Verhältnisse - Detail

Gipfel: Teufelstalwand, 1800 m.ü.M.

Route: Laura (7a)

Ruedi Bergsport Urs Odermatt

Verhältnisse

15.06.2018
2 Person(en)
Sehr wenige (max. 5 Personen)
ja
Ausgezeichnet
Laura gehört meiner Meinung nach zu den absolut besten Rissklettereien überhaupt. Die Kletterei spielt sich zu 100% in sehr steilen Rissen ab. Wer Fingerlocks und thin hands nicht beherrscht wird die Bewertung als hart empfinden. Mit den entsprechenden Grundlagenkenntnissen im Jammen passt es aber. Trotzdem ist die Route wegen ihrer anhaltenden Schwierigkeiten und der Steilheit sehr fordernd. Die Standplätze sind gebohrt, ansonsten steckt kein einziger Haken. Die Materialangaben der Erstbegeher passen gut. Da es sich wirklich durchgehend um Risskletterei handelt, lässt sich die ganze Route auch perfekt absichern.
1.Sl. 5a grasig über Stufen
2.Sl. 5c schaut von gegenüber fürchterlich aus, entpuppt sich aber als perfekter Warm up mit etwas Kamin und einem schönen Handriss.
3.Sl 7a Fingertipp (zumindest für mich) mit einer fiesen Stelle zum Stand hin. Genügend kleine Cams mitnehmen.
4.Sl 6b+ extrasteile, sehr athletische Kletterei. Nicht ohne
5.Sl 6c perfekte thin hand und Fingerriss Verschneidung. Grossartig
6.Sl 6b herrliche Rissverschneidung hoch und dann etwas unübersichtlich weiter. Der Stand ist ein wenig versteckt links in einer Nische. Nicht das Off With hoch klettern!
7.Sl 6c+ (7a+?) schönen Riss hoch, ein grosser Cam hilft. Danach extra steil eine V-Förmige Verschneidung hoch. Oder doch links die Kante klettern? Wir fanden diese Länge technisch extrem schwierig. Fühlte sich für mich nach 7a+ an. Aber vielleicht hatten wir etwas übersehen oder waren einfach schon müde....
8.Sl 6b+ Thin hand und Handriss wie im Yosemite. Das es so was im Urnerland gibt, hätte ich nicht erwartet. Diese Länge dürfte gerne doppelt so lange sein. Was für ein Genuss.
9.Sl 6c Genialer Fingerriss mitten durch die Platte. Technisch schwierige Fingerrisskletterei vom Feinsten.
10.Sl 6a Nicht zu unterschätzende Kletterei. Zuerst eine Wandstufe (die einzigen Meter ohne Riss) hoch zu einem extrasteilen Handriss. Echt toll. Zum Schluss kommt noch ein Ausstiegskamin mit einem ziemlich fiesen Überfall zum Ausstieg.
Vom Ausstieg dann denn Wegspuren entlang hoch. Das Seil auf dem Rücken, bereits in den Turnschuhen, war das noch exponiert. Beim ersten Bohrhaken dachte ich mir schon, dass da wohl gesichert wird. Beim Zweiten realisierte ich erst, dass wir in der letzten Seillänge (5a) des Alpentraums sind. Wer Laura bis hierher schafft, kommt problemlos seilfrei durch, runterpurzeln sollte man aber besser nicht.
Momentan ist die Schlüsselstelle noch ein wenig feucht, ging aber trotzdem besser als wir zuerst dachten. Bis Morgen sollte es getrocknet sein.
Die Route geht gut im Sommer, allzu spät im Herbst dürfte es dann recht frostig werden.
LAWINEN-PROGNOSE
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
WEBCAMS (im Umkreis von 5km)
 
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16.06.2018 um 10:37
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