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Gipfel: Tofana di Rozes / Vordere Tofana, 3225 m

Hanspeter Willi

Route: Rifugio A.Dibona - Via Ferrata Giovanni Lipella - Nordwestgrat

Rifugio A.Dibona - Via Ferrata Giovanni Lipella - Nordwestgrat
Klettersteig
mittel
1188 m
4.5 Stunden
Auf der Ostseite des Falzaregopasses auf 1700 Meter Höhe zweigt eine Bergstrasse ab, auf der man zum grossen Parkplatz beim Rifugio A.Dibona gelangt.
Zustand: Bergstrasse, weit hinauf neu asphaltiert und gut zu befahren (Stand August 2011).

Ab Parkplatz steigt man auf einem Pfad zur Südwand der Tofana di Rozes auf.
Ihr nach Westen folgend erreicht man am südwestlichen Eckpunkt die Gallerie del Castelletto.
Schwierigkeit: T2, Pfad, Markierung 404.
Zeitbedarf: 1 Stunde ab Rifugio A.Dibona
Ein lichtloser Stollen (der sogenannte Alpini-Stollen, Länge 800 Meter!) führt auf das grosse Schuttcouloir zwischen Castelletto und Tofana di Rozes.
Anschliessend steigt man kurz zum oberen, breiten Schuttband ab und quert auf gut sichtbaren Pfadspuren die Westwand bis zu seiner Verengung.
Hier beginnt die eigentliche Via Ferrata. Die Versicherungen führen nordwärts haltend in die Höhe, um danach auf dem darüberliegenden markanten Band in die ausgeprägten und teilweise auch feuchten Rinnen und Schluchten des Mittelabschnitts zu queren.
Nach Bewältigung dieses Teils steigt man über Bänder und Stufen weiter in nördlicher Richtung durch die Wand aufwärts bis zur Weggabelung bei der Tre Dita. Hier endet der erste Teil der Via Ferrata.
Schwierigkeit: mittelschwierig, Bergerfahrung und Klettergewandtheit notwendig
Zeitbedarf: 2 Stunden für den Stollen und den ersten Teil der Via Ferrata
Hinweis: Der Klettersteig ist immer wieder von über Bänder führenden Gehpassagen unterbrochen, auf denen man die gewonnene Höhe teilweise wieder verliert. Der Klettersteig selber wurde kürzlich totalerneuert und befindet sich in optimalstem Zustand (Stand August 2011).

Wer auf den oberen Teil der Via Ferrata verzichten möchte, quert von hier den anfänglichen Versicherungen folgend um den Grat herum in die Nordostflanke. Diese quert man auf Pfadspuren zum Normalweg hinüber.

Zum zweiten, etwas anspruchsvolleren Teil der Via Ferrata traversiert man auf Bändern zurück in die Westflanke. In deren gewaltigem, steilem und oben auch zunehmend brüchiger werdendem Trichter steigt man drahtseilversichert zur Schulter (Punkt 3027) am Nordwestgrat auf.
Schwierigkeit: wie Teil eins, auf Grund der Höhe und der zunehmenden Brüchigkeit aber etwas anspruchsvoller.
Hinweis: Auch dieser Teil des Klettersteigs wurde kürzlich totalerneuert und befindet sich in optimalstem Zustand (Stand August 2011).
Auch der Fels wurde entrümpelt, insbesondere am Ausstieg ist aber trotzdem noch jederzeit mit Steinschlag durch Vorausgehende zu rechnen.

Beim Punkt 3027 am Nordwestgrat trifft man auf die Pfadspuren der Normalroute, dem Gratrücken folgend erreicht man das Gipfelkreuz.
Schwierigkeit: T3
Zeitbedarf: 1.5 Stunden für den zweiten Teil der Via Ferrata bis zum Gipfel
Zur Begehung der Via Ferrata wird gutes Schuhwerk, die komplette Klettersteigausrüstung und für den Stollen unbedingt eine funktionierende Lichtquelle benötigt.
Infolge der westseitigen Lage, der zu querenden Schluchten und der nicht durchgehenden Versicherungen muss unter Umständen mit Firn oder Eis gerechnet werden - mit Steigeisen lassen sich solche Stellen einfach wesentlich entspannter angehen.
Bei erschwerten Verhältnissen wie Schneelage oder Vereisung - was gerne, aber nicht ausschliesslich im Frühsommer oder Herbst auftritt - können nebst Steigeisen auch Stöcke oder besser noch ein Pickel zur Bewältigung des Schlussaufstiegs zum Gipfel notwendig werden.

zusätzliche Hinweise:
Liebhaber von Klettersteigen mit viel Felskontakt kommen hier in einer eindrücklichen Umgebung voll auf ihre Kosten. Der Steig ist der reine Genuss und so angelegt, dass der Unsinn an kraftraubender Hangelei am Drahtseil auf wenige Meter unausweichliches Minimum reduziert ist.
Was für eine Via Ferrata sowieso gilt, hat auch im Gipfelbereich seine Gültigkeit: man gerät besser nicht in ein Gewitter ...

Eckdaten:
Der Steig wurde 1967 erbaut, besteht aus etwa 1400 Meter Versicherungen und trägt den Namen eines italienischen Kriegsgefallenen.
Ergänze diese Route (Rifugio A.Dibona - Via Ferrata Giovanni Lipella - Nordwestgrat) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Nr. 9 vom 09.09.2011
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Hanspeter Willi

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