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Gipfel: Gastlosen, 1935 m

b&s

Route: "neue" überschreitung glattewandspitze

"neue" überschreitung glattewandspitze
Klettertour
6.0 Stunden
vom parkplatz beim büelsgrabe auf ~1485m verfolgt man den wanderweg richtung südwesten. nach gut 500m zweigt man auf den steilen alpinwanderweg zum oberbergpass ab. der einstieg zur "neuen überschreitung" befindet sich gleich hinter der kante am oberbergpass (1820m). T4, 1h
zwei schöne längen, die trotz der moderaten schwierigkeitsangaben (5c und 6a) nicht unterschätzt werden sollten, führen in der nordseitig gerichteten wand auf den ersten namenlosen turm (~1870m).
ein kurzer abstieg zur scharte und anschliessend dem wandfuss der südwand entlang bringen einem zum einsteig der route auf den eggturm (blauer punkt am einstieg). eine feine traverse nach links und ein steiler, aber gutgriffiger überhang wollen in der ersten länge überwunden werden (6b); die zweite länge weist ein paar knifflige plattenstellen (6b) an allerbestem kalk auf. vom gipfel (1934m) gehts auf wegspuren über schrofen zum kleinen daumen (ein ganz kleiner turm von etwa fünf metern wird links liegen gelassen).
der einstieg (blauer punkt am einstieg) der ersten länge (6b) wartet mit einer knackigen boulderstelle auf, gesichert an zwei dubiosen uralt kronendübeln mit aluminiumplättli (die "sanierung" erfolgte idiotischerweise so, dass zwischen den uralt-bohrhaken, die alle an den entsprechenden schlüsselstellen stecken, ein überflüssiger neuer haken gebohrt wurde. falls man fliegen würde, so immer in einen dubiosen alten haken). von der nun erreichten schulter zieht die zweite länge wiederum mit delikaten reiberstellen (6a) nach rechts in die südwand hinaus. einmal 45m nach süden abseilen und durch schrofen absteigen.
der folgende grosse daumen ereicht man über leichte schrofen ansteigend (das versprochene "cable" ist nicht mehr vorhanden) und anschliessend mit einer luftigen traverse an riesen-henkeln nach rechts (blauer punkt am einstieg). eine traumverschneidung in allerbestem fels führt genussvoll 45m in die höhe (6a), während die zweite länge an einer stelle doch etwas mehr kraftaufwand abverlangt (6b). die letzte kurze 5a-länge auf den gipfel kann gleich drangehängt werden. der abstieg erfolgt wiederum über schrofen in die nächste scharte (die sogleich auch den übergang für den abstieg darstellt).
die seillänge auf die "katze" startet wiederum mit einer boulderstelle (6a+) (blauer punkt am einstieg), wiederum an traumhaftem fels. auch in der mitte gibt's nochmals eine spannende stelle. abstieg duch abseilen nach osten. abstieg bis an den wandfuss der pyramide.
zunächst circa eine länge über schrofen hoch an einen wunderbaren plaisir-gut-plus stand (siehe foto) (blauer punkt am einstieg), dann an allerbestem fels und abwechslungsreicher, anhaltender kletterei auf die pyramide (abgesichert durch museumswürdige aluplättli auf rostigen kronendübeln, fliegen absolut verboten). doch wenn sich die nerven an die absicherung gewöhnt haben, steht dem klettergenuss in diesen drei wunderschönen seillängen an kompaktestem hochgebirgskalk (6b, 6a, 6b) nichts im wege. so erreicht man den höchsten punkt der glattewandspitze (1995m). 6h

unerklärlich ist für uns, weshalb diese route für die absicherung das prädikat plaisir-gut-plus erhält. bis zum eggturm mag dies zutreffen, doch nachher klettert man anspruchsvolle stellen an uralten M8-kronendübeln, die zudem noch mit einem rost-fördernden aluminiumplättli garniert sind (siehe fotos). fliegen absolut verboten.
(am drauffolgenden tag kletterten wir eine route an der corne aubert, die mit der gleichen absicherungs-bewertung gekennzeichnet ist - und hier trafen wir tatsächlich auf eine mit besten chromstahlhaken gespickten route, viel zuviele haken säumten den kletterweg. und dies soll beides das gleiche sein, nämlich plaisir-gut-plus?)
trotz allem: wenn man den schwierigkeiten gewachsen ist und sich das nervenkostüm mit dem uralt-haken-material anfreunden kann, so können wir die route bestens empfehlen.

abstieg:
drei mal 25m richtung südwesten abseilen, anschliessend um die "katze" herum und auf gut sichtbaren wegspuren nordseitig richtung südwest queren. ungefähr unterhalb des daumens führen die spuren bei einer gedenktafel steil durch ein couloir hinab. unterhalb der felsen wiederum auf wegspuren zurück zum oberbergpass und auf dem markierten weg zurück zum parkplatz. 1,25h
45m einfach- oder doppelseil, 8 express
PRINT- ODER ONLINE-PUBLIKATIONEN ZU DIESER ROUTE (AUSWAHL)
Filidor plaisir WEST (2012)
 
Nr. 5 vom 23.05.2016
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