TourenFührer - Route

Gipfel: Fahnenstock / Fanastock, 2612 m

Hanspeter Willi

Route: Weisstannental, Alp Vorsiez – Alp Scheubs –Heubützlipass – Südostgrat

Weisstannental, Alp Vorsiez – Alp Scheubs –Heubützlipass – Südostgrat
Alpine Wanderung
1436 m
4.0 Stunden
Von der in den letzten Jahren zu einem Vergnügungstempel ausgebauten Alp Vorsiez (eine direkte Postautoverbindung sowie massig Reisebusse und PWs versorgen nun das einst verhältnismässig ruhige Tal mit zunehmend zahlreicherem Volk) folgt man dem jenseits der Seez ansetzenden, steilen Alpweg über Gula zum Bärenboden.
Schwierigkeit: T2, ruppiger Alpweg.
Zeitbedarf: 1 - 1¼ Stunden.

Auf Höhe des Unteren Bärenbodens tritt der Alpweg aus dem steilen Wald auf die Weideflächen über.
Hier hält man sich westwärts und erreicht auf schwach sichtbaren Pfadspuren über den Ober Bärenboden die Alphütten im Oberscheubs, wobei mit der nachfolgenden Querung auch bereits unterhalb dieser begonnen werden kann.
Nun südwärts haltend quert man die welligen Alpweiden westlich der Spitzenegg zur Englawand, die man bei Punkt 1992 erreicht.
Schwierigkeit: T3, Pfadspuren, nicht überall gut sichtbar, vereinzelte Markierungen.
Zeitbedarf: 45 Minuten.

Variante:
Vom Unteren Bärenboden folgt man dem Alpweg zu den Hütten von Unterscheubs. Südwärts haltend quert man die nassen, moorigen Wiesen der Scheubser Engla und überschreitet den Heubützlibach. Südseitig dem Bach folgend erreicht man über Wiesen und eine gut gangbare Erlengebüschzone Punkt 1992 der Englawand.
Schwierigkeit: T4, weglos.
Zeitbedarf: 45 Minuten.
Hinweise: Diese Variante ist weniger aussichtsreich, bei schlechter Sicht aber einfacher zu finden.

Variante:
Knappe 100 Wegmeter, bevor der Alpweg nach Gula auf Höhe Schwammbrüggli den Scheubsbach quert, folgt man einer im hohen Gras nur noch andeutungsweise sichtbaren Pfadspur auf der östlichen Seite des Scheubsbaches in stellenweise steilem und felsdurchsetztem Gelände bis zu den Hütten von Engla.
Schwierigkeit: T4+, kaum sichtbare Pfadspuren, bei Nässe heikel, Spürsinn erforderlich.

Dem Heubützlibach folgend, erreicht man über schöne Weiden und zuletzt durch eine gut gangbare Erlengebüschzone Punkt 1992 der Englawand.
Schwierigkeit: T4, weglos.

Gemeinsamer Weiterweg:
Über Schutt und eine steile, brüchige Schrofenstufe erreicht man südöstlich haltend die Rinne, die von Punkt 2291 im Nordostgrat des Grauspitzes zur Milchplangg herunterzieht.
Die Querung der steilen Rinne erfolgt auf etwa 2050 Meter Höhe und ist im Sommer und Herbst problemlos über Schutt und plattigen Fels durchführbar.
Bei Vorhandensein von Hartschnee ist die Querung jedoch äusserst heikel - nach durchschnittlichen Wintern sind dafür bis gegen Ende Juni meist zwingend Steigeisen erforderlich. Experimente sind hier tabu, jeder Rutscher endet unausweichlich den Gesetzen der Schwerkraft folgend 100 Meter tiefer im Geröll! Liegt Hartschnee, ist es deshalb meist sicherer, anstelle der Querung den gesamten Anstieg über die Rinne zu vollziehen.
Eine anfangs gut sichtbare, dann aber auch wieder unterbrochene Pfadspur führt anschliessend auf einer Rampe durch die Wand in den Kessel des Unter Heubützli.
Schwierigkeit: je nach Routenwahl T4+ - T5, nur teilweise vorhandene Pfadspur, einzelne Markierungen, bei Vorhandensein von Hartschnee heikel.
Zeitbedarf: 30 - 45 Minuten.

Aus der Westseite des Unter Heubützli steigt man der Höhenkurve 2220 folgend über eine gut sichtbare, breite Schuttrampe durch die Wandstufe ins Ober Heubützli.
Schwierigkeit: T4, teilweise Begehungsspur.
Zeitbedarf: 30 Minuten.

Vom Ober Heubützli steigt man in etwa dem Wasserlauf folgend zum Seelein auf 2340 Meter Höhe auf. Von hier erreicht man in weglosem Schutt- und Schrofenaufstieg direkt den Heubützlipass (2468 m).
Zeitbedarf: 30 Minuten.
Schwierigkeit: T4, keine Begehungsspuren.

Alternativ hält man aus dem Kessel des Ober Heubützli auf vereinzelten Begehungsspuren westwärts und steigt zum Muottätaler Fürggli (2406 m) auf. Hier führt ein markierter Pfad der Nordostflanke des Fahnenstock folgend zum Heubützlipass (2468 m).
Schwierigkeit: T3, Begehungsspuren, Pfad.
Zeitbedarf: 30 - 45 Minuten.

Vom Heubützlipass aus umgeht man den hier in nordöstlicher Richtung verlaufenden, unteren, felsigen Teil des Südostgrates in Schutt und Schrofen der Nordseite. Durch die zunehmende Begehung hat sich hier eine schwach erkenntliche Pfadspur ausgebildet. Die Route ist nicht zu verfehlen, den Grat erreicht man an der Stelle, wo der Schutt bis zur Grathöhe zieht.
Über den unschwierig zu begehenden, aus brüchigen Schrofen bestehenden Südostgrat erreicht man nun den höchsten Punkt mit Steinmann und Gipfelbuch.
Schwierigkeit: T4, bis zur Grathöhe schwach ausgeprägte Pfadspur.
Zeitbedarf: 30 Minuten.

Alternativen:
Der untere, felsige Teil des Grates lässt sich mit einem Höhenverlust von 50 Metern auch südseitig in Gras und Schutt umgehen.
Schwierigkeit: T3, mühsam. Empfehlenswert, wenn die nordseitige Umgehung schlechte Verhältnisse (Hartschnee, gefrorener Boden) aufweist.
Zeitbedarf: 45 Minuten.

Trittsichere Berggänger mit etwas Klettergewandtheit können den gesamten Grat begehen. Das Felsbollwerk weist Schwachstellen auf, die den Durchstieg ermöglichen.
Schwierigkeit: T5+, einzelne leichte Kletterstellen.
Zeitbedarf: 45 Minuten bis 1 Stunde.
Bei einwandfreien Tourenbedingungen, wie man sie im Sommer und Herbst normalerweise antrifft, ist nebst festem Schuhwerk keine weitere bergtechnische Ausrüstung notwendig.
Rechnet man mit erschwerten Verhältnissen wie Hartschnee, Eis oder gefrorenen Böden, entschärft das Mitführen und die Verwendung von Steigeisen brenzlige Situationen und hilft, unnötige und leider allzu oft tragisch endende Bergunfälle zu verhindern.

Zur besonderen Beachtung: 
Bis Ende Juni - nach einem schneereichen Winter durchaus auch noch im Juli - sind bei Vorhandensein von Hartschnee Steigeisen (und allenfalls ein Pickel oder Stock zum Halten eines Sturzes) für den Aufstieg ins Unter Heubützli rasch einmal zwingend notwendig.
Ergänze diese Route (Weisstannental, Alp Vorsiez – Alp Scheubs –Heubützlipass – Südostgrat) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Nr. 7 vom 14.12.2017
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Hanspeter Willi

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