Verhältnisse - Detail

Gipfel: Stachlerkopf , 2 m.ü.M.

Route: Vom Parkplatz Skilift Schneeflucht über Sassfürkle auf den Stachlerkopf (2.084 m)

Knie-TEP-Pit

Verhältnisse

17.03.2017
1 Person(en)
nein
Machbar
Über den gewalzten Weg bis zum Sassfürkle gut. Danach z.T. "knietiefer" Nassschnee. Daher auch das Vorhaben, weiter auf der Direktroute auf den Schönberg zu gehen, aufgegeben. Abfahrt bis Sassfürkle ebenfalls kein wirklicher Spaß, sondern mehr ein Krampf. Ab Sassfürkle / Ziehweg besser bis gut, bei solchen fast "afrikanischen Temperaturen am Freitag!
Nach dem Wetterumschwung neu zu beurteilen. Wenn es nicht gehörig friert, nach den
zu erwartenden Schneefällen, wird es voraussichtlich unter ca. 1.700/1.800 m schlecht um den Schnee bestellt sein. Wohl dann nur noch nasser, grundloser Pfloder, bis ggf. wieder klare Nächte mit entsprechender Abstrahlung kommen.
Netter Plausch bei der Mittagsrast am Sassförkle mit zwei Ordensschwestern aus Tansania. Die Ältere der Beiden stammt aus Geiselharz im Allgäu und kennt das FL seit > 25 Jahren (dort ist ihr "Mutterhaus"). Die Jüngere (Tansanierin) sah zum ersten Mal in ihrem Leben heute Schnee in Natura. Sie war sichtlich happy - einfach nur Herz erfrischend!

Danach eine eher sehr fragwürdige Begegnung bei der Querung zum Stachlerkopf. Ich riet den Beiden mit ihrem Baby von dieser Querung nachmittags um 13:30 Uhr ab, da sie mir zu heikel erschien. Ausgegebene Lawinenwarnstufe: 2 / mit deutlichem Hinweis, dass mit zunehmendem Tagesgang sonnseitig unter ca. 1.800 m mit bis zu mittleren Gleit- und Nassschneelawinen gerechtnet werden muss.

Aber Jede/r muß selbst wissen was Sie / Er tut. Ob die Beiden dies gegenüber ihrem Baby verantworten können, müssen sie selbst mit ihrem Gewissen abmachen.

Lieber etwas weniger Risiko nehmen und ein "lebender Hasenfuß" als ein toter Held - diesen Winter gab es bereits zuviele, unnötige Lawinentote und -verletzte! Dies zeigt auch die "äußerst stark schwankende Einstufung der Lawinensituation - z.B. von 1/2 auf 3/4 - dann wieder von 4/3 auf 2/1 und nicht zuletzt, der oft sehr heikle Schneedeckenaufbau. Jede/r sollte sichimmer bewusst sein, dass absolut niemand in der Lage ist, einen kompletten Hang 100%ig zu beurteilen / einzu schätzen. Ein Restrisiko, das es soweit als möglich zu reduzieren gilt, besteht daher immer.

Spätestens der Lawinenabgang am Jochgrubenkopf bei Schmirn (A) in den Tuxer Alpen am Mittwoch, 15.03.2017 sollte für jeden verantwortungsvollen und sicherheitsbe wußten Skitourengänger / Schneeschuhgänger / Freerider Warnung genug gewesen sein, dieses Thema nicht auf die "leichte Schulter" zu nehmen. Denn in der Lawinenkunde ist man immer ein Lernender!

P.S.: Kein schönes Thema - musste aber aufgrund der bereits sehr vielen Lawinen toten der Saison 2016/2017 mal wieder deutlich angesprochen werden.
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20.03.2017 um 22:21
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By|Sn|Vy