TourenFührer - Route

Gipfel: Monte Pelmo, 3168 m

Hanspeter Willi

Route: Forcella Staulanza - Rifugio Venezia al Pelmo CAI - Normalweg über das Ballband und die Südostflanke

Forcella Staulanza - Rifugio Venezia al Pelmo CAI - Normalweg über das Ballband und die Südostflanke
Alpine Wanderung
1550 m
6.5 Stunden
Von der Forcella Staullanza folgt man dem Weg Nr. 472 südseitig des Pelmos mit einigem Auf und Ab, aber insgesamt nur wenig ansteigend, zum Rifugio Venezia al Pelmo des CAI.
Schwierigkeit: T2, markierter Pfad.
Zeitbedarf: etwa 2 Stunden

Ab Rifugio Venezia steigt man auf einem steilen Pfad nordwestwärts hoch zur Ostwand des Monte Pelmos, wo sich die Routen zum Monte Pelmo und zum Val d'Arcia auf ca. 2100 Meter Höhe trennen.
Schwierigkeit: T2, markierter Pfad.

Über eine Schrofenzone steigt man auf ein kleines Schuttplateau, wo das in südlicher Richtung ziehende Ball-Band beginnt (Foto 2).
Das erst gut gehbare Band wird bald einmal schmaler (Foto 3), man erreicht die erste Schlüsselstelle 'Passo dello Stemma'. Bei dieser im Aufstieg abdrängenden, sehr unangenehm zu bewältigenden Stelle verengt sich das Band auf einer Länge von knapp zwei Metern auf etwa 30 Zentimeter Breite, dies in senkrecht abfallendem Fels. Eine fix montierte Bandschlinge hilft bei der Bewältigung der Passage.
Anschliessend zieht das Band mal breiter, mal schmaler, aber eigentlich immer relativ gut gehbar weiter südwärts, bis es in den ersten Felskessel führt. Dieser wird waagrecht auf schmalen Bändern traversiert (Fotos 4 und 5). Schwierige Stellen sind auch hier mit fix montierten Bandschlingen versehen, zudem sind einzelne Felshaken zur zusätzlichen Absicherung vorhanden.
Danach folgt der zweite Felskessel mit der zweiten, etwa acht Meter messenden Schlüsselstelle 'Passo del Gatto' (Foto 6). Sie ist wieder eine Unterbrechung im Band, die aber durch einige kurze Seilstücke entschärft und deshalb wohl ausgesetzt, aber doch vergleichsweise problemlos zu bewältigen ist.
Am Ende dieses zweiten Felskessels ist noch eine schattige Wasserrinne zu passieren. Diese kann bei kalten Temperaturen vereist und dementsprechend heikel sein. Kurz darauf mündet das Ball-Band bei einer einzelnen, etwa fünf, sechs Meter hohen Tanne (Foto 7, Orientierungspunkt bei Nebel!) auf 2250 Meter Höhe in das untere der südlich am Pelmo eingelagerten beiden Hochkare.
Schwierigkeit: T5, Stellen T6, heikles Schrofengelände in teilweise steil abfallenden Felswänden.
Zeitbedarf: im Aufstieg 1.5 Stunden ab, im Abstieg 1 Stunde zum Rifugio Venezia al Pelmo des CAI.

Von einzelnen Steinmännchen geführt steigt man nun eher rechtshaltend etwa 50 Höhenmeter über Felsschrofen auf, bis diese in das grosse Schuttfeld des unteren Hochkars übergehen. Auf deutlich ausgeprägter Steigspur wird dieses Schuttfeld im rechten Teil zur darüber aufragenden Schrofenwand durchstiegen.
Im unteren Teil dieser Schrofenwand quert man Steinmännchen folgend ganz nach links, wo die Stufe weniger steil und besser gangbar ist. Im oberen Teil der Stufe (Foto 8) wieder rechts haltend erreicht man so das obere Hochkar, in das einst der heute nicht mehr existierende, aber auf den Karten immer noch eingezeichnete Gletscher eingelagert war.
Schwierigkeit: T4, Pfadspur, Schrofen.
Zeitbedarf: etwa 1.5 Stunden ab Ende Ball-Band

Dieses obere Kar quert man Steinmännchen folgend leicht ansteigend zum obersten Südgrat des Monte Pelmos (Foto 9). Entlang dieses Grates (Foto 10) erreicht man in brüchigem Gestein mit hie und da etwas Kraxelei ohne Probleme das den höchsten Punkt abschliessende Gipfelwändchen. Die Überwindung dieser zwar nur zwischen zwei und drei Meter hohen, aber ausgesetzten Wandstufe erfordert exponierte Kletterei im Schwierigkeitsgrad II, worauf man auf der langgezogenen, flachen Gipfelkuppe des Monte Pelmos steht.
Schwierigkeit: T4, Schutt und Schrofen, sowie am Gipfelaufbau eine kurze, aber exponierte Wandstufe, T6.
Zeitbedarf: 1 bis 1.5 Stunden

Zeitbedarf ab Rifugio Venezia al Pelmo CAI zum Gipfel: 4 bis 4.5 Stunden im Aufstieg, 2.5 bis 3 Stunden im Abstieg.
Bei guten Tourenbedingungen, wie man sie im Sommer normalerweise antrifft, ist für dieses Terrain gewohnte Berggänger nebst gutem Schuhwerk und einem Helm gegen Steinschlag keine weitere Ausrüstung notwendig.
Bei erschwerten Verhältnissen wie schattseitig gefrorenem Boden oder Schnee in höheren Lagen - was gerne, aber nicht ausschliesslich im Frühsommer oder Herbst auftritt - führt der vernünftige Berggänger mindestens Grödel oder Steigeisen mit sich und passt sein Verhalten am Berg den aktuell herrschenden Verhältnissen an.

zusätzliche Hinweise, Stand Oktober 2010:
Die Normalroute zum Monte Pelmo ist trotz der verhältnismässig geringen Kletterschwierigkeiten ein nicht zu unterschätzender, am Ball-Band luftiger und vergleichsweise doch wenig begangener Anstieg alter Schule.
Für die Begehung des gegen 800 Meter langen, wenig ansteigenden Ball-Bandes ist Schwindelfreiheit und sichere Fortbewegung in ausgesetztem, steil abfallendem Schrofengelände unerlässlich. In weiten Teilen des Bandes besteht Absturzgefahr. Versichert sind lediglich die 8 Meter der Schlüsselstelle 'Passo del Gatto'. Ein weiteres halbes Dutzend exponierter Stellen sind mit kurzen Bandschlingen versehen, was deren Bewältigung sehr erleichtert. Zudem stecken vereinzelt auch Felshaken, die im Bedarfsfall eine zusätzliche, aber Zeit kostende Absicherung erlauben, dann aber auch die Mitnahme des entsprechenden Materials erfordert.
Der in den Karten im oberen Kar der Südostflanke eingezeichnete Gletscher existiert längst nicht mehr.
Bei schlechter Sicht darf zwangsläufig mit Orientierungsproblemen gerechnet werden, da der Routenverlauf abgesehen vom Einstieg ins Ball-Band nur mit Steinmännchen gekennzeichnet ist. Ein korrekt gestellter Höhenmeter erleichtert im Abstieg bei Nebel das Finden des Übergangs vom Hochkar ins Ball-Band auf Höhenkote 2250.
Ergänze diese Route (Forcella Staulanza - Rifugio Venezia al Pelmo CAI - Normalweg über das Ballband und die Südostflanke) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Nr. 16 vom 27.10.2010
Versionen vergleichen
13089 mal angezeigt
Hanspeter Willi

Verhältnisse