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HochtourSehr guter EintragMit GPS-Track
1 Person
max. 5 Personen
auf gleicher Route
Hauptziel erreicht
ausgezeichnet
Oben: kein
Unten: kein
Heute gibt es eine Gratwanderung vom Oberengadin zum Flüelapass.

Piz Sarsura:
Somit, für mich, früher Start (07:30), ab Brail. Zwischen P1815 und P2037 ist der Wanderweg etwas eingewachsen und im Schatten noch vom Vortag durchnässt. Obwohl man ab P2037 deswegen mit sauberen Schuhen weiterläuft, muss man ab da bis zur Margun da Barlas-ch (P2199) über Kuhfladen hüpfen, damit sie weiterhin sauber bleiben. Ein blasser Pfad hilft einem nur noch bis P2241 weiter, danach geht es weglos über hoher Wiese und leichtem Sumpfgebiet an der Ova da Barlas-ch hoch, wo ich bei ca. P2550 nicht die Fuorcla Barlas-ch, so wie es im SAC-Tourenführer steht, sondern mir einen anderen Weg in NE-Richtung suche. Hier beim Bach habe ich die letzte Möglichkeit Wasser zu füllen, was für diese lange Tour unabdingbar sein wird. Die Querung nach NE unter P2797 verläuft auf eingewachsenem Schutt sehr angenehm. Ab ca. P2900Hm komme ich dank Sommerschnee auf einen Restgletscher sehr schnell hoch in die brüchige Mulde mit unstabilem Schutt. Hinten in der Mulde steige ich nun bis P3015Hm in SE-Richtung, nördlich in steilem Gelände liegt loser Kies, südlich bieten die gesplitteten Felsen deutlich mehr halt. Das Gelände wird steiler ich krampfe mittlerweile auf weicher Erde mit losem Schutt hoch bis ca. P3015 (T5-), wo ich auf einer vom Piz Sarsura E-Grat parallelen südlichen Rippe auf festem Boden einfach weiter hochlaufen kann. Zuletzt auf harter Erde und Geröll, aber dennoch angenehm, hoch zum Piz Sarsura E-Gipfel (Wintergipfel) mit Holzstecken und roten Schal und auf dem brüchigen Grat weiter nach W hinüber zum Piz Sarsura (Hauptgipfel) ohne Steinmann, wobei die letzten 3 Meter zum Hauptgipfel südlich ausgesetzt und brüchig sind (T5, II). Diese Stelle kann jedoch laut älteren Berichten und Augenschein vor Ort südlich, mit etwas Höhenverlust, einfach umgangen werden. Aufgrund des Platzmangels auf dem Piz Sarsura zögere ich meine Mittagspause etwas heraus.

Piz Sarsura Pitschen:
Ich steige auf brüchiges Blockgelände nach N hinüber zu P3132 und spaziere auf dem Spi da Sarsura, der direkt auf dem Kamm zwischen den zwei Gletschern liegt, hinüber zum Felsaufschwung P3027. Ich kann mich nicht entscheiden, ob westlich der Vadret da Grialetsch oder östlich der Vadret da Sarsura schlechter dran ist. Jedenfalls sind beide blank, weisen fast keine Spalten auf und sehen mit diesem weiteren Hitzetag erbärmlich schlecht aus. Zudem frage ich mich, warum ich heute überhaupt Steigeisen eingepackt habe, obwohl man diesen Übergang ohne Gletscherkontakt bewältigen kann.
Der Felsaufschwung P3027 auf dem Spi da Sarsura ist von S leicht zu erreichen, jedoch nicht von N. Ich komme hier beim direkten Abstieg zur Fuorcla Sarsura (P2921) in sehr steilem Gelände, wo ich kurz vor dem Ausstieg hinabklettern muss (T6, II). Ich gebe zu, dass ein direkter Abstieg über den Vadret da Sarsura einfacher und schneller gegangen wäre. Bei der Fuorcla Sarsura mit seinem urchigen kleinen geschlossenen Holzhäuschen, steige ich nun auf etwas losem Schutt auf einem Pfad relativ einfach (T4) hoch zum Piz Sarsura Pitschen (P3133) mit einer einbetonierten IMIS- (Interkantonale Mess- und Informationssystem) Messnetz des SLF und der Kantone, von denen es schweizweit rund 180 Stationen gibt (danke Stumpi für deine Belehrung letztes Jahr bei meinem Piz Val Müra-Eintrag, wo ebenfalls so etwas auf dem Gipfel stand). Hier oben hat es im Steinmann sogar noch ein Gipfelbuch, doch leider ist er von Schimmel befallen. Obwohl er nur 18 Einträge seit dem Jahr 2018 aufweist und es somit fast leer ist, ist es leider nicht mehr möglich dort etwas hineinzuschreiben.

Piz Arpschella:
Aufgrund fehlender Informationen muss ich nun mit dem Piz Sarsura Pitschen NE-Grat mit allem rechnen. Ich steige kurz vom Gipfel auf sehr losem Schutt hinab und hole mir dabei schon mal die ersten Kratzer ein. Ich komme nicht weit, wo der Grat sehr eng wird und später einen Abschwung macht (bei ca. P3000Hm). Ich sehe unter mir spitzige Türme, westlich von mir eine senkrechte Wand und östlich abschüssiges Schrofen-Gelände. Auf letzteres steige ich langsam hinab, prüfe jeden Stein zwei Mal, denn lose sind hier fast alle Steine, die wichtige Frage lautet hier somit, wie lose er ist. Langsam aber sicher traversiere ich somit den grossen spitzigen Kamm und den einzelnen alleinstehenden Turm (T5+, I) und klettere erst beim zweiten möglichen Couloir wieder zurück zum Grat (T5, II). So schnell wie ich in gefährliches Gelände gelandet bin, so schnell bin ich aufs Mal wieder herausgekommen. Denn beim Ausstieg steht mir auf der E-Seite plötzlich ein offenes Schuttgelände vor den Füssen. Auf dem Grat, oder leicht westlich davon, komme ich nun im Gehgelände weiter bis kurz vor P3014, wo der Grat einen kleinen Knick von N nach E macht. Hier steht eine glatte steile Felswand, die nach Osten hinabragt. Ich umgehe diese auf einem kleinen Band direkt unterhalb und klettere dann dank einem Riss in der Wand hinüber und traversiere kletternd den gewürfelten Turm zu P3014 (T5, I+).
Ab P3014 kann ich im Gehgelände kurz etwas verschnaufen (T4), bis kurz vor P2985, also genau bei ca. P2972Hm, ein kleiner Spalt den Grat trennt. Es sind horizontal sicher nur ca. 2 Meter, aber zum Springen unmöglich. Die Wand hinab ist glatt und weist keinerlei Haltemöglichkeiten auf. Ich komme da nur dank meiner Reep Schnur 3 Meter senkrecht hinab (T6, IV; ohne Schnur), merke mir jedoch für den Fall einer Rückkehr, wo genau oben ein Stein für eine allfällige Lasso-Befestigung wäre. Nachdem ich auf der anderen Seite alle Rillen des Felses studiert habe, komme ich da die anderen 3 Meter doch noch relativ gut hoch (III-er Stelle). Bevor ich P2985 erreiche, muss der folgende Turm mit spitzigen Ausschwenker südlich umgangen werden. Ein paar Meter dahinter erwartet eine kurze (2 Meter), aber dennoch senkrechte Wand, die hinab zum Grat führt (T6, III).
Der östliche Schwenker des Grats bei P2985 weist eine grosse schräge Platte mit Rissen auf. Auf diese Platte zuhinterst klettere ich über diese Platte nach N und umgehe den nördlichen Aufschwung nur kurz (ca. 3 Meter) auf steile Felsen und kehre scharf westlich auf ein sehr schmales Felsband (Bauch einziehen) wieder zurück zum Grat (T5+, II). Ab P2922 kommt endlich Gehgelände, wo ich mich etwas verschnaufen kann. Hier könnte man auch nach W oder E einfach hinab/hinaufsteigen. Kurz vor dem Sattel bei P2974 erscheint auf dem Grat ein gespaltener Würfelblock auf, was für ein Ungetüm. Diesen umgehe ich westlich in steilem Gelände. Kurz danach sehe ich zu meinem grossen Erstaunen ein grosser Gipfelmann auf einem Aufschwung, der jedoch vor P2974, resp. nicht diesen Punkt aufzeigt. Zu diesem komme ich relativ einfach hoch (T4+, I) und steige auf einer Platte und Felsen mit kleinen Ebenen hinab zum Sattel bei P2974. Nun im Gehgelände einfach, schwierige Türme können westlich umgangen werden, weiter bis zu einem Sattel bei ca. P2880, der südlich unterhalb von P3010 liegt. Nun klettere ich über steile Schrofen, zuerst östlich, mittig westlich und zuletzt wieder östlich hinauf zu P3010 (T6-, II). Von hier aus ist der Piz Arpschella zum Greifen nahe. Nun kraxle ich weiter auf dem Grat hinab zum Sattel (dieser Sattel ist auf der Winterkarte auch als Skitourenroute eingezeichnet) und einfach hoch zum Piz Arpschella mit Steinmann. Wenn man bedenkt, dass ich vom Piz Sarsura Pitschen bis hierher ganze 3.5 Std. benötigt habe, ist das für diese Distanz doch viel Kraxelaufwand!

Piz Murterchömbel:
Vom Piz Arpschella zum Piz Murterchömbel sieht der weitere Gratverlauf viel einladender aus. Ich spaziere hinab über P2943 und hoch zu P2957 (T3). Gleich nach P2957 muss auf dem Grat auf einem Kamm eine grosse schräge nach Westen hinabragende Platte überquert werde. Mit wenig Handeinsatz durchaus gut machbar (T4+, I). Kurz nach P2952 verlangt das Gelände noch etwas gekraxel (T5-, I) und schon bald stehe ich auf dem Piz Murterchömbel mit Steinmann, wo ich am 26.02.21 mit den Tourenski schon mal drauf stand.

Piz Murtaröl:
Ich steige vom Piz Murterchömbel NE in brüchigem Felsen hinab und hoch zum E-Gipfel P2985 mit Steinmann. Der Piz Murterchömbel NNE-Grat ist nicht einsehbar. Ich komme jedoch nicht weit und sehe ein, dass die Natur hier etwas unüberwindbares gestaltet hat. So muss ich immer wieder nach E zu einem kleinen Seelein ausweichen und komme hier wegen dem losem Blockgelände nur sehr langsam voran. Ich peile den Piz Murtaröl S-Grat an, das ich kurz nach dem Sattel bei P2765 ankomme. Wenn ich mich hier umdrehe ist klar, dass der Piz Murterchömbel NNE-Grat unmöglich gewesen wäre. Nun einfach hoch zum Piz Murtaröl (19:00). Ich steige auf dem EES-Grat zuerst auf losem Schutt, später auf angenehme Wiese hinab und möchte aus Zeitgründen nicht den Umweg via See mit Hütte bei Cuvgiolas, sondern direkt eine Rinne nach N hinab zum Flüelapass suchen. Ich finde keine Kies- oder Erdrinne um herabzurutschen, jedoch über Schrofen komme ich nur notgedrungen hinab bis ca. P2500Hm (T5+, I). Nun auf Wiese mit etwas rutschigem Kies (ganze 3-Mal ausgerutscht) hinab zu einem schwachen Wanderweg, der jedoch beim Abstieg immer besser wurde. Ich nehme diesen Wanderweg dankbar an und komme so zügig hinab zur Flüelapassstrasse bei Susch Röven an, wo natürlich um 20:30 kein Bus mehr fährt. Auf dem Wanderweg direkt hinab nach Susch würde ich aufgrund meines letzten Albtrauerlebnisses (siehe Eintrag Piz Fless vom 19.06.25) nie mehr machen. Und ohne Stirnlampe kommt mir da nur noch die Hauptstrasse in Frage. Ich habe Glück, und ein Paar mit Baby nimmt mich bis Zernez mit, wo ich anschliessend noch mit dem letzten Bus ins Val Müstair gelange.

4 Std. Piz Sarsura
6 Std. Piz Sarsura Pitschen
9.30 Std. Piz Arpschella
10.30 Std. Piz Murterchömbel
11.30 Std. Piz Murtaröl
Die Überschreitung ist anspruchsvoll, v.a. wenn man nicht weiss, ob sie überhaupt machbar ist. Zudem habe ich heute rekordverdächtig ganze 18 Blindgänger gefunden und alle gemeldet (16 per App und 2 aufgrund fehlenden Netzes nachträglich per E-Mail), was mir nicht nur viel Zeit, sondern auch Nerven geraubt hat. Das Militär hat deswegen eine Aufräumaktion eingeläutet und wollte mit mir deswegen gestern um 19:00, wo ich noch auf dem Piz Murtaröl stand, darüber per Telefon besprechen. Aus zeitlichen Gründen habe ich das Telefonat abbrechen müssen, denn zuerst muss ich vom Berg heil hinab bevor es um deren Schrott geht…
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Letzte Änderung: 29.07.2026, 18:59Aufrufe: 718 mal angezeigt

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Piz Sarsura (3178m)

Gratwanderung vom Piz Sarsura nach Norden bis zum Piz Murtaröl

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