TourenFührer - Route

Gipfel: (erste) Veneziaspitze / Cima Venezia, 3386 m

AndréTT

Route: Überschreitung: Schönblick – Zufallhütte – Martellhütte – Hohenferner – Köllkuppe – SW-Grat – Venziaspitze – II. Veneziaspitze – III. Veneziaspitze – Scharnferner – Gletscherlehrpfad – Staudamm – Zufallhütte - Schönblick

Überschreitung: Schönblick – Zufallhütte – Martellhütte – Hohenferner – Köllkuppe – SW-Grat – Venziaspitze – II. Veneziaspitze – III. Veneziaspitze – Scharnferner – Gletscherlehrpfad – Staudamm – Zufallhütte - Schönblick
Berg-/Hochtour (Sommer)
1350 m
12.0 Stunden
Zufahrt:
Von Westen nach dem Reschenpass (1507 m) fährt man auf der SS 40 und ab Spondinig auf der SS 38 durch den Vinschgau Richtung Meran. Nach dem Ort Schlanders (Silandro) biegt in Goldrain (Coldrano, 662 m) nach Süden die Straße ab (braunes Schild Martelltal) nach Martell (Martello). Wer von Osten (Meran) anreist, kommt auf der SS 38 über Meran dorthin (662 m). Im Sommer gibt es alternativ die Anreise von Norden durch das Ötztal über mautpflichtiges Timmelsjoch (2474 m) und durch das Passeiertal auf der SP 44 nach Meran. Von Martell führt die Straße weiter taleinwärts in 10 Kehren hinauf zum 1800 m hoch gelegenen Zufritt-Stausee (Lago di Gioveretto). An dessen Westufer vorbei führt das Teersträßchen südwestwärts in weitern 8 Kehren hinauf zum Alpengasthof „Enzian“. Der kostenpflichtige Parkplatz „Schönblick“ befindet sich an linker Straßenseite kurz dahinter (2055 m). Unterhalb des Münzautomaten gibt es ein öffentliches WC mit warmen Wasser und daneben Abfallcontainer. Oberhalb endet das Sträßchen für öffentlichen Fahrverkehr. An linker Straßenseite folgt dann die Talstation des Materialseillifts zur Marteller Hütte, danach an rechter Straßenseite jene des Versorgungslifts zur Zufallhütte.
Route: (15 km, Schwierigkeit: T6- / WS / K2):
Vom Parkplatz führt unbefestigte Straße südwärts zu einer Brücke in einer Linkskurve über den Plima-Bach. Davor biegt man rechts bei einem Wegweiser ab und steigt über eine Weidewiese auf rot-weiß signalisierten Wanderweg Nr. 151 aufwärts in den Fichtenwald (Richtung Zufallhütte). Bei einer Weggabelung hält man sich links. Anschließend trifft man auf den Wanderweg 36, der von linkem Tal hinaufkommt. Auf diesem südostwärts im rechten Bogen um die Anhöhe halb rum, auf welcher die Zufall-Hütte steht. Vor dem ehemaligen Bad-Haus zweigt der Gletscherlehrpfad zur Hängebrücke ab. Nach 30 min. hat man die Zufall-Hütte erreicht (Rifugio Nino Corsi, 2265 m). Bereits 1882 erbaute diese die ehemalige DÖAV-Sektion Dresden. Während des I. Weltkrieges wurde dort ein österreichisch-ungarisches Nachschub-Lager errichtet. Nach dem Krieg wurde die Hütte geplündert und verfiel. 1927 wurde diese von der CAI-Sektion Mailand wieder aufgebaut und nach dem Ski-Alpinisten benannt. Seit 2015 verwaltet das Land die Hütte durch Pachtvergabe und Sanierungsmaßnahmen. Zwischen der Hütte und der Kapelle stehen Informationstafeln zum Geschehen an der Ortler-Front im I. Weltkrieg. Links vorbei am ehemaligen Schlachthaus an einer Felswand wandert man auf dem Weg Nr. 103 südwärts hinauf ins obere Martelltal. Nach 20 min. erreicht man das Nordende eines aus Felssteinen gebauten Staudammes. Um durch Gletscherausbrüche bedingte Flutkatastrophen zu verhindern, wurde diese Talsperre 1893 fertig gebaut. Beim Wegweiser (P 2313) biegt der rot-weiß markierte Weg links ab und führt über die Hälfte der Dammkrone bis zu nächstem Wegweiser (Richtung: Marteller Hütte), wo man über eine kurze Leiter den Damm verläßt. Auf dem Rückweg kommt man hier wieder an. Unterhalb der Seile der Materialseilbahn zur 1981 gebauten Marteller Hütte wandert man in südliche Richtung links vom Plimabach taleinwärts. Nach einer Linkskurve beginnt der Aufstieg zum Teil über Stufen zur Hütte der AVS-Sektion Martell (2610 m), die man nach 50 min. erreicht. Über deren Terrasse geht man zum dortigen Wegweiser. Von hier hat man schöne Aussicht auf die Gletscher im Süden und Westen. Der Wanderweg Nr. 103 führt südwärts wenige Meter hinab zur Unteren Konzenlacke. Dort gabelt sich rot-weiß signalisierter Bergweg. Während der 103 über den Fürkeleferner zur Fürkelescharte führt, hält man sich links. Auf dem Weg Nr. 27 folgt in südliche Richtung der schwarzen PVC-Leitung zur Wasserversorgung der Hütte, bis diese links an einem Bach in einer Felsnische endet. Weiter über eine Moräne aufwärts zu einem Geröllhang, wo Steinmandl und rot-weiße Striche nun nach links (ostwärts) weisen. Nach Gletscherschliff und losem Blockwerk gelangt man zu einer Stange vor einem kleinen Schmelzsee am unteren Rand des Hohenferners (80 min.). Der See wir links umgangen, nicht rechts, wo ein Bacheinschnitt sich befindet. Der spaltenarme, nicht spaltenlose Gletscher wird südwärts überschritten. Anfangs nicht steiler als 15° hält man sich mehr an linker Seite (in Aufstiegsrichtung gesehen). An rechter Seite sieht man einen Steinmann auf einer Seitenmoräne. Über diese könnte man wohl auch aufsteigen, jedoch erscheint die Route über Geröll zeitaufwendiger. Erst am oberen Schluß wird der Gletscher bis zu 30° steil. Je nach Schneeverhältnisse hält man mehr rechts zum Felsgrat hin. Im Winter mehr links fast direkt zum Gipfel der Köllekuppe. Nach 1 Std. gelangt man auf den Westgrat. Über diesen verläuft unmarkierte Route Weg (Nr. 27A) zum Hohenferner Joch. Auf dem Grat hält man sich jedoch links und kraxelt in 20 min. zum westlichen Vorgipfel (P 3305), wo ein Holzmast steht. An diesem befindet sich die Box für das Gipfelbuch, sowie eine gebleichte Baumwurzel aus der hälftig eine gekrümmte Jesusfigur künstlerisch geschnitzt wurde. Dieses 2012 errichtete Kreuz erinnert an 30 Jahre unfallfreie Einsätze des Bergrettungsdienstes des AVS Martell. In östliche Richtung kraxelt man unschwierig weiter in 5 min. zum Hauptgipfel der Köllkuppe (Cima Marmotta, 3330 m). Auf dem steht nur noch der Holzschaft einstigen Kreuzes, dem der Querbalken inzwischen fehlt. Stattdessen band man einen Felsstein daran. Es beginnt nun eine alpine Kletter- und Kraxeltour in nordöstliche Richtung. Meist folgt man direkt über den Grat. Sporadisch findet man Trittspuren vor. Entweder überklettert man ersten Felsturm (P 3326) direkt (sehr luftig), oder umgeht ihn durch die rechte (südliche) Flanke. Dabei steigt man jedoch nicht tiefer ab als 70 m. Die nächsten beiden kleinen Zwischengipfel (P 3300 und 3321) überläuft man problemlos. Der Grat wird nun etwas ausgesetzter. Dann geht man den Südwestgrat der Veneziaspitze an. An linker Seite eines Felszackens hängt eine Gedenktafel, die an einen am 7.8.2010 verunglückten 54-Jährigen erinnert. Bis auf die eine Stelle darüber ist dieser Gratabschnitt nicht besonders schwierig. Eine ca. 5 m hohe senkrechte Felsschwelle muss kletternd überwunden werden. Sie bietet zwar in Rissen Griff und Tritt. Aber muss für den Vorsteiger, oder Solisten beherrscht werden (Schwierigkeit K2). Einfacher wird’s, wenn man zweckmäßig mehrere Bandschlingen mitnimmt, um damit sich eine Tritt- und Greifschlinge daran zu befestigen mit Mini-Friend, oder Klemmkeil in schmalen Rissen verankert. Nach 80 min. erreicht man die dreieckige, verrostete Vermessungs-Stele des IGM aus dem Jahr 1935 auf der Veneziaspitze. Ab hier verläuft die Route unschwieriger weiter über zum Teil erkennbare Trittspuren. Stets nordostwärts folgt man dem Felskamm zu erster Scharte hinab und zur II. Veneziaspitze (3371 m) hinauf (35 min.). Diese ziert eine dünne Rohrstange, an welcher jemand ein Querbrett anband, so dass diese an ein Kreuz erinnert. Danach steigt man in 30 min. unschwierig ab in nächste Scharte und über einen Zwischengipfel (3349 m) hinauf zur III. Veneziaspitze (3358 m). Auf der steht ein aus abgebrochenen Holzlatten zusammengebasteltes Kreuz. Der Abstieg von der III. erfolgt immer noch in nordöstliche Richtung über eine selbst im Sommer noch vorhandene Wächte, von der man sich rechts (südlich) hält bis zu einem Steinmann auf dem weiterführenden Felsgrat zum Hinteren Schrankogel (20 min.). Hier verläßt man den Grat und steigt über den Schranferner ab. Auf diesem gibt es im mittleren Bereich mehrere durchgängige Querspalten. Darum umkurvt man den Gletscher in Abstiegsrichtung anfangs stark rechts haltend (weiter nordostwärts) bis zu seinem rechten Rand. Dort dreht man im linken Bogen abwärts bis in nordwestliche Richtung zur Endmoräne. So umgeht man die Spalten, bis auf zwei schmale, die man überschreitet. Nach 1 Std. hat man die Geröllstufe mit den Hinterlassenschaften des Gletschers erreicht. Von hier weglos hinab in Richtung P 2891 in der Mitte zwischen dem blauen Schmelzsee rechts und grünen Schmelzsee links (in Abstiegsrichtung gesehen). Von dort Steinmandl folgend nordwärts hinauf trifft man nach 10 min. auf rot-weiß markierten Weg-Nr. 37A. Diesem folgt man hinauf und dann über eine Nordmoräne hinab zur Begegnung mit Bergweg Nr. 37 (Wegeweiser), wo man sich rechts hält (55 min.). Nach links kommt man zur Marteller Hütte. Man hält sich jedoch rechts und wandert über den Gletscherlehrpfad in nördliche Richtung an einer Bank neben einem Tümpel vorbei bis es nach links in nordwestliche Richtung hinab geht zum Wasserfall vom Plimabach (30 min.). Von hier erreicht man die darunter liegende Brücke über den Bach und läuft zur nahen Staumauer (10 min.). Auf der erreicht man den Wegweiser oberhalb der Leiter, wo man morgens hierherkam (5 min.). Ab hier zurück, wie aufgestiegen (50 min.). Alternativ über die Hängebrücke und über die beiden Aussichtsbrücken des Gletscherlehrpfades Nr. 37 (60 min.).
ggfs.Gletscherausrüstung
Ergänze diese Route (Überschreitung: Schönblick – Zufallhütte – Martellhütte – Hohenferner – Köllkuppe – SW-Grat – Venziaspitze – II. Veneziaspitze – III. Veneziaspitze – Scharnferner – Gletscherlehrpfad – Staudamm – Zufallhütte - Schönblick) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Füge dieser Route (Überschreitung: Schönblick – Zufallhütte – Martellhütte – Hohenferner – Köllkuppe – SW-Grat – Venziaspitze – II. Veneziaspitze – III. Veneziaspitze – Scharnferner – Gletscherlehrpfad – Staudamm – Zufallhütte - Schönblick) deine eigenen Fotos hinzu.
Nr. 1 vom 16.08.2020
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