TourenFührer - Route

Gipfel: Mont Blanc / Monte Bianco, 4808 m

Peter Schoch

Route: Gonellaroute

Gonellaroute
Berg-/Hochtour (Sommer)
1737 m
Von der Südseite des Mont Blanc Tunnels (zwischen La Palud und Courmayeur) fährt man am besten mit dem Auto oder Taxi in das Val Veni. Bis zur Schranke (kurz hinter der Brücke unmittelbar vor der markanten Kehre) ist die Strasse offen und gut befahrbar.
Nun gilt es ab dem Lac Combal 555668|69514 das Rifugio Francesco Gonella (3071m) 552941|74430 in der Ost-Flanke der Aiguilles Grises zu erreichen. Dies ist bereits eine ausgewachsene Bergtour und keinesfalls ein Hüttenweg im herkömmlichen Sinn!
Vom See auf die grosse westliche Seitenmoräne des Miagegletscher, ihr aufwärts folgend bis sie an die Hänge des Mont Suc stösst. Hier nun auf den riesigen, schuttbedeckten Eisstrom wechseln und ihn ca. in der Mitte talein verfolgen. Oder direkt die Moräne überscheiten und hinunter zum Schutt bedeckten Gletscher absteigen.
Auf dem aperen Gletscher finden sich hin und wieder gelbe Markierungen die (lückenhaft) bis hinauf zur Hütte führen.
Man lässt die einmündenden Glacier du Mont Blanc und Glacier du Dòme rechts liegen um bei etwa 2600m 552416|73756 den Fuss der Aiguilles Grises zu erreichen. Der Hüttenzustieg wird zur Zeit mit neuen, dicken Tauen abgesichtert. Allerdings besteht weiterhin an vielen Stellen Absturzgefahr! Trittsicherheit unbedingt erforderlich! (Am besten einen Karabiner mit sehr großer Öffnung mitnehmen, um sich an den Tauen einhängen zu können.)
Ein Felssporn leitet zu der exponiert gelegenen Hütte. Zeitaufwand ab der Schranke bis zur neu erbauten Hütte 5-6,5 Stunden.

Gleich nach der Hütte (ca. 01h aufbrechen) ein Couloir queren um den Dômegletscher zu erreichen. Den Gletscher hinauf, sich dabei von grossen Spalten und Eisschlag von links in acht nehmend zum Fuss des Steilhanges unter dem Col des Aiguilles Grises. Den Hang (ca. 45 Grad, einige Felsen im zweiten Grad) in den Col hoch.
Es ist auch möglich von der Hütte aus über die Aiguilles Grises hierher zu gelangen-nur ist diese Route in der Nacht kaum auffindbar-man muss die Aiguilles am Vortag bestiegen haben um keine wertvolle Zeit liegen zu lassen. Weiter nun dem Grat nach zum Piton des Italiens (4002m) 552823|76360, man betritt nun den Grat der die Aiguille de Bionnassay mit dem Mont Blanc verbindet und gewahrt unter sich die Lichter von St. Gervais. Immer dem Grat nach hinauf bis am Col du Dôme [553900|76757[koord-ch] die französiche Normalroute ab Goûter erreicht wird (vom Col aus kann der  Dôme du Goûter in wenigen Schritten mitgenommen werden).
Bis hier ist die Route meist sehr einsam und stockdunkel, es folgt das Kontrastprogramm! Auf der meist mehrere Meter (!) breit ausgetretenen Trasse aufsteigen, dabei die Notunterkunft Refuge Vallot passierend zum Bossesgrat. Grosse und Kleine Bosse überschreitend zum schmalen Gipfelgrat (oft unangenehme Kreuzungsmanöver) der auf den geräumigen Gipfelfirst leitet.
Anmerkung: Um für die beträchtliche Höhe gewappnet zu sein ist eine vorgängige Höhenanpassung unumgänglich, dazu bietet das Val Veni sehr viele Möglichkeiten. Empfehlenswert u.a. der  Petit Mont Blanc.
Unbedingt auf genügend Kälte- und Windschutz achten.
Der gesamte Anstieg ist alpinistisch anspruchsvoll und deutlich schwieriger als die Routen von der Cosmique oder der Gouter Hütte.
Ergänze diese Route (Gonellaroute) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Nr. 10 vom 27.07.2014
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