TourenFührer - Route

Gipfel: Sulzfluh, 2817 m

Christian Noname

Route: Abraxas (6a+)

Abraxas (6a+)
Klettertour
500 m
4.0 Stunden
Vom letzten, mit Tagesbewilligung erlaubten Parkplatz (P6) hinter St.Antönien erreicht man über den Wanderweg in etwa 20 Minuten Partnun. Weiter auf dem Wanderweg Richtung Gruoben, am Partnunsee vorbei bis nach der ersten Steilstufe (P.1956). Von dort weglos direkt zum Wandfuss empor. Am Schluss muss noch etwa 60 Höhenmeter über Schrofen zum Einstieg geklettert werden, dieses Stück ist mit einigen wenigen blauen Pfeilen markiert. Der Einstieg ist mit einem goldgelben Fixe-Stand ausgeruestet und mit Namen angeschrieben. Er befindet sich bei den Koordinaten 783.900/209.900. Totaler Zeitbedarf ab P6 ca. 75 bis 90 Minuten.

GPS-Track: http://www.gps-tour.info/de/touren/detail.90386.html
Die Route wurde im Jahre 2002 von Vital Eggenberger und Gefährten erstbegangen. Sie wurde in kurzer Zeit zum Klassiker mit vielen Begehungen.

Es handelt sich um eine prima Kletterei in meist gutem, kompaktem und wasserzerfressenem Fels. Stellenweise etwas schuttig und auf den Bändern liegen da und dort auch lose Steine.

Die Absicherung ist passabel, d.h. es stecken regelmässig Bohrhaken. In den leichteren Seillängen sind dies jeweils so 2-4 Stück auf 50m, in den schwierigsten 6-8 Stück auf 50m. Die Schlüsselstellen sind zwingend (=zwischen den Bohrhaken) zu meistern. Im leichteren bis mittelschwierigen Gelände trifft man wiederholt auf eher grosse Hakenabstände, Stürze mit doch beträchtlichem Verletzungspotential sind dort nicht unmöglich.

Die Bewertung der Route wird gemäss den Einträgen im Wandbuch von vielen Kletterern als eher streng empfunden. Im neusten Plaisir-Führer 2007 wird die Schlüsselseillänge denn auch auf 6a+ aufgewertet.

Erreicht man den Ausstieg der Route, so steigt man am besten noch über etwa 50 Höhenmeter Schrofengelände zum Karrenfeld auf, und wählt dann den Wanderweg retour nach Partnun. Zeitbedarf retour zum P6 etwa 90-120 Minuten. Zum Abseilen ist die Route wohl eingerichtet, jedoch nicht wirklich geeignet.

Anschliessend einige Kommentare zu den einzelnen Seillängen. Die erste Bewertung bezieht sich auf die Erstbegeher, die zweite ist jene aus dem Plaisir 2007:

SL 1, 4c (5a): Schöne Wasserrillenlänge mit recht grossen Hakenabständen.

SL 2, 5c (5c+): Am Anfang ein gut gesicherter Aufschwung, danach etwas einfacheres Gelände mit wiederum recht weiten Hakenabständen.

Es folgt eine Gehpassage von etwa 150m in Gras und Geröll (gut begehbar).

SL 3, 4b (5a): Entlang der Verschneidung, vor allem im oberen Teil schöne Kletterei.

SL 4, 4a (4a): Erst gemütliche Kletterei, danach Querung auf einem Band zum nächsten Stand.

SL 5, 6a (6a): Zu Beginn schöne Plattenkletterei (Tipp: dort, wo es fein wird rechts klettern, ist einfacher), danach immer noch nicht ganz einfach, dem Riss entlang.

SL 6, 6a (6a+): Die schönste und schwierigste Seillänge. Prima Kletterei in bestem Kalk. Nach dem ersten Bolt droht allerdings (zu) lange ein Sturz aufs darunterliegende Band. Die Schlüsselstelle folgt aber erst weiter oben. Man muss zwingend vom Haken wegklettern, ist aber dennoch gut gesichert.

SL 7, 5a (5a): Schöne Wasserrillen, jedoch mit nur 2 Bohrhaken auf 50m eher mässig abgesichert. Wenn man sucht, so kann man hier sicher etwas legen.

SL 8, 4a (4b): Linkshaltend erst mehr Geh- als Klettergelände. Zum Schluss wartet dann allerdings noch eine recht feine Platte.

SL 9, 5b (5b): Erst Platten, dann steiler werdend. Schöne Seillänge, zu Beginn des steilen Teils allerdings auch nicht unbedingt optimal abgesichert.

SL 10, 3c (3c): Kurze Seillänge, einfacher Ausstieg über den Pfeilerkopf.

Fazit: die Route wurde völlig zurecht in kurzer Zeit so beliebt! Trotz der relativ geringen Schwierigkeiten stellt sie gewisse Anforderungen, da sie nicht nach neuster Plaisir-Norm hochgerüstet ist. Auf jeden Fall, wer im Klettergarten gerade so 6a schafft, wird in dieser Route kaum glücklich werden.
An Material sind 10 Expressschlingen ausreichend. Die Stände sind alle hervorragend mit Ketten ausgerüstet. Friends & Keile sind meines Erachtens nicht so hilfreich und können getrost zuhause gelassen werden: dort, wo zusätzliche Absicherungen am nötigsten wären, können sie nicht eingesetzt werden. Ein 50m Seil reicht aus, da zu Fuss abgestiegen wird. Für einen allfälligen Rückzug wird man dennoch froh sein um ein Doppelseil.
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Nr. 2 vom 26.09.2011
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mdettling, Christian Noname

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