Menu öffnen Profil öffnen
SkitourAusgezeichneter EintragMit GPS-Track
1 Person
max. 5 Personen
auf gleicher Route
Hauptziel erreicht
ausgezeichnet
Oben: Sulz
Unten: Nass
Mit leerem Akku komme auch ich noch beim Steingletscher an, wo ich Punkt 10:00 Uhr losmarschieren kann. Viele Tourengänger kommen mir hier bereits entgegen.
Es kann noch immer, ausser bei der kleinen Brücke, alles mit Ski begangen werden.
Heute ist die Schneedecke nicht gefroren, jedoch aufgrund der vielen Leute (rappelvoller Parkplatz) ist die Spur zwar etwas klebrig, aber trotzdem nicht einsinkend.
Beim Steisee, der seitlich bereits auftaut, hat es Büserschnee und auf dem Gletscher dann tragender und leicht aufgewärmter Sulz.

Die südliche Steilstufe weist aktuell mehr Eis auf wie letztes Mal (siehe mein Eintrag Hinter Tierberg N-Gipfel vom 23.04.26). Hoch steigen hier alle mit Steigeisen und Pickel. Hinab rutschen sie seitlich mit Ski auf Hartschnee.
Der N-Couloir ist noch immer mit Schnee gefüllt und weist nördlich davon unter den Felsen gute Fussspuren auf. Auch kommen hier die Leute dank dem aufgeweichten Schnee, trotz seitliches Abrutschen, angenehmer hinab.
Aufgrund des Staus am Gottard, äh, in der südlichen Steilstufe an einer Engstelle (während eine Gruppe hier hochsteigt und die andere hinabrutschen möchte) entscheide ich mich kurzerhand für das N-Couloir. Mit Ski in der Hand stampfe ich in perfekten Trittspuren ohne Steigeisen kurz hoch und umgehe so dem Stau bestens. Der Steigletscher ist noch immer perfekt eingeschneit. Während den etwas eintönigen Aufstieg nördlich am Gwächtenhorn vorbei beobachte ich ein paar Leute bei der steilen Gwächtenhorn NE-Abfahrt. Zudem ist jemand ab 2300Hm durchgehend auf der Aufstiegsspur mit Steigeisen hochgestiegen und teils stark eingesunken, jedoch trotzdem bis zur Tierberglihütte durchgezogen. Mein Respekt!

Auf einer sehr gutmütigen Spur hoch an einer grossen Randspalte vorbei und zuletzt, neben der Spur Bruchharsch (100 Hm), bis zum Skidepot bei 3307Hm vom Gwächtenhorn W-Grat. Hier klettert soeben ein 2er Team hoch, während zwei andere gerade umkehren.

Mit Steigeisen, Pickel und Ski am Rucksack klettere ich, nach meiner vorgezogenen kleinen Mittagspause, ebenfalls hoch zu den Felsen, die zum W-Grat hochführen. Steil und etwas knifflig muss hier rund 5 Meter senkrecht hoch geklettert werden (III-). Oben angekommen wird es einfacher und der Spass kann beginnen. Ich kann fast alle Türme direkt überklettern und da der Grat fast gänzlich aper ist, bleibt mein Pickel von Anfang an am Rucksack hängen. Langeweile kommt nicht auf, denn etwas Konzentration wird stets verlangt. An den engen Stellen hat es Sicherungsringe montiert, neue sowie auch rostig alte. Das schöne am Grat ist, dass er mit unzähligen festen Griffen, Rillen und Ritzen versehen ist. Da wackelte rein gar nichts. Alles wie geleimt. Dies lässt hindeuten, dass er oft begangen wird (II).

Von diesem Überfluss an Griffen hätte ich gestern beim Schlussaufstieg zur Wyssi Frau gerne ein paar gehabt. Auch habe ich heute ein kurzes Seil dabei, das ich gestern sehnlichst gewünscht habe, für nichts mitgetragen. Nanu, ein wenig Boden für den Rucksack schadet nie und es ist unmöglich im Voraus die Verhältnisse abzuschätzen.

Oben komme ich nach einer guten Stunde fast zeitgleich mit den anderen zwei am Gwächtenhorn an. Obwohl mein Mittagsessen schon im Bauch liegt, gönne ich mir hier oben trotzdem über eine halbe Stunde Pause mit toller Rundumsicht.

Wie schon beim Aufstieg gesehen, wollte auch ich die steile NE-Wand direkt vom Gipfel (40-50°auf 500hm) befahren. Die anderen zwei wollen dies auch und sind schon mal losgefahren.

NE-Wand-Abfahrt:
Schon oben hat es nicht mehr so griffigen Hartschnee, so, dass ich schnell mein Pickel auspacke. Südlich, wo es schon schattig ist, hat es unangenehmen pickelharten Schnee. Ich bin da leider zu weit nach S gefahren und kann aufgrund der Steilheit keine Kurve mehr machen. Ich muss somit den Retourgang einlegen und diese Wand rückwärts mit dem Pickel traversieren. Nördlich ist der Schnee mit einer Kruste versehen und damit auch nicht viel besser, aber zumindest etwas griffiger. So getraue ich endlich einmal die erste Überwindungskurve zu überwinden. Und wenn diese mal gemacht ist, folgen die anderen ganz von alleine. Interessant ist zuzuschauen, wie die Kruste durch die Kurven in vielen kleinen Stücken zerfallen und wie ein kleiner Wasserfall hinabdonnert. Nach rund 150Hm kommt endlich der langersehnte Sulzschnee, der den Spassfaktor deutlich erhöhte. Nach der Wand fahre ich wie ein Düsenjet, der gerade abhebt, "fadegrad" weiter bis zur Steilstufe.
Dort angekommen staune ich, dass meine Kappe noch auf dem Kopf liegt. Bei der Steilstufe steigen südlich soeben zwei Personen mit Steigeisen auf und da ich sie nicht stören möchte (= Stau), fahre ich kurzerhand das N-Couloir (= Aufstieg) mit luftigen Steilkurven hinab. Ab 2200Hm kommt der Bremsschnee, der mich beim Steisee zum klassischen Langlauf zwingt. Danach mit viel Stockeinsatz kommr ich doch noch zum Steingletscher. Mit dem E-Bike ohne Akku geniesse ich den langen Weg hinab nach Innerkirchen, wo ich mit dem Zug weiter zurück nach Hause fahre.

3.30 Std. Skidepot bei P3307
4.30 Std. Gwächtenhorn
5.10 Std. Abfahrt
6 Std. Steingletscher

Gwächtenhorn W-Grat ist nicht in der Skitourenkarte eingezeichnet, jedoch wird dieser Grat laut Tierberglihütte-Team auch im Winter v.a. zu Ausbildungszwecken gerne gemacht.
Verhältnis Bilder
Persönliche Bilder
Letzte Änderung: 05.05.2026, 10:53Aufrufe: 2521 mal angezeigt

Gwächtenhorn (3404m)

via Westgrat ab Steingletscher

Karte