Menu öffnen Profil öffnen

Verhältnisse vom 18.07.2025

La Grivola (3969m): NO Grat

HochtourAusgezeichneter EintragMit GPS-Track
Andreas Hille
Unterwegs mit: Silvan#
2 Personen
max. 5 Personen
auf gleicher Route
Hauptziel erreicht
ausgezeichnet
Oben: kein
Unten: kein
Start um 5 Uhr am Biwak bei 5°C nach klarer, leicht windiger Nacht. Die Ketten, die auf den Glh. del Trayo hinableiten, sind solide & in einwandfreien Zustand. Gletscher am Morgen gut tragend, keine Spalten erkennbar, Querung ohne Steigeisen möglich. Das Band hoch zum Biwak Balzola ist brüchig, z.T. heikles T5/T6 Gelände. Grat komplett aper, mehrere eingerichte Abseilstellen, alle in guten bis sehr guten Zustand. Generell trifft die hinterlegte Routenbeschreibung sehr exakt zu - sie ist detailliert und übertrifft die Qualität der kommerziellen Führerliteratur sowohl für die Cresta des Clochettes (den im Aufstieg begangenen NE-Grat) sowie für die SE-Wand (im Abstieg begangen).
Die Felsqualität an der Cresta des Clochettes ist oft hervorragend, durchaus vergleichbar mit Portjengrat oder Rothorngrat. Das Ambiente und die Ernsthaftigkeit sind aber tendenziell höher, da Begehungsspuren fehlen. Teils findet sich auch schlechter Fels im NE-Grat. Dies dort, wo der Granit durch splittrigen Schiefer unterbrochen ist.
Am Rückweg (14 Uhr) auf dem Glh. del Trayo dann sehr weiche Verhältnisse, nun angeseilt, da eine kleinere Spaltenzone (problemlos) überwunden werden muss.
Bleibt ohne Niederschläge unverändert gut.
Silvans Tourenvorschlag war ein genial gewähltes Ziel. Das Bivak Gratton liegt malerisch, hat neun Plätze und ausreichend Decken. Gas/Kocher/Utensilien hat es keine, ausser eine Art WD40 (zum Schmieren der quitschenden Gittermatrazen?) und Kräuterlikör (es hatte, die leere Flasche fand den Weg ins Tal)). Das Biwak kostet 3 € (!) pro Person - Bezahlung per Banküberweisung, was eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Wasser in südlicher Richtung 100 m entfernt gegen Ansatz der Punta Rossa del Grivola (am unteren Ende des Altschneefeldes, an dessen oberen Ende auch der Zustieg zum Glh. del Traya beginnt). Der Glh. del Trayo weisst wenig Spalten auf und war trotz 20 cm Wasserschnee gegen 14 Uhr gut begehbar, Wir sind das brüchige Band Richtung Grivoletta hochgestiegen und dann links leicht absteigend zum Bivak Balzola (diese hat zwei Schlafplätze und ist tatsächlich etwas vermüllt).
Wie im Routenbeschrieb dargestellt folgt man mehr oder weniger der Gratschneide (bis zur tiefsten Einsattelung waren wir noch seilfrei unterwegs), im Zweifelsfall wird leicht in die Nordseite ausgewichen. Fast immer bombastischer Granit, lose nur dort, wo der Granit durch Schiefereinlagerungen unterbrochen ist. Zum Abseilen ist ein 40 m Seil ausreichend.
Abstieg über SE-Wand mühsam und heikel. Zwar gut markiert (gelbe Punkte) und mit soliden, eingerichteten Abseilstellen im unteren, steileren Teil (4 x 20 m), aber doch immer im rutschigen, teils mit feinem Schutt bedeckten, plattigen T5/T6 Gelände. Vergleichbar mit den Abstiegen Lauteraarhorn Südwandcouloir oder Weisshorn Normalweg.
Gesamthaft eine abenteuerliche Begehung, zu der es wenig Literatur gibt, in traumhafter, wilder Umgebung. Dank an Silvan für Vorschlag, Ausarbeitung und die tolle Zeit gemeinsam!
Verhältnis Bilder
Persönliche Bilder
Letzte Änderung: 29.08.2025, 16:06Aufrufe: 1278 mal angezeigt

Metadaten