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Verhältnisse vom 01.11.2026

Lochberg (3079m): Ost-West Überschreitung

HochtourAusgezeichneter EintragMit GPS-Track
Andreas Hille
Unterwegs mit: Tobi
2 Personen
max. 5 Personen
auf gleicher Route
Hauptziel erreicht
machbar
Oben: Pulver
Unten: kein
Beim Start 7:30 Uhr in Realp Temperaturen um den Gefrierpunkt, Hochnebel. Ab Saas zunehmend Schnee, ab Winterlücke insbesondere nordseitig häufig knie-, gelegentlich auch hüfttiefes Einbrechen. Oft aber auch tragende, griffige Schneeoberfläche. Steigeisen wurden nicht gebraucht. Fels meist trocken, ab Mittag einsetzender Schneefall. Die Kletterfinken für die Gipfelnadel P3084 blieben im Rucksack, da der Fels mit einer dünnen Schneeschicht belegt war (siehe Bilder). Die SAC Tourenportal-Route konnten wir nur teilweise nachvollziehen. Die überhängende Abseilstelle, die 100 m nach P3040 nach Westen führen soll, fanden wir nicht. Wir sind (mit Ausnahme der verschneiten Gipfelplatte von P3079) alles abgeklettert. Nach P3040 sind wir am ersten schwierigen Hindernis nordseitig etwa 10m abgestiegen und in der Flanke ca. 50m traversiert, bis wir wieder leicht zum Grat aufsteigen konnten. Anschliessend wichen wir in die Südwand aus - dort fanden wir eine ältere Schlinge, an welcher man auf ein offensichtliches, grasiges Band darunter abseilen könnte. Dieses Band erreichten wir abkletternd. Nach etwa 100 m kann man den Grat schräg nach oben kletternd wieder erreichen. Hierzu wird ein Piaz-Riss (3a) sowie ein Klemmblock (ca. 4a) überwunden. Man trifft dann auf drei alte Schlaghaken, die parallel zur Via Amici (diese ist in Sichtweite etwas weiter westlich) nach oben zum Grat führen (30m, Einzelstellen 4a). Wir folgten dem nun mehr exponierten Grat bis zum Gipfelaufbau P3084, umgingen diesen zunächst nordseitig und verzichteten dann auf einen Versuch an der plattigen Gipfelnadel, da der einsetzende Schneefall diese etwas eingezuckert hatte und die Zeit bereits fortgeschritten war. Im Abstieg von P3079 zur Winterlücke und weiter bis P2380 waren wir über eine Spur - vermutlich vom Vortag - dankbar. So sahen wir wenigstens die grössten Löcher. Wetter etwas anders als vorhergesagt - Sonne sahen wir kaum, dafür hatte es nur wenig Wind bei zeitweise leichtem Schneefall. Unsere Freude an der Tour glich das Sonnendefizit mehr als aus - lohnend!
Bleibt bis zum nächsten Schneefall unverändert, dann wohl Saisonende.
Bei den anspruchsvollen Verhältnissen sicher keine WS-Tour. Das hatten wir aber auch nicht erwartet und der Winterbegehungs-Charakter war durchaus geplant. Die Routenfindung selbst entpuppte sich dann aber als gar nicht so trivial - das mag auch an der Schneeauflage gelegen haben. Der Ausflug in die Südwand war durchaus spannend - hier zum Glück oft apere, gutgriffige Felsen, aber doch die eine oder andere 4er Stelle, Als wir auf die alten Schlaghaken stiessen war uns zumindest wohler. Steigeisen konnten glücklicherweise im Rucksack bleiben - trotz viel Schnee hatten wir immer gut Grip.

Was an dieser Stelle unbedingt zur Route bemerkt werden muss: Die auffindbaren Information zur Überschreitung (GB, hikr.org, SAC Tourenportal) bilden die Realität gar nicht ab (weil z.B. nur der eher leichte P3040 bestiegen wurde), zu einem Zeitpunkt berichtet wurde, wo der Rundfirn noch wesentlich höheren Stand hatte und die Umgehung nordseitig vermutlich auf weiten Strecken auf dem Firn stattfand, oder aber durch Felsausbrüche das Gelände verändert wurde. Am ehesten tauglich ist noch dieser Bericht: https://www.hikr.org/tour/post133397.html - dieser bildet aber die 2018er Situation ab, die sich wohl verändert hat.
Tatsache ist, dass eine Beschreibung immer (!) auf dem Grat eher 4er Kletterei erfordert. Vielfach besteht der Grat aus glatten Granitnadeln, deren Ersteigung nicht trivial ist. Die Südflanke bietet oft schönen, stabilen Fels, nicht umsonst gibt es hier auch Kletterrouten (Via Amici, SW-Wand). Einen 4er sollte man jedoch für die südseitigen Umgehungen schon drauf haben. Wer nach Norden auf den Rundfirn abseilen möchte, braucht mindestens ein 40m, besser 50m Seil.

Dank an Tobi für die spontane Planung und die spannende Unternehmung!
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Letzte Änderung: 02.11.2026, 21:32Aufrufe: 1416 mal angezeigt

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Lochberg (3079m)

Ost-West Überschreitung

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