Verhältnisse - Detail

Gipfel: Vorstegg und Heitlistock, 2146 m.ü.M.

Route: Unbeschriebene Route

Sputnik

Verhältnisse

16.05.2010
1 Person(en)
ja
Vorstegg (2082m): Als ich kurz nach acht Uhr morgens in Melchtal (884m) mit dem Postauto ankam war der Himmel Wolken verhangen und es regnete genügend stark um nach einer Stunde draussen nass zu sein. So lief ich wie schon vier Tage zuvor beim Höchgrat (2019m) mit dem Schirm los. Nach der Überquerung der Melchaa stieg der Bergweg steil durch ein Waldstück und über eine sehr nasse Weide zum Fahrsträsschen an welches ich in der Nähe P.1038m erreichte. Nun folgte der gemütlichste Teil der ganzen Tour, denn ich konnte dem Strässchen bis zur Alp Arni (1544m) folgen wobei die wenigen Zentimeter Schnee auf dem Asphalt oberhalb 1200m kaum störend wirkten. Mangels Unterstandmöglichkeiten lief ich bis zur Alp durch und stellte dort fest dass eine Jägerhütte geöffnet ist. Dort rastete erst einmal im Trockenen und bevor es weiterging rüstete ich mich auf Winterbergsteigen um. Mit Gamaschen und Schneeschuhen wanderte ich zuerst noch wenig ansteigend zur Bergwegabzeigung auf etwa 1575m im sogenannten Kessel vom Chalbertal. Nun ging es immer steiler werdend bergauf und ab 1750m wurde der schwere Schnee dann auch tiefer was harte Spurarbeit forderte. Auf halber Strecke zum Sattel P.2045m hörte der Schneefall auf und die Sicht wurde plötzlich besser, dafür wühlte ich bis in den Sattel wie ein Schneepflug. Irgendwann stand ich im namenlosen Pass. Nach einer kurzen Trinkpause liess ich den Rucksack zurück und spazierte über den breiten Westgratrücken auf den Gipfel vom Vorstegg. Die Aussicht war leider wegen vielen Wolken zu den umliegenden Gipfel getrübt, dagegen war es spannend die Nassschneerutsche von der steilen Grasflanke unterhalb Wandelen und Astelhorn zu beobachten welche über eine darunterliegende Wand herunterdonnerten. Nach einer eher kurzen Gipfelrast wanderte ich zurück zum Rucksackdepot. Schwierigkeiten Vorstegg: T2 oder WT4-5 mit Schneeschuhen.
Heitlistock (2146m): Schon vom Sattel P.2045m sah der Vorgipfel auf dem Ostgrat ziemlich heftig aus, doch wegen dem feuchten Schnee und der hohen Gefahr von Nassschneerutschen schied eine Umgehung in seiner Südflanke aus. Aus Erfahrung dass aus der Nähe gesehen in den Bergen alles wieder anders ausschaut machte ich mich mit Schneeschuhen auf den Weg über den Grat zum Heitlistock. Nach dem ersten grösseren Grataufschwung verengte sich der Grat und ich zog die Schneeschuhe aus und liess sie auf dem Grat zurück. Zu Fuss liess sich der Grat trotz 30cm Neuschnee bis unter den Vorgipfel gut begehen, an zwei Aufschwüngen musste ich jedoch die Hände benutzen um dort sicher hochzukommen. So stand ich vor der Schlüsselstelle vom Heitlistock Ostgrat, einem eingeschneiten, 25m hohen und sehr steilen Aufschwung zum Vorgipfel. Nach rechts bricht die Kante über eine Wand ab, links der Kante findet man extrem steiles Grasgelände. Ich zog die Steigeisen an und kletterte über den luftigen Grat empor. Die Eisen griffen bestens, doch ein Pickel dazu wäre auch kein Luxus gewesen. So musste ich immer die Felsen vom Schnee befreien um sichere Griffe zu finden. Nach der tollen Kraxelei erreichte ich den Vorgipfel, wo ich erstmals eine Zwangspause machen musste da meine Finger das "liebe" Hornigeln bekamen weil ich vergass Handschuhe anzuziehen. Nachdem ich die Schlüsselstelle hinter mir hatte war der Aufstieg zum höchsten Punkt fast wie ein Spaziergang, leider nebelte sich der Gipfel aber ein und es bagann wieder zu schneien. So gewährte mir der Heitlistock scheue Blicke auf wenige Nachbarberge von seinem Gipfel mit dem schönen Steinmann. Auf dem gleichem Weg machte ich mich auf den Rückweg zum Sattel P.2045m wobei der Abstieg vom Vorgipfel dank den nun schneefreien Felsen viel einfacher war als der Aufstieg. Unterwegs sammelte ich noch die Schneeschuhe welche ich erst für den Abstieg vom Sattel brauchte. In flottem Tempo war ich bald wieder bei der Jägerhütte auf der Alp Arni. Hier verputzte ich mein restliches Essen und wanderte, nun ohne Regenschirm, zurück ins Tal. Schwierigkeiten Heitlistock Ostgrat: T5 / Fels I+, mit Schneeschuhen unterer Gratteil WT5.
Zahlreiche kleine bis mittlere Abgänge von Nassschneerutschen an den steilen Grashängen (SO-Seite) unterhalb Wandelen und Astelhorn. Dabei rutschte der Neuschnee bis auf den Grund (nasses Gras) ab.
Schneeschhe zum Pass P.2045m wohl noch einige Zeit nötig da noch mächtige Altschneeschicht ab 1750m vorhanden. Sobald es wieder wärmer wir sind die Gipfelaufstiege ab P.2045m über die Grate aber schneefrei.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
Für weitere Fotos und Infos siehe: http://www.hikr.org/tour/post23280.html
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18.05.2010 um 07:13
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