TourenFührer - Gipfel

Marcel Manhart

Gipfel: Ringelspitz/Piz Barghis, 3247 m.ü.M.

Ringelspitz/Piz Barghis
3247 m.ü.M.
CH - Glarus - St. Gallen
745107 | 195882 (Schweiz)
46:53:53:N | 9:20:35:E
Zentrale, markanteste und zugleich höchste Erhebung im langen Gratzug des Ringelgebirges. Weite Distanzen zu den nächsthöheren Gipfeln Bifertenstock und Piz Linard erlauben eine gewaltige Fernsicht.

Aufbau:
Von ringsum steilen Wänden umgebenes, leicht nach Norden hin abfallendes Plateau, dem an seinem Südende ein markanter Doppelturm aufgesetzt ist.
Am Westende des Gipfelplateaus führt der fast ebene Westgrat zum Glaserhorn. Richtung Norden zieht in einem leichten Bogen ein deutlich ausgeprägter, steiler Grat hinunter zur Risegg. Dazwischen ist eine steile, von Rinnen durchzogene Wand eingelagert, an deren Fuss die Reste des Glasergletschers ihr Dasein fristen. Die Mitte dieser Wand durchzieht die deutlich ausgeprägte, bis 45 Grad steile Glaserruns.
Die gewaltige, aus Schutt, Fels und Firn gebaute Nordostwand durchzieht der Nordostgrat zum Augstberg.
Am anderen Ende des Gipfelplateaus findet sich mit dem Vorder Ringel ein weiterer, ausgeprägter und seiner Tiefblicke wegen lohnender Gipfelpunkt. Von diesem zieht ein teilweise schwierig zu begehender Grat ostwärts zu den Panärahörnern.
Der markante, Richtung Südosten ziehende Mittelgrat verliert sich in den Sandböden, er wird für den Normalaufstieg mit Ausgangspunkt Ringelspitzhütte verwendet. Zwischen Mittelgrat und Ostgrat war bis vor wenigen Jahren ein inzwischen abgeschmolzener Gletscher eingelagert. Der Tschepgrat zieht als längster Grat des Ringelspitz Richtung Süden, er verliert sich erst in den Wäldern oberhalb Mulin im Gelände. Er vermittelt den leichtesten Aufstieg zum Gipfelplateau.
Die Südseite zeigt die steilsten und wildesten Wände des Ringelspitz. Darunter liegen zwischen Tschep- und Mittelgrat die kläglichen Reste des arg geschmolzenen Taminser Gletschers.
Die Westseite schliesslich sinkt aus brüchigstem Schutt und Fels gebaut in den Talkessel von Lavadignas, auch hier fand sich in früherer Zeiten ein heute nicht mehr vorhandener Gletscher.

Der Gipfelturm selbst präsentiert sich je nach Standpunkt im Bereich eines breiten Doppelkegels bis hin zu einer schlanken Nadel.

Gestein:
Der Unterbau wird aus Flyschschiefern gebildet, während der eigentliche Gipfelaufbau aus Verrucano besteht. Beide Gesteine trennt ein vor allem von Süden gesehen markantes, schmales Band aus Dolomit und Kalk. Dies ist die seit 2008 ins UNESCO Weltnaturerbe aufgenommene Haubtüberschiebung. Mehr darüber unter www.tektonikarenasardona.ch

Normalwege:
Von der Ringelspitzhütte des SAC her über die Südseite (Mittelgrat oder Bänderroute). Von Bargis über den Südgrat.

Panorama:
Herausragender Aussichtspunkt mit weiten Fernblicken. Eckpunkte bilden Wetterstein, Ötztaler Alpen, Adamello, Walliser und Berner Alpen, Schwarzwald.

Namensgebung:
Der Gipfel wird von Einheimischen kurz 'Ringel' genannt, was auf das markant sichtbare Kontaktband zurückzuführen sein dürfte.
Barghis stammt vom romanischen bargias und kann als Schopf, Heustadel gedeutet werden.
PRINT- ODER ONLINE-PUBLIKATIONEN ZU DIESEM GIPFEL (AUSWAHL)
Filidor plaisir ALPIN (2008)
 
WETTER-AUSBLICK
Wettervorhersage für Ringelspitz (Quelle: meteomedia.de)
 
LAWINEN-AUSBLICK
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
Nr. 5 vom 01.09.2015
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Hanspeter Willi, Reto Baur, Marcel Manhart