TourenFührer - Route

Gipfel: Kilimanjaro / Kibo - Uhuru Peak / Kilimandscharo, 5895 m

Günter Joos (Gringo)

Route: Umbwe und Western Breach

Umbwe und Western Breach
Berg-/Hochtour (Sommer)
4300 m
Von den sechs derzeit zur Verfügung stehenden Aufstiegsrouten zum Kilimanjaro ist die Umbwe die steilste. Kombiniert mit dem Gang durch die Western Breach ergibt sich der anspruchsvollste und direkteste Zustieg zum Uhuru Peak. Diese Variante ist und bleibt wohl die mit Abstand am wenigsten begangene Route am Kilimanjaro.

Wer sich bereits an einem weiteren hohen Berg, wie etwa dem Mount Meru oder am Mount Kenia akklimatisiert hat, kann diese Route bedenkenlos als 5-Tages-Tour angehen:

1. Etappe: Umbwe-Gate (1650 m) - Umbwe Cave Camp (2850 m)
Entgegen zahlreicher Publikationen im Internet und anderswo würden wir diese Strecke als wirklich moderat bezeichnen. Offensichtlich ist diese Route erneuert worden, geht man doch bis kurz vors Camp auf einem bestens ausgebauten Pfad, der erst ganz zum Schluss mal steil wird. Sehr schöne und eindrucksvolle Wanderung durch dichten und artenreichen Bergregenwald. Gehzeit: 4 bis 5 h.

2. Etappe: Umbwe Cave Camp - Barranco Camp (3950 m)
Diese Etappe entspricht den Erwartungen, welche wir an die Umbwe-Route stellten. Der Pfad ist noch wirklich "naturbelassen", und es geht sehr steil zur Sache. Ausdauernde und geübte Hochgebirgswanderer brauchen aber auch diese Etappe nicht zu fürchten. Allerdings kann es während oder nach Regenfällen gehörig glitschig und matschig werden. Diese Wanderung führt vom Bergregenwald in die Erikagewächs- und Senecienwaldzone.

Mit Ankunft im Barranco Camp ist es dann vorübergehend vorbei mit der Ruhe, da dort Umbwe, Machame und Shira bzw. Lemosho zusammentreffen. Dennoch ein wunderschönes Lager mit tollem Blick auf den Kibo und auf die Breakfast Wall, welche anderntags von den Barafu-Leuten (die absolute Mehrheit!) überwunden wird.Wenn man sich ein Stück weit vom Lager entfernt, kann man auch Blicke in die Great Brarranco genießen. Es handelt sich hierbei um die markante Schlucht, welche sich östlich parallel zur Umbwe-Route einschneidet.

3. Etappe: Als Alternative zur Normalroute über Karanga- und Barafu-Camp zum Gipfel gehen wir die Variante Western Breach (auch Lava Tower Route genannt), die uns zunächst ins Arrow Glacier Camp (ca. 4850 m) führt. Optional kann auch das Lava Tower Camp (4640 m) als Nächtigungslager gewählt werden. Man hat dann am Gipfeltag etwa eine Stunde mehr zu gehen. Die Route bis zu den beiden Camps bietet keinerlei technische Schwierigkeiten, führt aber nun schon in ansehnliche Höhen, wo es bei schlechter Akklimatisierung durchaus zu Komplikationen kommen kann.

Landschaftlich gesehen geht´s hier nach dem Motto "barren is beautiful". Die Vegetation verschwindet nach und nach, am Schluss bleibt nur noch karges, schroffes Vulkangestein.

4. Etappe: Der Gang durch die Western Breach erfolgt nachts. Der Kraterrand wird normalerweise bei Tagesanbruch erreicht. Vom Krater aus ist es vielleicht noch eine weitere Stunde bis zum Uhuru Peak, dem höchsten Punkt Afrikas. Für geübte Bergsteiger dürfte die Western Breach bei guten Bedingungen kein größeres Problem darstellen. Die schwierigsten Passagen sind höchstens 2, meist 1, bzw. mehrheitlich Wandergelände zwischen T4 und T5. Es ist eher die Auffindung der Route bei Nacht, die eine gewisse Umsicht verlangt. Diese wird aber normalerweise durch den Führer übernommen. Man sollte bei der Begehung der Western Breach sicherheitshalber einen Steinschlaghelm tragen. Zudem sollte man für alle Fälle die Steigeisen im Gepäck dabei haben. Den Pickel braucht es eigentlich nicht, Gehstöcke sollten ausreichen.

Nach Erreichen des Uhuru Peaks steigt man über die Barafu-Route ab (Normalweg der Machame und der Lemosho-Route). Dieser Abstieg ist bei Trockenheit eine sehr staubige Angelegenheit.Entweder verbringt man dann die letzte Nacht am Berg im Millenium Camp (3820 m) oder im Mweka Camp (3100 m).

5. Etappe: Abstieg über die gut ausgebaute Mweka Route zum Mweka Gate (1650 m). Zum Abschluss erleben wir nochmals einen für die Südrouten typischen, wunderbar üppigen Bergregenwald.
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Nr. 1 vom 09.01.2015
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