Gross Lobhorn (2566m)27.09.2026
Verhältnisse vom 27.09.2026
Eiger (3970m): Westflanke (im Frühjahr und sommer)
Der Eiger via W-Flanke wurde bereits im Sommer von Zaza und Peter Loacker mit top Verhältnissen hier im Portal berichtet.
Dank deren Informationen wusste ich ganz genau, dass ich bei diesen warmen langhaltenden Temperaturen die Steigeisen und den Pickel weiterhin hierfür im Schrank ruhen lassen kann und ich nur die Reep Schnur für die kurze Abseilpassage einpacken muss.
Der Zug schmiss mich um 08:10 aus dem mit Touristen vollgestopften Zug in Grindelwald aus. Mein E-Bike zieht mich in einer halben Stunde einfach hoch nach Alpiglen (P1598), wo der Eiger Trail anfängt. Um 09:00 Uhr startete ich auf dem breitgetrampelten Wanderweg unter der Eiger N-Wand hindurch zu P2286 (Einstieg Eiger-Rotstock-Klettersteig) und bekam bei der Traverse schon etwas Angst. Weniger wegen der Eiger-N-Wand mit all seinen Tragödien, sondern mehr, weil ich meine Wasservorräte unten noch nicht ganz aufgefüllt hatte, da ich damit gerechnet hatte, es aus einem der unzähligen kleinen Bäche, die aus der Eiger-N-Wand flossen, nachzuholen. Der Bach bei P1822 floss durch eine kleine Schlucht, wo ich nicht hinab klettern konnte. Ich war sehr erleichtert, dass nicht nur der einzige Bach aktuell bei P2050 noch Wasser hergab, sondern, dass er auf dem Weg war und so gut erreichbar war.
Der Eiger-Rotstock-Klettersteig hat die Schwierigkeit K2, T4+ und trotzdem sah ich dort zwei Gruppen, die bereits an den ersten Leitern festgeklebt waren. Ich stieg unten trotzdem schon mal aus Zeitgründen ohne Sicherungsmaterial hoch (es sind ja nur Leitern und ein paar Kabel), aber dies soll bitte unterlassen werden. Bereits nach der zweiten Leiter stand ich genervt im Stau und musste zusehen, wie eine Frau sich den Übergang von der zweiter zur dritten Leiter nicht getraute. Ein Rückweg wäre aufgrund von nachkommenden Leuten nicht mehr möglich gewesen. Ich steckte somit nicht nur im Stau, sondern auch noch in der Mitte des Staus! Wenn dies so weiter gegangen wäre, hätte ich den Eiger nur noch von unten betrachten können... Doch der Eiger meinte es heute gut mit mir. Nach gefühlt einer Stunde und in der Tat nur 10 Minuten hatte sich die Frau auf die Seite bewegen können. Die ganzen Gruppen hat für die Bergrider-Dampflokomotive Platz gemacht, um sie vorbei dampfen zu lassen. Was für ein Segen und schönes Gefühl. Danke vielmals dafür!
Nach dem Steig beim Sattel stieg ich in die Eiger-W-Flanke ein. Zuerst auf einem staubigen Pfad und später auf einfache Platten hoch zur senkrechten Wand mit den installierten Seile, wo ich Schuhdepot gemacht hatte (T3). Gleich beim Einstieg kam ein Bergführer mit seinem Gast hinab. Er fühlte sich wohl als Wechter vom Eiger. Denn er hat mich nicht nur gewarnt, dass oben noch ganz viele Leute entgegenkommen würden und ich deswegen wegen dem Steinschlag achten soll, sondern sogar abgeraten noch hochsteigen zu wollen. Alles hatte ich schon gar nicht mehr gehört, denn ich hing schon oben am zweiten Seil zum weiter gehen. Die erste Passage sind rund 10 Meter, die zweite eine einfachere schräge Traverse und die dritte wieder rund 10 Meter hoch. Alle Passagen sind mit Seile, die Knöpfe drinnen haben, verbunden und dazwischen hat es jeweils einen Sicherungsring mit unzähligen kurzen Zwischenseilsicherungen (T6, II).
Nach dem Ausstieg stieg ich ein paar Meter nach E hoch, um den ganzen Kessel nach N in Richtung Grat gänzlich auszusteigen. Viele Steinmännchen, gelbe Linien und sogar blaue Kleber wiesen hier den «richtigen» Wegverlauf bis zum Gipfel auf. Obwohl alles so klar war, habe ich bereits unten eine kleine Verirrung gehabt, da ich die Kurve nicht mitbekommen habe und zu weit nach S abgedriftet bin. Nichts desto trotz war das Gelände nebenan auch nicht besonders abschüssig, so, dass es auch da weglos hoch und später wieder zurück zum Grat ging. Trotzdem ist es natürlich auf der markierten Route am einfachsten und beim GPS vom Abstieg weist den korrekten Weg auf (T5, I).
Wer den weltweit bekanntesten Absprungpunkt für BASE-Jumper und Wingsuit-Flieger namens Pilz «The Mushroom» nicht verpassen möchte, muss unbedingt bei ca. P3130 nahe am Grat aufsteigen. Hier können die verrückten Leute ganze 300 Meter direkt abspringen, bevor sie den Fallschirm oder das Wingsuit aufmachen. Mich würde man da nicht einmal mit einem «Magic Mushroom» hinauf, resp. hinab kriegen… Aber jedem das seine!
Beim Aufstieg traf ich auf der ganzen Route nur zwei weitere Leute im Abstieg und da fragte ich mich, ob der Bergführer vielleicht nicht nur den Absprungs-Pilz gesehen, sondern als Gipfelessen vielleicht einen magischen Pilz gegessen hatte? Jedenfalls überholte ich weiter oben noch zwei Base-Jumper im Aufstieg, die zwar im Juni die Route bis kurz unter dem Gipfel schon mal hochgestiegen waren, jedoch den Weg nicht mehr fanden. Ich überholte sie und rief sie noch zu, wo die Steinmännchen waren, doch schon bald verhallten meine Rufe ins nichts…
Ab ca. P3300 ist das Gelände aktuell ohne Schnee und Eis nie wirklich besonders schwierig und auch klettertechnisch kommt man da nicht auf seine Kosten (T5). Ein paar kleine Schlüsselstellen weiter oben, ab ca. P3530 Hm, wo schräge Platten hinabragen, sind mit Eisenstangen bestückt, die auch gut als Wegmarkierung dienen (T5, I). Danach bei ca. P3570 steigt man bei einem Sattel auf dem Grat aus. Ab da stieg ich ziemlich direkt auf dem Grat hoch, wo weiter oben noch ein paar weitere Stangen dazu kamen. Zuletzt einfach hoch zum langgezogenen Gipfel mit Steinmann, aber ohne Kreuz (T5-).
Was für eine schöne Aussicht hier oben! Es sassen neben mir nur noch zwei hungrige Bergdohlen, die schlussendlich fast schon mein ganzes Brötchen abgezwackt hatten, da ich mit ihnen zu viel Mitleid bekommen hatte…
Nach einer halben Stunde habe ich mich wieder auf den Rückweg gemacht. Dabei sehe ich bei ca. P3800Hm wie der letzte der zwei der zwei Base-Jumper wie er immer wieder von einer anderen Plattform die Eiger N-Wand hinabschaute, nach vorne und hinten lief, bis er einfach ins nichts sprang. Schon nur beim Zusehen ist mir das Herz in meinen kurzen Hosen gerutscht…
Der Abstieg verlief einfacher als der Aufstieg, da ich dabei die Steinmännchen von oben besser fand. Bei der senkrechten Wand habe ich, wie schon Zaza und Peter Loacker mit meiner Reep Schnur abgeseilt. Ich hatte 40 Meter, doch 30 Meter hätten vollends genügt…
Beim Ausstieg vom Klettersteig bin ich doch noch schnell aufs Rotstock gestiegen. Von da bekommt man eine geniale Einsicht in die Eiger W-Flanke und ist deswegen als Mitnahme empfehlenswert.
Auf der blauen Route mit vielen Seilen steige ich hinab zum Eigergletscher, ziehe am stehenden Zug und dahinter an den Gondeln, die noch in Betrieb waren, vorbei hinab den Eigertrail, wo ich stets auf meiner rechten Seite die Heckmair-Route in der Eiger N-Wand ausmachte. Beim E-Bike angekommen fing es schon langsam an einzudunkeln. Bei der Abfahrt hatte eine Bäuerin beim geteerten Weg für die Kühe eine neue Absperrung gemacht, die ich natürlich mit meiner Stirnlampe und dem Tempo nicht gesehen hatte, so, dass ich mit einer Vollbremsung reingefahren bin und so fast einen Unfall gemacht hatte…
1.45 Std. Einstieg Klettersteig
2.10 Std. Ausstieg Klettersteig
2.45 Std. Ankunft Fixseile unten
5 Std. Eiger
8.10 Std Rotstock
8.45 Std. Eigergletscher
10.15 Std. Alpiglen
Dank deren Informationen wusste ich ganz genau, dass ich bei diesen warmen langhaltenden Temperaturen die Steigeisen und den Pickel weiterhin hierfür im Schrank ruhen lassen kann und ich nur die Reep Schnur für die kurze Abseilpassage einpacken muss.
Der Zug schmiss mich um 08:10 aus dem mit Touristen vollgestopften Zug in Grindelwald aus. Mein E-Bike zieht mich in einer halben Stunde einfach hoch nach Alpiglen (P1598), wo der Eiger Trail anfängt. Um 09:00 Uhr startete ich auf dem breitgetrampelten Wanderweg unter der Eiger N-Wand hindurch zu P2286 (Einstieg Eiger-Rotstock-Klettersteig) und bekam bei der Traverse schon etwas Angst. Weniger wegen der Eiger-N-Wand mit all seinen Tragödien, sondern mehr, weil ich meine Wasservorräte unten noch nicht ganz aufgefüllt hatte, da ich damit gerechnet hatte, es aus einem der unzähligen kleinen Bäche, die aus der Eiger-N-Wand flossen, nachzuholen. Der Bach bei P1822 floss durch eine kleine Schlucht, wo ich nicht hinab klettern konnte. Ich war sehr erleichtert, dass nicht nur der einzige Bach aktuell bei P2050 noch Wasser hergab, sondern, dass er auf dem Weg war und so gut erreichbar war.
Der Eiger-Rotstock-Klettersteig hat die Schwierigkeit K2, T4+ und trotzdem sah ich dort zwei Gruppen, die bereits an den ersten Leitern festgeklebt waren. Ich stieg unten trotzdem schon mal aus Zeitgründen ohne Sicherungsmaterial hoch (es sind ja nur Leitern und ein paar Kabel), aber dies soll bitte unterlassen werden. Bereits nach der zweiten Leiter stand ich genervt im Stau und musste zusehen, wie eine Frau sich den Übergang von der zweiter zur dritten Leiter nicht getraute. Ein Rückweg wäre aufgrund von nachkommenden Leuten nicht mehr möglich gewesen. Ich steckte somit nicht nur im Stau, sondern auch noch in der Mitte des Staus! Wenn dies so weiter gegangen wäre, hätte ich den Eiger nur noch von unten betrachten können... Doch der Eiger meinte es heute gut mit mir. Nach gefühlt einer Stunde und in der Tat nur 10 Minuten hatte sich die Frau auf die Seite bewegen können. Die ganzen Gruppen hat für die Bergrider-Dampflokomotive Platz gemacht, um sie vorbei dampfen zu lassen. Was für ein Segen und schönes Gefühl. Danke vielmals dafür!
Nach dem Steig beim Sattel stieg ich in die Eiger-W-Flanke ein. Zuerst auf einem staubigen Pfad und später auf einfache Platten hoch zur senkrechten Wand mit den installierten Seile, wo ich Schuhdepot gemacht hatte (T3). Gleich beim Einstieg kam ein Bergführer mit seinem Gast hinab. Er fühlte sich wohl als Wechter vom Eiger. Denn er hat mich nicht nur gewarnt, dass oben noch ganz viele Leute entgegenkommen würden und ich deswegen wegen dem Steinschlag achten soll, sondern sogar abgeraten noch hochsteigen zu wollen. Alles hatte ich schon gar nicht mehr gehört, denn ich hing schon oben am zweiten Seil zum weiter gehen. Die erste Passage sind rund 10 Meter, die zweite eine einfachere schräge Traverse und die dritte wieder rund 10 Meter hoch. Alle Passagen sind mit Seile, die Knöpfe drinnen haben, verbunden und dazwischen hat es jeweils einen Sicherungsring mit unzähligen kurzen Zwischenseilsicherungen (T6, II).
Nach dem Ausstieg stieg ich ein paar Meter nach E hoch, um den ganzen Kessel nach N in Richtung Grat gänzlich auszusteigen. Viele Steinmännchen, gelbe Linien und sogar blaue Kleber wiesen hier den «richtigen» Wegverlauf bis zum Gipfel auf. Obwohl alles so klar war, habe ich bereits unten eine kleine Verirrung gehabt, da ich die Kurve nicht mitbekommen habe und zu weit nach S abgedriftet bin. Nichts desto trotz war das Gelände nebenan auch nicht besonders abschüssig, so, dass es auch da weglos hoch und später wieder zurück zum Grat ging. Trotzdem ist es natürlich auf der markierten Route am einfachsten und beim GPS vom Abstieg weist den korrekten Weg auf (T5, I).
Wer den weltweit bekanntesten Absprungpunkt für BASE-Jumper und Wingsuit-Flieger namens Pilz «The Mushroom» nicht verpassen möchte, muss unbedingt bei ca. P3130 nahe am Grat aufsteigen. Hier können die verrückten Leute ganze 300 Meter direkt abspringen, bevor sie den Fallschirm oder das Wingsuit aufmachen. Mich würde man da nicht einmal mit einem «Magic Mushroom» hinauf, resp. hinab kriegen… Aber jedem das seine!
Beim Aufstieg traf ich auf der ganzen Route nur zwei weitere Leute im Abstieg und da fragte ich mich, ob der Bergführer vielleicht nicht nur den Absprungs-Pilz gesehen, sondern als Gipfelessen vielleicht einen magischen Pilz gegessen hatte? Jedenfalls überholte ich weiter oben noch zwei Base-Jumper im Aufstieg, die zwar im Juni die Route bis kurz unter dem Gipfel schon mal hochgestiegen waren, jedoch den Weg nicht mehr fanden. Ich überholte sie und rief sie noch zu, wo die Steinmännchen waren, doch schon bald verhallten meine Rufe ins nichts…
Ab ca. P3300 ist das Gelände aktuell ohne Schnee und Eis nie wirklich besonders schwierig und auch klettertechnisch kommt man da nicht auf seine Kosten (T5). Ein paar kleine Schlüsselstellen weiter oben, ab ca. P3530 Hm, wo schräge Platten hinabragen, sind mit Eisenstangen bestückt, die auch gut als Wegmarkierung dienen (T5, I). Danach bei ca. P3570 steigt man bei einem Sattel auf dem Grat aus. Ab da stieg ich ziemlich direkt auf dem Grat hoch, wo weiter oben noch ein paar weitere Stangen dazu kamen. Zuletzt einfach hoch zum langgezogenen Gipfel mit Steinmann, aber ohne Kreuz (T5-).
Was für eine schöne Aussicht hier oben! Es sassen neben mir nur noch zwei hungrige Bergdohlen, die schlussendlich fast schon mein ganzes Brötchen abgezwackt hatten, da ich mit ihnen zu viel Mitleid bekommen hatte…
Nach einer halben Stunde habe ich mich wieder auf den Rückweg gemacht. Dabei sehe ich bei ca. P3800Hm wie der letzte der zwei der zwei Base-Jumper wie er immer wieder von einer anderen Plattform die Eiger N-Wand hinabschaute, nach vorne und hinten lief, bis er einfach ins nichts sprang. Schon nur beim Zusehen ist mir das Herz in meinen kurzen Hosen gerutscht…
Der Abstieg verlief einfacher als der Aufstieg, da ich dabei die Steinmännchen von oben besser fand. Bei der senkrechten Wand habe ich, wie schon Zaza und Peter Loacker mit meiner Reep Schnur abgeseilt. Ich hatte 40 Meter, doch 30 Meter hätten vollends genügt…
Beim Ausstieg vom Klettersteig bin ich doch noch schnell aufs Rotstock gestiegen. Von da bekommt man eine geniale Einsicht in die Eiger W-Flanke und ist deswegen als Mitnahme empfehlenswert.
Auf der blauen Route mit vielen Seilen steige ich hinab zum Eigergletscher, ziehe am stehenden Zug und dahinter an den Gondeln, die noch in Betrieb waren, vorbei hinab den Eigertrail, wo ich stets auf meiner rechten Seite die Heckmair-Route in der Eiger N-Wand ausmachte. Beim E-Bike angekommen fing es schon langsam an einzudunkeln. Bei der Abfahrt hatte eine Bäuerin beim geteerten Weg für die Kühe eine neue Absperrung gemacht, die ich natürlich mit meiner Stirnlampe und dem Tempo nicht gesehen hatte, so, dass ich mit einer Vollbremsung reingefahren bin und so fast einen Unfall gemacht hatte…
1.45 Std. Einstieg Klettersteig
2.10 Std. Ausstieg Klettersteig
2.45 Std. Ankunft Fixseile unten
5 Std. Eiger
8.10 Std Rotstock
8.45 Std. Eigergletscher
10.15 Std. Alpiglen
Ich war noch nie in dieser Gegend gewesen und kannte den Eiger nur aus den Filmen. Ich konnte diesen Tag als Tourist vollends geniessen. Zudem geben die Base-Jumper diesen Berg damit eine interessante neue Komponente bei…
Letzte Änderung: 28.09.2026, 23:44Aufrufe: 368 mal angezeigt
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