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Gipfel: Großer Wilder, 2379 m

Bruchpilot

Route: Wilden-Sechstett

Wilden-Sechstett
Klettertour
1950 m
10.0 Stunden
Von Oberstdorf durchs Oytal zur Käseralp und über das Wildenfeld zum Hornbachjoch (rund 1200 Hm / mit Bike 2,5 bis 3 h, mit E-Bike natürlich etwas schneller).
Rückkehr vom Himmelecksattel übers Wildenfeld wieder zur Käseralpe (1,5 h bis Oberstdorf).
Überschreitung der Wildengruppe vom Hornbachjoch bis zum Himmeleck. Dabei überklettert man nacheinander das Südliche Höllhorn, das Nördliche Höllhorn, den Kleinen Wilden und die drei Gipfel des Großen Wilden. Sechstett - zur Steigerung der Klicks und weil heutzutage alles einen griffigen Namen braucht. Mit "chs" und nicht mit "x", denn an dieser Überschreitung ist nur wenig sexy (vom phantastischen landschaftlichen Rahmen mal abgesehen).

Für den ersten, schwierigen Teil der Kletterei hier den Link zur umfassenden Beschreibung:
https://freieberge.wordpress.com/2016/08/01/ueberschreitung-von-hoellhoernern-und-kleinem-wilden/
Nützliche Infos zum Südgrat des Großen Wilden mit informativen Bildern zum Abstieg vom Kleinen:
https://www.outdooractive.com/de/route/bergtour/allgaeu/grosser-wilder-ueberschreitung/31796601/

Noch ein paar eigene Gedanken:
Südkante des Südlichen Höllhorns gut mit Edelstahlankern saniert. Wegverlauf manchmal etwas verzwickt, aber logisch. Gesteinsqualität trotz regelmäßiger Begehungen weitab der Luxuskategorie. Abstieg auf Trittspuren über schuttbedeckte Schrofen.

Südwand Nördliches Höllhorn ebenfalls saniert. Hier sehr ansprechender Fels und nur wenig Bruch - macht richtig Spaß! Abstieg in den nächsten Sattel problemlos.

Zum Kleinen Wilden erst leichtes Krabbelgelände im Gras und in Schrofen, der markante Kamin im steilen Aufschwung (III) wurde mit zwei Bohrhaken versehen und ist auf der Außenseite genussvoll zu erklettern. Danach wesentlich leichter über die deutlich geneigteren Felsen zum noch ziemlich weit entfernten Gipfel.
Den Abstieg in die Wildenscharte empfand ich als die eigentliche Schlüsselstelle der ganzen Tour. Sehr unübersichtliches, zerrissenes Gelände, sehr viel Bruch und Schotter ... man steckt schnell mal in einer Sackgasse. Bin zuerst östlich um den Gipfelblock herum, dann lange über die Gratschneide (nicht immer ganz glücklich), im unteren Teil dann links über heikel glatte, geröllbedeckte, abwärtsgeschichtete Platten zur Mündung einer 15 m hohen Kaminverschneidung. Hier zwei Abseilstände aus alten Haken und rottigen Schlingen ... Abklettern ist möglich, aber heikel (so III-IV). Den Kamin ganz hinunter, dann nach rechts rausqueren in leichtes Gelände.

Der Große Wilde-Südgipfel sieht von der Wildenscharte sehr beeindruckend aus, die Schwierigkeit konzentriert sich allerdings auf etwa 5 m unmittelbar am Ansatz des steilen, gelb-roten Aufschwungs. Diesen Punkt erreicht man über eine Abfolge von gutmütigen Rinnen rechts der Gratschneide, weiter oben auch direkt auf dieser; den Vorbau vor der Steilwand habe ich von links her erklommen. Von dort oben luftiger Überfall an die Steilwand (H mit Schlinge) und durch kurzen Riss (H, IV) rechtshaltend rasch wieder in geneigtes Gelände. Der lange Weg zum Gipfelkreuz erfordert nochmal etwas Ausdauer.
Mittel- und Nordgipfel weisen nun keine Schwierigkeiten mehr auf, der Wilden-Nordgrat hinunter in den Himmeleck-Sattel ist markiert und durch die entsprechende Frequentierung versöhnlich einfach zu begehen.
50 m Einfachseil (40 m reichen auch, falls jemand sowas noch hat), 4-5 Express, Schlingen, ev. Hammer und Haken, Kletterschuhe, Helm;
des Weiteren Bruchresistenz, Orientierungssinn, Ausdauer und "Humor".
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Nr. 3 vom 31.10.2019
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