TourenFührer - Route

Gipfel: Gross Lobhorn / Lobhorn, 2566 m

Gipfelfrau

Route: Überschreitung der Lobhörner von Ost nach West

Überschreitung der Lobhörner von Ost nach West
Klettertour
165 m
3.0 Stunden
Von Sulwald (1520 m, Bergstation der Luftseilbahn Isenfluh-Sulwald, www.isenfluh.ch) folgt man dem Wanderweg via Suls (1900 m) und über den «Schwarze Schopf» (2285 m) zum östlichen Fuss der Lobhörner (2400 m). Die Überschreitung führt von Ost nach West bis aufs Grosse Lobhorn (2565 m).
Die Überschreitung der Lobhörner bietet abwechslungsreiche Kletterei mit der ganzen Palette zwischen 4c und Gehgelände und mit einer fantastischen Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau auf der einen Seite und auf den Thuner- und Brienzersee auf der anderen Seite. Da man praktisch immer auf der Südseite der Lobhörner klettert, ist die Tour auch dann möglich, wenn der Zustieg im Herbst oder im Frühling bereits bzw. noch Schnee hat. Die folgenden Angaben zur Schwierigkeit der Seillängen mit Stand-zu-Stand-Sicherung stammen von Jürg von Känel (Topo von 2003: www.verticalsport.ch/downloads/topos/lobhoerner.pdf). Diese sind mit Bohrhaken abgesichert. Auf den einfacheren Abschnitten kann man wo nötig gut selber absichern.

Der Einstieg ist einfach zu finden. Da wo der Wanderweg auf den Felsaufschwung der Lobhörner trifft, folgt man dem Weg noch wenige Meter bis unter einen Felsvorsprung, der sich gut für ein Depot eignet. Unmittelbar rechts davon startet die erste Seillänge. Diese wird von Jürg Känel mit 3c bewertet, der Start hat es aber in sich, weil der Fels ziemlich abgegriffen und speckig ist... Nach dem ersten Aufschwung geht’s auf einem Band nach rechts hoch zum ersten Stand. Diesen kann man auch auslassen und die zweite Seillänge (4b) gleich anhängen. Für die erste Seillänge gibt es auch eine Variante 5m weiter rechts, 1 Bh, nicht speckig aber etwas brüchig, ca. 3c. Die 2 SL führt bis auf eine Schulter, wo man selbst einen Stand einrichtet oder noch ein paar Meter bis zum Fuss eines Felsrinnensystems aufsteigt. Hier gibt es zwei Bohrhaken am Start der dritten Seillänge (4b), welche durch die Rinne rechts der deutlichsten Rinne hochführt. Nun geht’s wenig schwierig über den ersten Turm und über den Grat hinunter an den Fuss des zweiten Turms, den man meist rechts umgeht. Man kann diesen "Daumen" auch erklettern, erst über die Ostkante, dann nach rechts auf einem Bändchen in die Nordseite queren und durch einen Riss hinauf. Abseilen ca. 20m an den Start der 4. SL (4c). Dies ist zweifelsohne die Schlüsselstelle der Tour. Die ersten paar Meter haben es in sich (eher schwieriger als 4c), sind aber mit 4 Haken nun gut gesichert. Sind diese Meter geschafft, geht’s weniger schwierig bis zum Stand. Von hier geht’s in einfacher Kletterei rechts eine Rinne hoch und hinauf auf den Grat, welcher hinüber zum nächsten Felsaufschwung führt. Eine kurze Seillänge (4b) und Kraxelgelände führen auf die Zipfelmütze. Vom Zipfel der Mütze seilt man zweimal 15-20 m ab und steigt dann wieder hoch in den Einschnitt zwischen Zipfelmütze und Kleinem Lobhorn. Statt in der Falllinie abzuseilen, kann man mit etwas Geschick über den Grat in die Scharte abseilen. Das sind genau 25 Meter... Das Kleine Lobhorn muss man nicht besteigen. Man steigt in der Südflanke etwas hoch und quert diese unter dem felsigen Gipfelaufbau. Um den Geländerücken herum gelangt man in die Südwestflanke des Kleinen Lobhorns, durch welche man schräg nach unten in den Einschnitt zwischen dem Kleinen und dem Grossen Lobhorn (3b) klettert. Nun wartet noch die Besteigung des Grossen Lobhorns. Mein steigt über eine kleine Felsplatte und grasdurchsetztes Gelände schräg aufwärts zu einem ersten schmalen Felsband, über welches man durch eine Verschneidung hochsteigt. Wieder über Grasbüschel hinauf (dieses Mal mehr oder weniger in der Falllinie) erreicht man den Start zur Seillänge, die zum Grat führt (4b). Über diesen erreicht man in einfacher Gratkletterei den Gipfel.

Etwas westlich des Gipfels findet man die erste Abseilstelle. Man seilt zweimal ab (15 und 20 m). Nun steigt und kraxelt man hinunter bis zur letzten Abseilstelle. Mit einem 50 m Seil gelangt man bis auf eine kleine Felskanzel wenige Meter über dem «Boden», von wo man einfach abklettern kann. Auf dem Wanderweg südlich der Lobhörner gelangt man zurück zum Einstieg.
PRINT- ODER ONLINE-PUBLIKATIONEN ZU DIESER ROUTE (AUSWAHL)
Filidor Interlaken vertical (2013)
 
Nr. 2 vom 01.07.2018
Versionen vergleichen
9537 mal angezeigt
Brigitte Wolf, Gipfelfrau

Verhältnisse