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Verhältnisse vom 30.03.2010

Skitour
3 Personen
Hauptziel erreicht
Die z.T. üppigen Schneefälle am WE vom 27./28.3. (im Mont Blanc Gebiet 40-50cm; weiter östlich ca. 30cm) kamen in tieferen Lagen wahrscheinlich als Regen runter, so dass wir an diesem Tag unterhalb von ca. 2500m mit Harschschnee zu kämpfen hatten. Aber dafür bei den übrigen fünf Etappen ideale Tourenverhältnisse: 1.) Super Pulverschnee für die Abfahrten, 2.) guter Trittfirn bei den Aufstiegen (Ski am Rucksack) an den steilen Pässen und 3.) die Möglichkeit ohne Schwierigkeiten steile Passagen auf Skiern (mit Harscheisen) statt wie in der Karte markiert „zu Fuss“ zu bewältigen (im weiteren Verlauf der Haute Route (s. Etappe 5+6)).
Im Skigebiet von Verbier waren in den Vortagen ganze Südwest-Hänge (z.B. unterhalb des Col des Mines) als Nassschneelawinen abgegangen und dabei bis auf den Grund durchgerissen. Am 30.3. waren sämtliche oberen Lifte aufgrund von Föhnsturm geschlossen, was den zuletzt weiter oben gefallenen Neuschnee verfrachtete.
Da alle zur selben Zeit frühstücken, kurz hintereinander loskommen und die Zufahrt bis zur "Schlüsselstelle" recht kurz ist, gab's ein ziemliches Gewusel und Gedränge. Und dass, obwohl die Hütte nur zu einem Viertel belegt war. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie es hier zugeht, wenn die Hütte mit ihren 124 Plätzen voll belegt ist. Der Bus hinunter nach Orsière fährt um 10.20 Uhr; die Zwischenzeit überbrückten wir in einer Bäckerei/Cafe, die man von der Liftstation aus der Straße entlang zu Fuß in 5 Min. erreicht. Man erreicht in Orsière den Zug um 10.57 Uhr, der einen in 8 Min. nach Sembrancher bringt. Dort hat man Aufenthalt bis 11.47 Uhr; 9 Min. später ist man in Le Chable (Talstation um für CHF 27,- ins Skigebiet von Verbier aufzufahren). Wir taten uns als Gruppe zusammen und bezahlten so nur CHF 10,20 für die gesamte (Bus+Zug-)Fahrt. Cabane du Trient ohne Wasser; dafür Cabane du M.Fort sogar mit Dusche :-) mit Seife und Handtuch nur CHF 4,-
Verhältnis Bilder

Routeninformationen

Haute Route 2.Etappe: Cab. du Trient => Cab. du M.Fort

Da nicht sicher war, ob nach dem Neuschnee wieder genug in dem extrem steilen Hang jenseits des Fenetre de Chamois liegt, fiel diese Variante um ins Val d´Arpette zu gelangen für uns flach. Von der Cabane du Trient (3170m) fahren wir - uns ganz rechts haltend den Felsen entlang - den Glacier du Trient bis fast 2800m hinunter. Das Passieren der im Rother Skitourenführer als "wild" beschriebenen Spaltenzone und das Befahren des "ekelhaft steilen Hanges" war aufgrund der guten Verhältnisse überhaupt kein Problem - im Gegenteil: ein Tiefschneegenuss. Am Ende der Felsen der Petite Pointe d´Orny scharf rechts unter den Felsen entlang queren bis unter den Col des Ecandies (2793m). Hier Ski an den Rucksack, Steigeisen dran (manche gingen auch ohne) und ca. 50hm steil hinauf.
Oben schnell wieder die Ski dran; nicht nur wg. den kalten Windes, sondern um bei der Abfahrt evtl. noch eine Ecke unverspurten Schnee zu erwischen. Aber dieser Powdergenuss hatte spätestens 500hm tiefer ein baldiges Ende: Der Schnee hatte einen Harschdeckel. Hier hatte es wohl geregnet, statt geschneit und war dann wieder gefroren. Und so wurde aus dem schönen Schwingen hinunter nach Champex-Lac bald ein Gegurke wie bei Anfängern.
Insgesamt 1:15 Std. für die 50hm Aufstieg + 1740m Abfahrt (im Rother mit 2:00-3:30 Std. angegeben)
Da die Lawinengefahrenstufe weiterhin bei 3 war, disponierten wir um: von der Originalroute über die Valsorey- und Chanrionhütte südlich der Grands Combin vorbei auf die deutlich weniger lawinengefährdete und insgesamt einfachere Variante über Verbier. Statt bis Les Attelas aufzufahren, nahmen wir ab Les Ruinettes den Sessel-Gondel-Kombilift in Richtung La Chaux. Als wir oben ausstiegen pustete es uns fast weg. Durch verharschten Schnee querten wir unter dem Sesselift hindurch zur Piste, die von der Cabeane du M.Fort herunter kommt und steigen in wenigen Minuten zu Hütte auf.
Letzte Änderung: 10.04.2010, 14:03Aufrufe: 710 mal angezeigt