TourenFührer - Route

Gipfel: Piccolo Lagazuoi / Kleiner Lagazuoi, Lagazuoi Pizo, 2778 m

Hanspeter Willi

Route: Passo Falzàrego oder Passo di Valparola – Kaiserjägersteig durch die Südwestflanke

Passo Falzàrego oder Passo di Valparola – Kaiserjägersteig durch die Südwestflanke
Alpine Wanderung
673 m
1.8 Stunden
Von der Talstation der Seilbahn zum Piccolo Lagazuoi am Passo Falzàrego steigt man erst wenige Minuten auf der Route Richtung Forcella Travenanzes empor, bis ein Pfad in nordwestlicher Richtung über Gras und etwas Schutt der Dentra i Sàs zum Einstieg in den Steig auf etwa 2380 Meter Höhe führt.
Hierher auch mit etwas weniger Anstieg vom Forte dentra i Sàs am Passo di Valparola.
Schwierigkeit: T2, markiert
Zeitbedarf: 30 bis 45 Minuten

Der Steig zieht nun links einer markanten Rinne über stellenweise mit einem Drahtseil versicherte Schrofen zur schon von weit unten sichtbaren, stabilen, hölzernen Hängebrücke.
Über diese quert man die Rinne, in deren düsterem Grund sich noch der ehemalige Durchstieg aus dem ersten Weltkrieg nachverfolgen lässt. Drahtseile führen anschliessend über ein gut gangbares, festes, aber schmales und ausgesetztes Band durch die kurze Wandflucht ins Schrofengelände.
Schwierigkeit: T3+, markiert, im Bereich der Hängebrücke drahtseilgesicherte Stellen mit Absturzgefahr, Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich

An diversen Stellungsresten vorbei führt nun ein Pfad über Schutt und Schrofen im oberen Teil eher links haltend empor zur Grathöhe, die man westlich des höchsten Punktes erreicht.
Schwierigkeit: T3, markiert

Das bereits sichtbare Gipfelkreuz am höchsten Punkt erreicht man von hier problemlos entlang des breiten Gratrückens.
Schwierigkeit: T2, markiert
Zeitbedarf: etwa 1 bis 1.25 Stunden, zuzüglich Zeit für die empfehlenswerte Besichtigung von Stellungsresten
Der Kaiserjägersteig ist eine teilweise gesicherte Route und kein eigentlicher Klettersteig. Der Aufstieg quert drahtseilgesichert über ausgesetzte Bänder inklusive fotogener, stabiler Hängebrücke eine Wandstufe.
Bei guten Tourenbedingungen, wie man sie im Sommer und Herbst normalerweise antrifft, ist für trittsichere und schwindelfreie Berggänger nebst gutem Schuhwerk und allenfalls einem Helm gegen Steinschlag keine weitere Ausrüstung notwendig.
Die versicherten Stellen sind kurz und lassen sich bei einwandfreien Verhältnissen ohne Klettersteigausrüstung bewältigen.
Weniger Versierte hingegen sind mit Verwendung einer Klettersteigausrüstung auf der sicheren Seite.
Rechnet man mit erschwerten Verhältnissen wie Hartschnee, Eis oder gefrorenen Böden, entschärft das Mitführen und die Verwendung von Steigeisen brenzlige Situationen und hilft, unnötige und leider allzu oft tragisch endende Bergunfälle zu verhindern.

zusätzliche Hinweise:
Der Aufstieg führt entlang von Stellungen der österreichisch-ungarischen Truppen im ersten Weltkrieg. Militärhistorisch wichtige Punkte sind mit Tafeln beschrieben und können besichtigt werden (Lampe empfehlenswert).
Über den Gipfel verliefen im ersten Weltkrieg die Stellungen der österreichisch-ungarischen Armee, das Gebiet war entsprechend hart umkämpft.
Jede Menge Stellungsreste sowie ein heute wieder begehbar gemachter Tunnel von der Cengia Martini bis unterhalb des Gipfels zeugen von jener Zeit.
Interessierte finden unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Dolomitenoffensive
entsprechenden Lesestoff.
Ergänze diese Route (Passo Falzàrego oder Passo di Valparola – Kaiserjägersteig durch die Südwestflanke) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Nr. 2 vom 08.12.2018
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Hanspeter Willi

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