TourenFührer - Route

Gipfel: Stock, 2484 m

Marcel Leist

Route: Schnagulka

Schnagulka
Klettertour
400 m
6.0 Stunden
Von Partnun (Gasthaus Sulzfluh) 50 m hoch (nach O) zum obersten Hof. An der Kurve, die zum Hof führt startet ein Weg dem Zaun entlang. Diesen über die Wiesen hoch (verliert sich irgendwann) unter die Wand. Man kommt eher von R (S) her zum Einstieg. Wenn man dem südlichen Teil der Wand entlang absteigt ist der Einstieg etwa 20 m nördlich vom untersten Punkt. Der Fels ist dort sehr geschlossen, und ein paar m links ist eine kleine Schlucht und links davon eine deutliche Kante. In ca. 3 m Höhe hängt eine kleine graue Schlinge in einer Sanduhr und etwas darüber sieht man einen goldenen Bh mit einem weißen Streifen darunter. Es gibt keine Schrofen am Einstieg, sondern es geht direkt von der Zustiegshalde geschlossen und steil los. Also nicht verzweifeln, einfach der Wand entlangirren, bis man die Schlinge sieht....
Allgemein:
Die Tour hat einige sehr schöne und originelle Felsstellen, der Ausstieg ist episch-grandios. Das Ganze muss aber auch erkauft werden (ein paar Graspassagen, ein paar splittrige Stellen). Die Absicherung ist alpin gut-sehr gut (aber nicht plaisir). Die Schlüsselstelle lässt sich A0 deutlich erleichtern, aber andere Stellen sind relativ zwingend (schwere Stellen so, dass man Füsse bis zu 1 m über dem letzten Bh hat, bis man wieder einhängen kann. Ein Satz Cams (wir hatten 4, die gut reichten) ist relativ zwingend, schon um die Stände zu verstärken. Es gibt für heisse Sommertage nicht all zu viele W-seitige Touren in der Gegend. Allein daher kann es sich lohnen. Allerdings ist die Wand leicht nach SW gedreht, so dass die Sonne doch relativ früh reinscheint. Rückzug aus der Wand scheint oberhalb der 6c-Länge ohne Materialverlust unmöglich. Allerdings könnten sehr gute Grasgeher vom großen Grasband eventuell Richtung SW absteigen und so zu Fuss bis unten kommen. Der Mittelteil im Gras sollte nicht abschrecken. Es ist wie bei den Kleinvenedig-Touren flach und leicht zu finden.



SL1 (45 m, 6+): Es geht gleich richtig und anspruchsvoll zur Sache: zur Sanduhrschlinge und dort waagrecht nach R, dann erst hoch. Dann immer den Bh nach. Achtung: den 3. Bh klippt man, ohne ihn zu überklettern. Man quert darunter nach L durch und steigt dann erst hoch. Die crux kommt zwischen 3./4. Bh. Man bewegt sich da wieder nach L oben. Für die Stelle lohnt es sich, sich warm zu machen, da man gut stehen und dabei kleine scharfe Griffe halten muss, um dann L eine Schuppe zu erreichen. Danach einfach schräg nach R oben zu Stand an EINEM Bh plus Köpfelschlinge (flaches Köpfel).
SL2 (46 m, 5-): Sieht grasig und brüchig aus. Es geht gleich die erste Rinne hoch und die Absicherug ist für die Schwierigkeit sehr gut. Kletterei ist besser als sie aussieht. Wer da gut spreizt und schiebt kommt in durchwegs festem Fels nach oben, und auch mit etwas Spass. Das oberste Stück ist einfach übers Gras zu gutem Stand (2 Bh mit Schlinge).
SL3 (30 m, 7-): Superplatte, wirklich toll rauh und mit Schüppchen genau da wo man sie braucht. Löst sich gut auf. Stand am letzten Bh im geschlossenen Fels vor der schrofigen Rampe, daneben liegt ein guter Cam. Alternativ kann man SL4 anhängen, aber nur wenn man 55 m Seil hat.
SL4 (25 m, 5-): Die grasige Rampe nach R. Es gibt 1 Bh und 1-2 gute Placements für Cams. Nach dem großen Grasfleck geht es eine Rinne hoch (nicht ganz einfach mit dreckigen Sohlen) und nach L zu Stand. Die SL könnte man getrost streichen, aber ab jetzt wird‘s gut und ständig besser....
SL5 (35 m, 7): Vom Stand über den Rasenfleck L hoch zu Bh auf Platte (beim Rasenfleck gibts ein gutes Cam-Placement). Den 1. Bh NICHT überklettern, sondern darunter waagrecht nach L queren (ernsthafter Test der Sohlenreibung: aber es hält). Dann in der Rinne hoch zum 2. Bh. Dessen Überkletterung ist die Crux. Man hat einen rissartigen Griff und muss sehr gut anstehen und Füsse nachsetzen, um weiter oben den Piazgriff im Riss zu bekommen. Man steigt aus der Plattenwand nach leicht R oben aus (Runout), wo man versucht, die scharfe Kante am Ende der Platte (fast senkrecht) zu erreichen. Man mantelt dann hoch und kommt einfach zum Stand.
SL6 (60 m, 7+): Vom Stand einfach hoch zum 1. Bh. Diesen NICHT überklettern, sondern nach L in die Höhle, dann nach R über den Höhlenrand zum 2. Bh (lang einhängen). Von dort kommt die Crux 1,5 m nach R zum 3. Bh. Dort gute Löcher und fast waagrecht weiter nach R zum Piazriss. Man kann dort noch einen Cam unterbringen, aber insgesamt ist es recht griffig und es kommt auch bald wieder ein Bh. Am Schluss steigt man mit einem mantle aus der steilen Verschneidung aus in die Schrofen/Wiese und geht einem kleinen Felsgrat entlang hoch zum deutlichen geschlossenen Felsriegel. Irgendwo muss da noch ein Stand sein (eventuell etwas L halten?). Wir konnten den nicht entdecken und sind direkt hoch. Das sind aber leider gut 60 m, bis man an den rechten Rand des Felsriegels kommt (dort sehr gute Risse für Stand an Cams). Lösung für 50 m Seil-Besitzer (wie uns): Wenn der erste oben in der Wiese gut steht (eher flache Wiese), bindet der untere ein Seil aus, der obere zieht das ein, und knüpft es zwischen sich und das andere Seil (damit hat man dann ja theoretisch 100 m Aktionsradius, und der Knoten stört nicht, da ja oben keine Zwischensicherung mehr kommt.
SL7 (150 m, T5): man kann sich hier ausseilen, die Blumen geniesen, und eben einfach die Grasrinnen nach oben zur Verschneidung marschieren. Das Ganze ist leicht zu finden (ohne Nebel kann man gar nicht falsch gehen), und es ist auch nicht schwierig oder gruselig. Wir sind in einem weiteren Bogen nach R ausgeholt und dann wieder nach L gequert (angenehm), aber man kann vermutlich auch relativ direkt die Rinne hoch.
SL8 (40 m, 6+): Am Start gibt es ein schönes Plätzchen, mit ein klein wenig Schatten und sehr viel Gemsengeruch.... Rechts der Verschneidung startet eine neu eingeborte eindrucksvolle Steilplattenroute mit Bh ganz unten als Standmöglichkeit. Der Riss ist ein echtes Highlight. Die Bewertung ist soweit OK, aber das Ganze ist sehr steil und relativ durchgehend. Auch wenn man da gut drüber steht kommt man auf seine Kosten. Am Stand ist ein Bh und ein Stift. Man kann den Stift mit einer Prusikschlinge abbinden, damit man 2 Sicherungspunkte hat. Hinten im Spalt könnte man eine Art Sanduhr zwischen 2 Platten fädeln.
SL9 (45 m, 6+): Einer der besten Risse der Gegend. Sehr durchgehend anspruchsvoll.... Erst steigt man vom Stand ca. 2 m ab, dann tolle Querung an gelbem Fels 3 m nach L und dann gehts ab: klemmen, spreizen, schieben, pressen, Schuppen ziehen... alles ist gefragt. Am Stand (große Höhle) ist nur 1 Bh, aber daneben hält ein kleiner Cam oder Keil super.
SL10 (30 m, 6): Der erste Bh ist zu hoch gebohrt. Es ist aufwändiger, den einzuhängen, als den Quergang einfach so zu gehen. Also vom Stand leicht absteigen und waagrecht 2 m zur Kante queren, waagrecht um die Kante und nochmal 4-5 m weiter nach L ausgesetzt unter Dach entlang. Nach der Stelle, wo man sich ziemlich klein machen muss dann nach oben. Der Fels ist jetzt wieder optimal und rau (unterm Dach etwas splittrig) und die letzten Meter (leicht L halten, in der letzten Platte steckt dort noch ein Bh) sind schön bis zum Stand fast am Gipfel
Abstieg:
Super schön: Blumen – Karstplatten, sehr einsam. Am einfachsten nach Osten bis zum Wanderweg. Sehr schöne Alternative, dem Grat entlang zum Graustein. Der letzte Abstieg zum Sattel vor Graustein ist Steilgras (T5/T6-Gelände). Man kann dort auch in der O-Flanke absteigen (weniger steil und ausgesetzt) und dann über die Schwemmebenen den Wanderweg erreichen.
LAWINENRISIKO-INDIKATOR VON SKITOURENGURU.CH (PROGNOSE)

Lawinenrisikoindikator anzeigen
Ergänze diese Route (Schnagulka) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Nr. 1 vom 19.06.2022
534 mal angezeigt
Marcel Leist

Verhältnisse