Verhältnisse - Detail

Gipfel: Hochkogel Nordwestwand "Pipeline"

Route:

Ralf Sussmann

Verhältnisse

24.08.2006
Geniale, steile und gewaltige 33-Sl.-Tour im oberen 7. Grad von 1983 (1100 m Wandhöhe). Wird vom Altmeister Precht in seinem Tennengebirgs-Führer als eine der anspruchsvollsten Unternehmungen der Nördlichen Kalkalpen bezeichnet und das würden wir bestätigen. Hat seit der sanften Alpinsanierung in 2000 etwa 15 Wiederholungen.

Anmerkungen:
- Material: Kompletter Satz Friends (auch Nr. 3.5 ist einmal hilfreich) und Rocks. Wir hatten vorsichtshalber 1 Hammer und 4 Haken dabei, kann man sich aber sparen, sofern man sich nicht versteigt ...
- Zustieg am Tag vorher anschauen. Man muss tatsächlich zu Fuß auf die Autobahn und bis direkt zum Tunneleingang gehen. Dann über den Zaun runter ins Bachbett klettern. Dieses nur ca. 150 m verfolgen bis es sich verzweigt. Rechte Verzweigung nach 15 m verlassen und man findet im steilen Sand und Gras ein paar Fixseile.
- Markierter Einstiegsbolt wurde abgeflext vorgefunden. Exponierter Einstieg, also erste Länge (3) seilfrei: etwa 10 m links des 15 m oben sichtbaren Siggi-Zwischen-Bolts findet sich die leichtere, organische Lösung über eine rechtshaltende Rampe hoch zum ersten Stand.
- nur zur Ermunterung: nach dem Biwakplatz mit Wandbuch (14. Länge) beginnt die Tour dann langsam immer kühner und anstrengender zu werden, man hat hier noch lange nicht die Hälfte.
- die mit 7/7+ oder 6/A0 angegebenen Längen im oberen Wandteil könnte man in freier oder alternativ technischer Bewertung jeweils einen knappen Grad aufwerten, also eher Richtung 8. Grad oder A1 (im Klartext: In den Normalhaken hängen jede Menge alte Trittschlingen, in die auch wir tatsächlich einzweimal, eher unabsichtlich, reingestiegen sind:).
- die 25. Länge ist mit 4+ angegeben, aber in Wirklichkeit sicherlich 5+, dafür steckt der angegebene einzige Bolt nicht (- nur damit man nicht meint - wie wir - man sei hier falsch gestiegen).
- nach der 29. Länge (7) folgt nochmals eine weitere Länge im gehobenen 7. Grad, die im Topo fehlt: Diese würde sich als Toposkizze analog darstellen, wie die Länge davor: erst Riss dann Platte mit einigen Normalhaken, wobei für den Riss ein Friend 3.5 gut wäre ...
- unsere gesamte Anstiegszeit (Einstieg-Gipfel) war etwa 12 h inkl. aller Pausen. Den Zustieg schafften wir als Nicht-Marathonläufer nicht so ganz in den angegebenen 1.5 h. Abstieg problemlos aber lang (fast 2000 Höhenmeter sind´s runter zur Salzach).
Danke an Albert Precht und Gefährten, die Stände und einige Zwischenhaken nachträglich gebohrt haben. Eine der ganz großen guten Alpenrouten. Wir zehren von der Erinnerung ...
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24.08.2006 um 11:55
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By|Sn|Vy