TourenFührer - Gipfel

Hanspeter Willi

Gipfel: Unterer Drachenberg/Drachenberg, 2605 m.ü.M.

Unterer Drachenberg/Drachenberg
2605 m.ü.M.
CH - Glarus - St. Gallen
750260 | 199355 (Schweiz)
46:55:42:N | 9:24:43:E
Südlichste Erhebung des vom Pizol her in Richtung Südost verlaufenden Gipfelkammes.

Aufbau:
Der Untere Drachenberg bildet einen von Nord nach Süd abfallenden, von imposanten, mehrheitlich steilen Wänden getragenen, schuttbedeckten Dachfirst.
Vom Oberen Drachenberg (2626 m) ist er durch den markanten Einschnitt der Drachenberglücke (2540 m) abgetrennt.

Gestein:
Kalk (Malm, Kreide).

Normalweg:
Ab Drachenloch über die Rinnen der Ostflanke.

Erste dokumentierte Besteigung:
30.7.1889 - Dr. Walter Gröbli mit Führer David Kohler, von Norden aus der Drachenberglücke mit anschliessendem Abstieg über die Ostflanke zum Drachenloch.

Panorama:
Im Nordosten geht der Ausblick über das Rätikon hinweg bis in die Arlbergregion. Ostwärts reicht die Sicht bis in die Ötztaler Alpen. Die Silvretta und die Albulaberge folgen Richtung Südosten, davor das Calandamassiv. Gegen Süden hin dominieren die Berninaalpen und die Gipfel der Plattagruppe.
Es folgen die Adulaalpen, dann sperren die umliegenden, höheren Gipfel die Fernsicht.

Namensgebung:
Der Name 'Dragga' passt von der regionalen Aussprache her nicht zur heute üblichen Bezeichnung 'Drachen' und ist mit grosser Wahrscheinlichkeit romanischen (dracca bedeutet dort feucht, nass) Ursprungs.
Er dürfte aber Pate gestanden haben für die heute verwendeten, sinnstörenden Eindeutschungen 'Drachenloch' und 'Drachenberg'. Da in der den Jägern und Hirten seit alters her bekannten, imposant in der Wand thronenden Höhle in früheren Zeiten wiederholt tierische Überreste wie Knochen und Zähne gefunden wurden, wurde sie vom ursprünglichen 'feuchten Loch' dem Zeitgeist des ausklingenden 19. Jahrhunderts entsprechend zur Drachenbehausung hochstilisiert.
Der Gipfelstock wurde erstmals 1836 als 'Draggaberg' in der geographisch-statistischen Schilderung des Kantons St.Gallen aufgeführt.

Die Dufour- und später die Siegfriedkarte führen ihn bereits 1859 als Drachen B. mit einer Höhe von 2616 m, ab 1889 dann als Drachenberg mit einer Höhe von 2635 m.
Ab 1961 werden dann 2 Gipfelpunkte angegeben - 2605 m für den Unteren und 2626 m für den Oberen Drachenberg.

Der SAC-Führer bezeichnet den Gipfelstock in der 1. Auflage von 1916 als Drachenberg, weist aber bereits auf die sinnstörende Verdeutschung des Namens hin. Ebenso findet bereits eine Unterteilung in den Unteren (ca. 2600 m) und den Oberen Drachenberg (2635 m) statt.
In der 2. Auflage von 1925 wird er korrekt als Draccaberg aufgeführt. Ab der 3. Auflage von 1958 wird er dann aber wiederum eingedeutscht als Drachenberg bezeichnet. Gleichzeitig wird die Höhe mit 2605 m für den unteren und 2637 m für den Oberen Drachenberg angegeben. In der 4. Auflage von 1988 wird die Höhe des Oberen Drachenbergs auf ca. 2645 m korrigiert.

Eigenständigkeit des Gipfels - Prominenz: 64 m
Bezugsscharte: Drachenberglücke (2540 m)
Prominence master: Oberer Drachenberg (2626 m)
Definition: Meter über dem tiefsten Punkt zur nächsthöheren Erhebung.

Eigenständigkeit des Gipfels - Dominanz: 0.2 km
Dominance master: Oberer Drachenberg (2626 m)
Definition: Abstand zum nächstgelegenen, gleich hohen Punkt am Fuss oder Hang eines höheren Berges.
WETTER-AUSBLICK
Wettervorhersage für Unterer Drachenberg (Quelle: meteomedia.de)
 
LAWINEN-AUSBLICK
SLF Lawinenkarte (Quelle: slf.ch)
 
Nr. 10 vom 09.12.2017
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Hanspeter Willi

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