TourenFührer - Route

Gipfel: Les Droites , 4000 m

Albrecht Gauss

Route: N-Wand, North Face, Face Nord (Ginat et al)

N-Wand, North Face, Face Nord (Ginat et al)
Nordwände
1050 m
Bergschrund meist relativ weit rechts i. S. des Aufstiegs überwinden. Dann entweder gerade hinauf (insbesondere bei guten Verhältnissen, vgl. http://www.chamonixtopo.com/ginat-droites-nf/) oder leicht rechts haltend das Firnfeld im Trittschnee soweit hinauf, bis sich an dessen Ende links – von unten schlecht einsehbar – ein ins zentrale untere Eisfeld führender Eisschlauch (Messner-Rampe) öffnet. Durch diesen (z.T. ca. 70 Grad, auf der linken Seite des Eisschlauches 2 Haken im Fels) auf das zentrale Eisfeld und in Firn bzw. Blankeis bis unter die Zone des kombinierten Fels- und Eisteils mit dem Beginn der Schwierigkeiten. Ab hier, zunächst in die mittlere Eisrinne einsteigend, insgesamt etwa 11 Seillängen (50 m Seil) hinauf; die letzten 80-100 Höhenmeter bis zur Breche oft Firn (45-50 Grad). Details für die 11 SL s. Topo, Bild 3.



Abstieg: Ca. 10-15 m westlich (rechts i.S. des Aufstiegs von Norden) oberhalb der Scharte am Felsgrat, der zur 1. Graterhebung in Richtung Westgipfel führt, ist 1. Abseilstelle für den Abstieg nach Süden durch das S-Couloir zu finden. [Die folgenden Seitenangaben (links, rechts) beziehen sich immer auf die Blickrichtung nach unten, i.S. des Abstieges]. Die 2. Abseilstelle ist auf der linken Seite nach ca. 40 m. Von dort knapp 50 m zur 3. Abseilstelle rechts des Couloirs abseilen. Weiter entweder per Abseilen (links und rechts des Couloirs finden sich immer wieder Abseilmöglichkeiten) oder intermittierend auch im Firn absteigen.

Nach ca. 70-100 Höhenmetern kommt eine unangenehme abschüssige Felszone mit evtl. zentralem Bach, über die es sich lohnt, abzuseilen (Abseilstelle rechts am Couloirrand). Die nächste Abseilstelle ist wieder links des Couloirs, von dort ca. 30 – 40 etwas links haltend abseilen und dann entweder weiter abseilen oder ca. 100-130 Höhenmeter direkt nach unten absteigen bis vor den letzten Felsabbruch oberhalb des Bergschrundes. Abseilstelle links an Felsturm: Von dort ca. 50 m abseilen bis etwa 30 m oberhalb des Bergschrundes. Dann nach rechts queren zu letzter Abseilstelle an Felswand und schräg nach links haltend in der Lawinenrinne über den Bergschrund abseilen. Der Bergschrund lässt sich evtl. auch ganz am rechten (westlichen) Rand überwinden. Weiterer Abstieg von dort schräg rechts haltend bis zu erster Abflachung (ca. 3200 m) und dann zuerst gerade hinunter, im weiteren Verlauf schräg links haltend abwärts zu den felsdurchsetzten Firnfeldern, die weiter links haltend absteigend zum rechten Moränenrand am Le Jardin de Talefre führen. Bis ca. 100 Höhenmeter oberhalb des Talbodens, der sich bei ca. 2650 m befindet, absteigen (also bis ca. 2750 m), dann an den linken Moränenrand queren und über eine Schneerampe auf der SSO-Seite des Le Jardin de Talefre vollends in den Talgrund absteigen. Weiter zur Ref. Couvercle.

Um von der Hütte auf das Mer de Glace bzw. den unteren Teil des Gl. de Leschaux zu gelangen, gibt es je nach Jahreszeit und Schneelage mehrere Möglichkeiten:
a) Sommerhüttenweg („Klettersteig“), der z. B. Ende April 2015 aper war
b) im Winter und Frühjahr (? Herbst) bei hoher Schneelage durch eines der Couloirs, die südlich der Hütte auf das Mer de Glace bzw. den unteren Teil des Gl. de Leschaux hinunterziehen. Dazu muss man von der Hütte zunächst entlang dem Sommerweg leicht fallend in südwestlicher Richtung absteigen bzw. mit Ski abfahren, bis man nach links (südöstlich) vom Sommerweg abbiegt (Vorsicht: nicht zu weit nach SW absteigen!), einen kleinen Grat überschreitet (Markierung durch Stangen) und dann in einer kurzen Schleife nach Nordosten zwischen großen Felsplatten hindurch den Talboden unter der Hütte erreicht.
Von diesem ca. 100 Höhenmeter unter der Hütte liegenden Talboden kann man je nach Schneelage (ggf. auch Tageszeit) durch eines der Colouirs/Rinnen absteigen.

Das erste, westlichste Couloir ist wahrscheinlich nur bei winterlichen Verhältnissen empfehlenswert, da im Auslaufbereich des Couloirs auf den Gletscher steile Moränen mit losen Blöcken (Steinschlaggefahr!) vorhanden sind. Im Mai 2010 war dieses erste Couloir aber gut abzusteigen. Ca. 100 Höhenmeter oberhalb des Gl. Leschaux, wo der Bach inmitten der Rinne/Schlucht reißend wurde, musste man ca. 30 m an den Fuß des Felspfeilers an den rechten Schluchtrand queren, um von dort auf den Gl. de Leschaux zu gelangen. Ende April 2015 sah der Couloir-Ausstieg unten auf den Gletscher sehr übel aus.

Ende April 2015 wurde das zweite Couloir (von der Hütte aus betrachtet, östlicher gelegen) vormittags von vielen Leuten zum Abstieg bzw. zur Skiabfahrt genutzt.

Eine weitere Alternative ist die auf Skikarten eingezeichnete Abfahrt über die ca. 700 m weiter östlich gelegene Route bei la Pierre a Berenger, wozu allerdings eine z. T. etwas ansteigende Querung vom o.g. Talboden unter der Hütte nötig ist, bis man an den Punkt gelangt, wo man absteigen/abfahren kann.

Über Gl. Leschaux und Mer de Glace nach Montevers. Cave: Gegenaufstieg von mindestens 100 Höhenmetern über die mit dem zunehmenden Wärmetod des Gletschers infiltrativ an den Felsplatten oberhalb des Mer de Glace sprießenden Eisenleitern nicht ausblenden!
Statt über diesen alten Aufstieg kann man auch weiter bis zu den Treppen unterhalb der kleinen Gondelbahn absteigen/abfahren, falls eine Skiabfahrt nach Chamonix nicht mehr möglich ist. Über die Treppen dann auch mindestens 100 Höhenmeter zur "Talstation" der Gondelbahn hinauf und mit dieser (Ende April 2015 kostenlos) die letzten 100 Höhenmeter nach Montenvers hoch.
2x50 m Seil, 1 Biwaksack, 2 leichte Daunenjacken, 7 (auch kürzere) Eisschrauben, 9 Expreß-Schlingen, 5 Haken, 2 Abseilgeräte, je 2 Eisgeräte, 10-12 Schlingen, 5 T-Blocks, 6 Friends
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Nr. 10 vom 21.04.2017
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