TourenFührer - Route

Gipfel: Nesthorn, 3821 m

b&s

Route: südgrat

südgrat
Berg-/Hochtour (Sommer)
1700 m
8.5 Stunden
zustieg:
von mund (1188m) oberhalb brig geht's vorerst ins äusserst einsame, langezogene gredetschtal. der interessanteste weg ins tal führt sicherlich der suone "wysse" entlang - ein kunstwerk, das von den walsern über einen kilometer in senkrechte felswände gehauen wurde. baumstammkännel überbrückten früher senkrechte platten und abgrundtiefe couloirs - heute sind die abenteuerlichsten stellen durch kurze tunnels entschärft. um zum start des weges entlang der "wysse" zu gelangen, steigt man auf einem wanderweg via tähischinu (1261m) und dichtuhüs (1337m) nach zienzhischinu (1473m), wo gleich neben dem stollenausgang der beginn des weges entlang der suone liegt. 1/2h
spektakulär entlang der "wysse" geht's nun ins gredetschtal, wo man auf knapp 1540m auf die fahrstrasse entlang des mundbachs gelangt. nun entlang dieser strasse nach chiestelli (1615m) und nun auf dem wanderweg weiter richtung norden. sowohl die strasse wie auch der wanderweg sind durch etliche murgänge verwüstet worden, doch viele steinmänner leiten einen immer wieder auf den weg zurück. ende der letzten flachen schwemmebene liegt ein unübersehbar riesiger biwakstein (~1920m). doch wir zogen es vor, noch weiter ins nun allmählich ansteigende tal aufzusteigen. wir biwakierten in den letzten flachen grasflecken (~2150m) vor dem steilen aufstieg durch die grasplangge. 2 1/2h
anderntags geht's nun auf häufig gut ersichtlichen gemspfaden richtung NW hoch. oberhalb 2520m beginnen sich die spuren nach N zu wenden, um so schliesslich nordöstlich haltend richtung wandfuss der genderflüo anzusteigen. am schluss leitet ein angenehmer moränenkamm richtung dieser felsen. da sich die ganze gletschersituation stark verändert hat, führt nun eine mit steinmännern markierte linie zum östlichen ende des gredetschgletschers hoch: zunächst verfolgt man vom wandfuss der genderflüo richtung NE felsdurchsetztes blockgelände (einzelne steinmänner), um so ein schneefeld zu erreichen. über dieses schneefeld bis ans ende hoch, wo rechts des hauptbaches (von unten gesehen) eine unangenehm blockige rinne auf die offensichtliche rampe führt. über diese rinne nach E (steinmänner) und anschliessend über den geröllhang nach NNE an den einstieg (~3170m). (3 h)

route:
der einstieg befindet sich ca 30 bis 40m rechts des tiefsten punktes. eine kurze rampe führt linkshaltend in die steile wand hinein, am ende wartet ein knapp senkrechtes kamin mit der ersten kletterlänge auf (IV). die zweite länge führt entlang einer kante (IV) und führt zur plattigen schlüssellänge (VI-), die mit den bergschuhen doch etwas reserven abverlangt. leichtes blockgelände führt nun an den klar ersichtlichen grat.
nun alles entlang des grates in meist gutem, hie und da etwas mürbem fels hoch bis zum letzten steilen turm auf ca. 3350m (anhaltende, steile kletterei im IV-ten und V-ten grad). von einem turm ungefähr in der mitte des grates wird etwa 15m nach NE abgeseilt. der allerletzte, abdrängende turm wird links umgangen. dazu muss von der scharte ein klein wenig abgeklettert werden.
zurück am grat sind nun die hauptschwierigkeiten vorbei. einfaches blockgelände führt an den oberen teil des grates, der nur noch mit schwierigkeiten bis III aufwartet, dafür auch mit brüchigerem fels. ende des felsgrates führt einfaches mixed-gelände an die abbruchkante des gletschers, der auf dem nesthorn liegt. eine kurze eiskletterei (45°bis 50°, manchmal mit einer wächte verziert) lässt einen auf den sanft geneigten gipfelhang gelangen. über diesen zum gipfelkreuz dieses äusserst selten besuchten berges. 5,5 h

abstieg:
immer entlang des westgrates steigt man richtung gredetschjoch ab, wobei es zwei kurze steile firn- oder eispassagen und einen einfachen felsgrat zu bewältigen gilt. vom gredetschjoch führt eine abseilpiste und eine leiter über das zunächst äusserst brüchige, am schluss aber überhängende felsgelände auf den gredetschgletscher hinunter. da der steile abstieg zur baltschiederlicka schon total ausgeapert ist, querten wir den ganzen gletscher nach E und stiegen von hier entlang des oben beschriebenen aufstieges ab.
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topo.verlag Hochtouren Topoführer Berner Alpen (2020)
 
Nr. 4 vom 23.08.2015
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