TourenFührer - Route

Gipfel: Monte Cristallo, 3221 m

Hanspeter Willi

Route: Passo Tre Croci - Passo del Cristallo - Normalweg über die Südostwand

Passo Tre Croci - Passo del Cristallo - Normalweg über die Südostwand
Berg-/Hochtour (Sommer)
1416 m
5.5 Stunden
Vom Passo Tre Croci auf schlecht auffindbaren Pfadspuren über Schutt und Latschendickicht zur Hochfläche Col da Varda.
Schwierigkeit: T3, Pfadspuren, schwach markiert
Zeitbedarf: 1.25 Stunden

Nun entlang der Wände des Monte Cristallo steil und ziemlich mühsam das Schuttkar Grava di Cerigeres empor zum Passo del Cristallo (2808 m).
Schwierigkeit: T4, Schuttaufstieg, kaum Begehungsspuren, Steinschlaggefahr beachten.
Zeitbedarf: 1.75 Stunden

Ab hier erfolgt der eigentliche Aufstieg durch die Südostwand. Die Route ist an den Schlüsselstellen mit spärlichen, roten Farbtupfern markiert. Hunderte von Steinmännchen markieren zudem die unzähligen bereits begangenen Varianten durch die Südostwand.

Vom Pass steigt man westwärts über Schrofen hoch zum 'langen Band', das die gesamte Südostwand durchzieht. Diesem Band folgt man, bis eine klare Steinmarkierung auf dem Beginn des eigentlichen Felsaufstiegs hinweist.
Schwierigkeit: T4, Stellen T5

Über steiles, kurz auch durchaus senkrechtes Schrofengelände bis Schwierigkeitsgrad II (erste Schlüsselstellen der Route) steigt man nun über Rinnen und Bänder in Richtung einer gelbroten Wand an. Oben zunehmend links haltend gelangt man so zum nächsten grossen Schuttband, das die Südostwand durchzieht.
Schwierigkeit: T5, Stellen T6, knappe 30 Höhenmeter auch WS

Ab hier bestehen zwei Möglichkeiten für den weiteren Aufstieg.

Variante 1 (leichter, aber länger):
Diesem markanten Schuttband folgt man zu Beginn mit etwas Abstieg, zum Schluss eine Rinne mit Rippe querend, bis zum Südgrat.
Schwierigkeit: T4, Stellen T5

Am Grat steigt man in steilem, aber gestuftem Gelände bis zur Einmündung der Variante 2 bei einem Schuttband unterhalb einer Felswand auf.
Schwierigkeit: T5, Stellen T6

Variante 2 (deutlich schwieriger, aber kürzer)
Ab Schuttband steigt man zuerst rechts haltend über vorerst steiles und ausgesetztes Schrofengelände aufwärts, anschliessend links haltend über Schrofen und Schutt zum Südgrat an, den man zum Schluss dem Fuss einer Felswand folgend erreicht.
Schwierigkeit: zu Beginn T6 und WS, im oberen Teil T5

Gemeinsamer Weiterweg:
Dem Südgrat folgend steigt man weiter in steilem, aber gestuftem Gelände gipfelwärts.
Schwierigkeit: T5, Stellen T6

Im oberen Teil wird ein Felskopf rechts umgangen, dahinter folgt die sogenannte 'Böse Platte'. Dabei handelt es sich um ein wenige Meter hohes, kleingriffiges und beidseitig ausgesetztes Gratstück, das ostseitig im II. Schwierigkeitsgrad bewältigt wird (zweite Schlüsselstelle der Route).
Schwierigkeit: WS

Kurz darüber folgt eine brüchige, abschüssige Stelle, die mit Hilfe von Holzplanken (sogenannter 'Holzsteg') traversiert wird. Über den Grat gelangt man daraufhin weiterhin brüchig, aber mit doch abnehmender Schwierigkeit zum breiten Gipfelkopf.
Schwierigkeit: T5
Zeitbedarf ab Passo del Cristallo: 2 bis 2.5 Stunden
Bei guten Tourenbedingungen, wie man sie im Hochsommer und Frühherbst normalerweise antrifft, kann diese Route durch dieses Terrain gewohnte, klettergewandte, absolut trittsichere Berggänger mit gutem Schuhwerk, Steigeisen zur Bewältigung von allfällig noch liegendem Altschnee in Rinnen oder Kaminen und einem Helm gegen Steinschlag noch seilfrei begangen werden. Auf Grund der doch anhaltenden Schwierigkeiten ist diese Route für Einzelgänger aber weniger geeignet.
Bei erschwerten Verhältnissen wie Schneelage oder Vereisung - was gerne, aber nicht ausschliesslich im Frühsommer oder Herbst auftritt - kann die Begehung dieser Route rasch einmal das komplette Kletter- und Sicherungsmaterial erfordern.

zusätzliche Hinweise:
Die Normalroute über die Südostwand besteht aus stellenweise unpräparierter Kletterei in steilem und teilweise auch brüchigem Fels bis Schwierigkeitsgrad II. Die schwierigsten Stellen befinden sich im Aufstieg zur gelb-roten Wand sowie an der sogenannten 'Bösen Platte', einer kurzen, aber kleingriffigen und ausgesetzten Steilstufe. Dazwischen findet sich aber auch immer wieder Gehgelände.
Die nicht einfache Orientierung wird durch einige verblasste, rote Farbflecken und unzählige, in der ganzen Wandbreite verstreute Steinmännchen etwas erleichtert.
Mit der Mitnahme eines Seiles können im unteren Teil des Felsabstiegs unangenehm abzukletternde Stellen durch Abseilen umgangen werden.

Betreffend Schwierigkeitsbewertung (T-Skala) beachtet bitte die neue Berg- und Alpinwanderskala des Schweizerischen Alpenclubs (http://www.bergportal.ch/infos/SAC_Wanderskala.pdf).
Ergänze diese Route (Passo Tre Croci - Passo del Cristallo - Normalweg über die Südostwand) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Nr. 7 vom 19.12.2008
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Hanspeter Willi

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