider in Form von planiertem Gelände mit den wenig erbaulichen Folgen des Bahnbetriebs konfrontiert.
Schwierigkeit: WT3, Pfadspuren, teilweise für den Bahnbetrieb hergerichtetes Gelände
Zeitbedarf bis hierher: 1.5 - 2 Stunden

Der eigentliche, blauweiss markierte Gipfelaufstieg beginnt zuoberst in der Grätligrube, am Wandfuss zwischen Grosser (Unterer) Wildgrubenspitze und Grossem (Unterem) Grätligrat. Er ist wohl an seinen schwierigeren Stellen wenig vertrauensfördernd versichert, kann aber mit Ausnahme des untersten, kurzen Aufschwungs nicht als eigentlicher Klettersteig betrachtet werden. In der Route sind überwiegend dünne Drahtseilchen (bessere Weidedrähte ...) angebracht, die stellenweise mit Schrottgurken jeglicher Art im Fels verankert sind. Die Versicherungen werden allerdings mit Ausnahme des untersten, steilen Abschnitts von sicheren, schwindelfreien Berggängern bei schneefreien Verhältnissen auch gar nicht benötigt.

Den eigentlichen Einstieg erreicht man über Schutt oder Firn hochhaltend, indem man das planierte Trassee in Nähe der Nordwand des Grossen (Unteren) Grätligrates verlässt.
Eine erste, kurze Steilstufe (knappe 40 Höhenmeter) wird nun teils frei, teils über ein Gebastel aus zwei auf dem Fels aufliegenden, mittels Metallkrampen verbundenen Drahtseilen überwunden. Da der Schuh auf diese Weise nur spärlich Tritt fassen kann, ist für diesen Abschnitt insbesondere im Abstieg der Gebrauch einer Klettersteigsicherung empfehlenswert. Diese Stufe kann alternativ überaus mühsam und teilweise auch steinschlaggefährdet in einem weiten Bogen weglos über Schutt und Schrofen umgangen werden.

Nach dieser Stufe wird ein kleineres, abfallendes Schuttband überstiegen. Anschliessend führen Markierungen und Versicherungen nirgends wirklich ausgesetzt, aber in doch recht brüchigem Gestein mit hin und wieder wenigen Metern leichter Kraxelei durch die schroffige Nordostflanke bis zum Gipfelkreuz. Da die Route ansteigend die Flanke zum Gipfel hin quert, hält sich die Steinschlaggefahr in vertretbaren Grenzen.

Schwierigkeit: überwiegend WT4, aber 20 Höhenmeter heikler, mittelschwieriger Klettersteig, darum Gesamtbewertung WT5. Im Fels markiert und stellenweise versichert.
Zeitbedarf: 0,75 – 1 Stunde
Bei guten Tourenbedingungen, wie man sie im Sommer und Frühherbst normalerweise antrifft, ist nebst gutem Schuhwerk keine weitere Ausrüstung notwendig. Für die Begehung der untersten Stufe des versicherten, eigentlichen Gipfelanstiegs ist insbesondere im Abstieg die Verwendung einer Klettersteigsicherung angebracht, wenn man sich in abschüssigem Fels nicht wirklich wohl fühlt. Bei Anwesenheit anderer Berggänger wirken an exponierten Stellen genügend Abstand oder besser ein Helm gesundheitsfördernd.
Bei erschwerten Verhältnissen wie schattseitig gefrorenem Boden, Schneelage oder Vereisung - was gerne, aber nicht ausschliesslich im Frühsommer oder Herbst auftritt - führt der vernünftige Berggänger mindestens Grödel oder Steigeisen mit sich und passt sein Verhalten am Berg den aktuell herrschenden Verhältnissen an.

Betreffend Schwierigkeitsbewertung beachtet bitte die neue Berg- und Alpinwanderskala des Schweizerischen Alpenclubs (http://www.bergportal.ch/infos/SAC_Wanderskala.pdf).
Ergänze diese Route (Zürs – Zürser See – Grätligrube - Nordostflanke) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Nr. 6 vom 26.02.2010
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Hanspeter Willi

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