Piz Arpiglia (2765m)25.02.2026
Nach einem langen Familienurlaub und vor ein paar Regentagen musste wieder einmal etwas Längeres unternommen werden, da kamen mir diese Gratbegehung auf der Landes- sowie auch der Nationalparkgrenze gerade recht.
Ponte Viera hat keine Bushaltestelle. Der nette Chauffeur hat trotz grosser Verspätung für mich eine Ausnahme gemacht und mich dort aussteigen lassen. Was in der Schweiz fast unmöglich ist, scheint dies zum Glück ennet der Grenze kein Problem zu sein. Somit musste ich nicht von Livigno Acquagranda (Halt nur zum Aussteigen) die langwierige Hautstrasse wieder zurücklaufen, denn meine Beine werde ich heute noch genug beanspruchen und zudem war der Start um 10:00 Uhr für mein Vorhaben zu spät. Warum man zeitlich mit dem Bus nicht früher nach Livigno kommt ist mir ein Rätsel. Eine Meldung diesbezüglich hatte ich früher schon mal gemacht, doch ich befürchte, dass sie dort lieber Übernachtungs- statt Tagestouristen wollen.
Livigno – Piz da l’Acqua W-Gipfel:
Auf dem Wegweiser bei Ponte Viera (P1807) steht für den Cima del Fopél ganze 4.30 Std.? Wenn das wirklich stimmen würde, käme ich heute nicht sehr weit. Doch für 1’100Hm erscheint mir dies erfahrungsgemäss doch etwas übertrieben. Ich schaffte diesen steilen und manchmal etwas abschüssigen Wanderweg (T3+) gemütlich mit einer Pause zum Glück in 2.30 Std. Was mir neben dem späten Aufbruch auch noch Sorgen machte war das Wetter. Statt nur Sonne mit Wolken nieselte es beim Aufstieg zum Cima del Fopél immer wieder. Auch wenn ich es nicht ganz wahrhaben wollte, musste ich spätestens ab P2722 widerwillig dann doch noch die Regenjacke anziehen. Und zudem lag der Grat vom Piz da l’Acqua zum Piz Serra und Piz Fier meist in den Wolken; was für ein Graus dieser Anblick! Im Kopf plante ich somit schon nach dem Cima del Fopél den direkten Abstieg auf dem Wanderweg nach E zum Ristoro Fopél, wo ich dann die noch längere mühselige Hauptstrasse hätte nach Punt dal Gall laufen müssen, um mit dem Bus leicht frustriert wieder zurück in die Schweiz zu fahren….
Auf dem Cima del Fopél tauchte der Piz da l’Acqua West- und Ostgipfel manchmal aus den Wolken aus, was ich als einen Wink wahrnahm. Ohne hier gross Pause zu machen (warum auch ohne grosse Sicht) bin ich 100 Hm den schuttigen Verbindungsgrat abgestiegen, um dann zuerst leicht, später etwas steiler über eine steile Rinne, die mit Ketten gesichert ist, die ich jedoch nicht gebraucht habe, hoch zum Grat der Landesgrenze hochzusteigen. Das Wetter besserte sich, so, dass ich mich genüsslich den SSW-Grat des Piz da l’Acqua E-Gipfel (P3118) in Angriff nahm. Nach vergangenen Reklamationen seitens Nationalparks zu meinen vergangenen Touren auf der Nationalparkgrenze, Drohungen zu Busse und Eintragslöschdrohungen in diesem Portal, habe ich mir heute grosse Mühe gegeben direkt auf den Grat zu bleiben, resp. nicht nach Westen auszuweichen, was mir zuerst auch sehr gut gelang. Nach dem ersten Aufschwung ist oben an der Wand auch ein kleiner Steinmann zu sehen, der einigermassen den Weg aufzeigt. Dieser erreicht man nur jedoch nur im rutschigen Kies auf Felsen, wohl der schwerste Part bis zum Piz da l’Acqua E-Gipfel. Danach wird der helle Blockturm westlich im Schutt umgangen und der letzte Gipfelaufstieg erfolgt dann ziemlich direkt auf dem Grat bis zum Gipfel mit kleinem Steinmann. Was für eine Aussicht! Nach Osten ist die Gestalt des Hauptgipfels des Piz da l’Acqua furchteinflössend und faszinierend zugleich! Nach Norden ist der Piz dal Diavel, wie sein Name schon sagt «Gipfel des Teufels» seinen Namen würdig: Wilder geht’s kaum! Nur liegt der leider oder gerade deswegen im Nationalpark. Hier lohnte es sich eine längere Pause einzuleben, zumal auch das Wetter immer freundlicher wird. Der Piz da l’Acqua W-Gipfel liegt zwar nur wenige Meter daneben, doch ein Spalt mit einer grossen schrägen Platte und der Turm an und für sich sah für mich für eine direkte Besteigung zu anspruchsvoll aus. Hierfür habe ich beim Aufstieg einen anderen Plan geschmiedet, mal schauen, ob dies klappen könnte…
Piz da l’Acqua W-Gipfel – Fuorcla dal Diavel
Nach einer halben Stunde Pause ging es wieder zurück zu der Stelle, wo der Weg vom Cima del Fopél herkam und danach unschwierig zu P3076. Der weitere Abstieg zu P2829 war stark abschüssig und nicht einsehbar, somit musste ich jederzeit mit einem Rückzug rechnen. Ich stieg von P3076 gefühlt in stark abschüssigem Gelände mit kleinen bröseligen plattigen Steinen wie eine Schnecke hinab. Alles bewegte sich und nichts hielt, so ging ich manchmal mit allen Vieren langsam wie ein umgedrehtes Tier hinab zu P2829 stets in der Hoffnung, dass eins der vier Extremitäten halten würde. Zudem ist meine GPS-Aufnahme dabei eingeschlafen und habe es erst bei P2829 bemerkt und es wieder eingeschaltet.
Ab P2829 ging es einfacher auf den Grat weiter bis abrupt ein Felsabschwung hinabgeklettert werden muss. Das stark brüchige und unstabile Gestein machte das Hinabklettern schwierig. Ich habe jede einzelne Platte prüfen müssen, bevor ich sie belasten konnte und die meisten hielten nicht (T6, II+). Nach dieser ersten Schlüsselstelle ging es danach zum Glück etwas einfacher im Gehgelände weiter zu P2917 (T4+, I+).
Nun war ich überzeugt, das Schwierigste bis zur Fuorcla dal Diavel gemeistert zu haben, doch schon gleich nach P2917 wurde ich eines Besseren belehrt. Kurz nach P2917 konnte ich die grössten Schwierigkeiten noch südlich umgehen, doch dann kam einen sehr steilen und ausgesetzten Abstieg von rund 7 Meter nach Süden (T6+, III), die zweite Schlüsselstelle. Hier habe ich ein Stück Seil um einen Blockstein für ein Abseilen gesichtet. Ich bin ziemlich überzeugt, dass dieser noch von Norbert Joos und Peter Gujan sein müssen, die im Jahr 2005 den Kanton Graubünden auf der 740km langen Grenzlinie in 77 Tage alle 335 Gipfel bestiegen. Norbert Joos ist im Jahr 2016 am Piz Bernina durch einen Mitrissunfall einer anderen Person am Spallagrat verunglückt. Wenn die beiden diese Grenzlinie von Ost nach West gegangen sind, dann zu 100%, falls nicht, dann muss sich hier oben sonst mal jemand verirrt sein… Hat hierzu vielleicht jemand das Buch «Grenztour Graubünden gelesen» und kann dazu etwas sagen?
Heute hatte ich, ausser der Stirnlampe, doch dazu später mehr, im Sack pack eine 11 Meter Reep Schnur dabei, die ich hier dank dem vorhandenen fixierten Seil liebend gerne verwendet habe. Ich kam zwar damit nach 5.5 Metern nicht ganz hinab, doch hatte unten wieder gute Griffe bis zu einem schuttigen Band, so, dass diese Länge zum Glück genügte. Nun wusste ich, dass eine Rückkehr mit sehr hohen Risiken verbunden war. P2808 war nicht mehr weit, doch das sagt rein gar nichts zu den Schlüsselstellen aus. Hätte ich allenfalls das Seil noch fixiert dort lassen sollen und zuerst schauen gehen, ob da noch eine Überraschung kommt? Ich war jedoch überzeugt im Notfall diese Stelle, auch wenn nur widerwillig, knapp noch ohne Reep Schnur zu meistern, deswegen wurde sie eingezogen und mitgenommen. Nach einer kurzen Bändertraverse auf der Südseite war die flache Ebene ab P2808 bis zur Fuorcla dal Diavel zum Greifen nah, wäre da nicht dieser 10 Meter senkrechte Kamin mit dem engen Spalt gewesen…
Diese dritte Schlüsselstelle war die ekligste (T6+, IV), die ich je hatte. Zum Glück lag auch da eine Schnur um den grossen stabilen Felsbrocken vor der Wand; falls ihr es wart, danke Norbert und Peter dafür, sonst danke demjenigen oder derjenigen, die es hinterlassen hat! Ich packte die soeben zuvor eingepackte Reep Schnur wieder aus und warf sie runter. Nun ja, bis zur Hälfte der Wand ging es gesichert, danach musste es halt ohne gehen. Warum habe ich damals nicht doch eine etwas längere Schnur gekauft gehabt… Nun nicht aufregen, Gedanken ausschalten und konzentrieren ist angesagt. Vorsichtig ging ich hier hinab bis zum Ende der Reep Schnur und konnte in der Mitte der Wand halt finden. Nun hiess es alles oder nichts, ich Sturkopf entschied mich für alles. Ich zog die Schnur ein, löste damit noch ein paar kleine Steine aus, die mein Dickschädel verdient hat, und fing an vorsichtig hinab zu klettern. Zum Glück hatte es unten etwas mehr Griffe als oben, so, dass ich erstaunlicherweise doch noch gut hinab kam. Bis anhin wohl meine anspruchsvollste Kletterei, die ich jedoch in diesem Schwierigkeitsgrad grundsätzlich nicht unbedingt brauche.
Mit weichen Knien geht’s flach im Gehgeländer weiter über P2808 zur Fuorlca dal Diavel (P2926).
Fuorcla dal Diavel – Piz Serra – Fuorcla Müschauns – Piz Fier
Ab der Fuorcla dal Diavel (P2826) geht’s nun sehr einfach meist im Gehgelände hoch zum Piz Serra, wobei kurz vor dem Gipfel der SE-Grat doch noch ausgesetzter wird und der Aufstieg auch mal die Hände beansprucht (T4+, I). Oben einen Steinmann gesichtet. Kurz hinüber zum Vorgipfel und dann zuerst etwas ausgesetzter (T5, II), später einfacher (T4) hinab zur Fuorcla Müschauns. Wegen dem späten Aufbruch war nun schon 18:00 Uhr, ich musste deswegen schon die ersten Gedanken zum Abstieg machen. Es wäre zu verlockend gewesen bei der Fuorcla Müschauns kurz zum Wanderweg hinüber zur Fuorcla Val Sassa zu spazieren, wo ich einfach über den Wanderweg nach S-chanf hätte hinabwandern können, wäre dieser Übergang nicht im Nationalparkgebiet! Somit hiess es entweder weiter zur Fuorcla Trupchun und dann nach S-chanf oder hinab nach Livigno und dort übernachten. Ich hasse solche Überlegungen, somit habe ich die Energie lieber für die Fortsetzung gebraucht. Weiter ging es einfach hinüber via P2930 und hoch zum Cima die Buoi (P2976), wobei P2930 südlich leicht umgangen wurde (T3). Der Cima die Buoi ist nicht so markant, resp. ich merkte nicht mal, dass ich auf einen Gipfel stand? Somit ohne Pause wieder hinab auf feinem angenehmem Kies zur Fuorcla Val Mela (P2920).
Aufgrund von steilen Felsen musste ich den Grat südöstlich umgehen. Die östliche Umgehung verlief unterhalb der grossen und imposanten Felsen des Grats. Sobald das Gelände zuliess ging ich eine steile und schuttige Rinne mühselig und auf Energiesparflamme wieder hoch zum Grat und unschwierig zum Piz Fier (T4+). Während dem Aufstieg begrüssten mir zwei Bartgeier über meinem Kopf und schienen sich hier oben wohl zu fühlen. Kein Wunder bei so einer wunderprächtigen Sicht v.a. in das Val Trupchun! Ob die beiden das Gipfelkreuz mit Knochen verwechselt haben könnte erklären, warum das Gipfelkreuz gebrochen am Boden lag. Ich fixierte eine als Kreuzersatz im Steinmann.
Piz Fier – S-chanf
Auf dem S-Grat des Piz Fier konnte ich nicht lange kraxeln, denn ein abschüssiger Felsvorsprung versperrte mir den Weg. Somit musste ich wohl oder übel wieder einmal in die E-Flanke ausweiche und durch verschiedene abschüssige Rinnen absteigen bis das Gelände mir wieder einen Durchschlupf zum Grat bei P2877 erlaubte (T5+, II). Der Abstieg vom Piz Fier erschien mir mühsamer als der Aufstieg, also hier lieber die Aufstiegsroute auch für den Abstieg verwenden. Der Grat kann bei P2877 über Schutt wieder erreicht werden, aber hier wieder den Grat folgend unschwierig (T3) via P2912 bis kurz vor P2932, wo ein direkter Felsaufschwung auf dem Grat nicht mehr möglich ist. Es gilt nun eine sehr steile sandige Rinne von ca. 10 Meter mit losem Gestein, die sich leicht östlich vom Grat befindet, hochzukommen. Bis zur Hälfte der Rinne klappt das durch Treppen mit den Schuhen einzuschlagen ganz gut, doch dann nimmt die Steilheit dermassen zu, dass man rechts über lose Steine ausweichen muss (T6, II). Bei P2991 war es schon 20:00 Uhr, somit musste ich nun ernsthaft langsam an einen Abstieg denken. Der Grat sah ab P2991 bis zum Piz Saliente sehr zerklüftet und anspruchsvoll aus, was zeitlich nicht mehr drinnen lag. Somit entschied ich mich bei P2991 den Grat östlich zu verlassen um die Bocchetta del Cantone zu erreichen. Doch ein direkter Abstieg von P2991 sah auf der Karte einfacher aus, als das was es tatsächlich war. Die erste sehr steile Rinne, die mit Sand und Schutt gefüllt war, endete in einem senkrechten Felsen. Da war mein Limit an Steilheit in einem solchen Gelände noch einigermassen sicher zu gehen erreicht. Somit musste ich kurz vorher die E-Flanke nördlich nach einem geeigneteren Abstieg suchen. Grusig ging es über zwei steilen nassen Rinnen hinab zu den kleinen Tümpeln. Obwohl ich Wasser gebraucht hätte, sah dessen Wasser ungeniessbar aus. Nach einer Traverse des E-Grates vom Monte Saliente kam ich auf dem Wanderweg, den ich jedoch nach dessen Grat gleich wieder verliess, stets in der Hoffnung einen direkten Durchschlupf zur Fuorcla Trupchun zu finden. Denn der Wanderweg wäre 300 Hm hinab gegangen um bei P2411 wieder 350Hm hoch zur Fuorcla Trupchun zu gelangen, was zeitlich nicht mehr drinnen lag. Somit wieder einmal volles Risiko eingegangen und eine steile, aber dennoch angenehme Rinne gefunden, die mich direkt zu P2909 geführt hat. Hier wäre auch die Normalroute für den Monte Saliente von Süden her hochgegangen. Doch um 21:00 noch auf den Monte Saliente zu gehen wäre lebensgefährlich gewesen. Nach einem kurzen Abstieg zur kleinen Steinhütte ging es über gefühlt tausenden von Kurven, die ich alle «A la direttissima» abkürzte, hinab in das Val Trupchun. Bei der ersten Bachüberquerung meine erste heutige Wasserstelle gefunden, wo ich meine fällig leere Wasserflasche auffüllen konnte. Bei der zweiten Bachüberquerung war es dann stockdunkel, da habe ich kurz eine Schuhwechselpause eingelegt). Die Stirnlampe habe ich normalerweise erst im Herbst dabei, doch nun habe ich gelernt sie doch immer dabei zu haben. Bei mir sing es somit mit der Smartphonelampe weiter hinab zur Alp Trupchun (P2043), wo ich kurz mein Herz in meinen kurzen Hosen verloren habe. Hatte ich hier kurz eine Halluzination oder war es Realität? Mir kamen zwei Füchse wildgerannt entgegen und fauchten mich an. Zum Glück hatte ich meine Stöcke noch nicht zusammengelegt, so, dass ich durch Brüllen und Stockbewegungen sie verscheuchen konnte. Doch die Angst bedroht zu werden war nun da. Die kleine Smartphonelampe, die nur eine stark beschränkte Sicht gewährte, verstärkte dieses Gefühl. Angst ist zwar nur ein Gefühl, den man kontrollieren konnte, doch hier hatte ich plötzlich meine Mühe. Gedanken, dass vor einer Woche der Bär und der Wolf wieder in der Region gesichtet wurden, kamen auf. Was wenn ich angegriffen werde? Nun habe ich bis S-chanf nicht mehr getraut die Stöcke einzupacken. Bei der Alp Trupchun war ich um 22:10 und bis S-chanf zeigte der Wegweiser noch immer 2.5 Std. auf. Mein letzter Zug von S-chanf nach Zernez fuhr um 23:00, somit musste ich wohl oder übel hinab joggen. Mit müden Beinen, in der linken Hand zwei Stöcke als Waffe, in der rechten Hand mein Smartphone, dessen Batterie langsam aber sicher zu neige ging, was für das Joggen ein zusätzlicher Grund war, trottete ich über kleine Holzbrücken, enge, breite Wanderwege, Forstwege und zuletzt auf der Teerstrasse hinab nach S-chanf, wo ich knapp noch den Zug nach Zernez erwischte.
2.30 Std Cima del Fopél
4 Std Piz da l’Acqua
5.45 Std. P2829.
7 Std. Std Fuorcla dal Diavel
7.45 Std. Piz Serra
9 Std. Piz Fier
10 Std. P2991
11 Std. 2908
13.30 Std. S-chanf
Tut mir leid für den langen Text, doch eine lange Tour zieht einen langen Text mit sich...
Ponte Viera hat keine Bushaltestelle. Der nette Chauffeur hat trotz grosser Verspätung für mich eine Ausnahme gemacht und mich dort aussteigen lassen. Was in der Schweiz fast unmöglich ist, scheint dies zum Glück ennet der Grenze kein Problem zu sein. Somit musste ich nicht von Livigno Acquagranda (Halt nur zum Aussteigen) die langwierige Hautstrasse wieder zurücklaufen, denn meine Beine werde ich heute noch genug beanspruchen und zudem war der Start um 10:00 Uhr für mein Vorhaben zu spät. Warum man zeitlich mit dem Bus nicht früher nach Livigno kommt ist mir ein Rätsel. Eine Meldung diesbezüglich hatte ich früher schon mal gemacht, doch ich befürchte, dass sie dort lieber Übernachtungs- statt Tagestouristen wollen.
Livigno – Piz da l’Acqua W-Gipfel:
Auf dem Wegweiser bei Ponte Viera (P1807) steht für den Cima del Fopél ganze 4.30 Std.? Wenn das wirklich stimmen würde, käme ich heute nicht sehr weit. Doch für 1’100Hm erscheint mir dies erfahrungsgemäss doch etwas übertrieben. Ich schaffte diesen steilen und manchmal etwas abschüssigen Wanderweg (T3+) gemütlich mit einer Pause zum Glück in 2.30 Std. Was mir neben dem späten Aufbruch auch noch Sorgen machte war das Wetter. Statt nur Sonne mit Wolken nieselte es beim Aufstieg zum Cima del Fopél immer wieder. Auch wenn ich es nicht ganz wahrhaben wollte, musste ich spätestens ab P2722 widerwillig dann doch noch die Regenjacke anziehen. Und zudem lag der Grat vom Piz da l’Acqua zum Piz Serra und Piz Fier meist in den Wolken; was für ein Graus dieser Anblick! Im Kopf plante ich somit schon nach dem Cima del Fopél den direkten Abstieg auf dem Wanderweg nach E zum Ristoro Fopél, wo ich dann die noch längere mühselige Hauptstrasse hätte nach Punt dal Gall laufen müssen, um mit dem Bus leicht frustriert wieder zurück in die Schweiz zu fahren….
Auf dem Cima del Fopél tauchte der Piz da l’Acqua West- und Ostgipfel manchmal aus den Wolken aus, was ich als einen Wink wahrnahm. Ohne hier gross Pause zu machen (warum auch ohne grosse Sicht) bin ich 100 Hm den schuttigen Verbindungsgrat abgestiegen, um dann zuerst leicht, später etwas steiler über eine steile Rinne, die mit Ketten gesichert ist, die ich jedoch nicht gebraucht habe, hoch zum Grat der Landesgrenze hochzusteigen. Das Wetter besserte sich, so, dass ich mich genüsslich den SSW-Grat des Piz da l’Acqua E-Gipfel (P3118) in Angriff nahm. Nach vergangenen Reklamationen seitens Nationalparks zu meinen vergangenen Touren auf der Nationalparkgrenze, Drohungen zu Busse und Eintragslöschdrohungen in diesem Portal, habe ich mir heute grosse Mühe gegeben direkt auf den Grat zu bleiben, resp. nicht nach Westen auszuweichen, was mir zuerst auch sehr gut gelang. Nach dem ersten Aufschwung ist oben an der Wand auch ein kleiner Steinmann zu sehen, der einigermassen den Weg aufzeigt. Dieser erreicht man nur jedoch nur im rutschigen Kies auf Felsen, wohl der schwerste Part bis zum Piz da l’Acqua E-Gipfel. Danach wird der helle Blockturm westlich im Schutt umgangen und der letzte Gipfelaufstieg erfolgt dann ziemlich direkt auf dem Grat bis zum Gipfel mit kleinem Steinmann. Was für eine Aussicht! Nach Osten ist die Gestalt des Hauptgipfels des Piz da l’Acqua furchteinflössend und faszinierend zugleich! Nach Norden ist der Piz dal Diavel, wie sein Name schon sagt «Gipfel des Teufels» seinen Namen würdig: Wilder geht’s kaum! Nur liegt der leider oder gerade deswegen im Nationalpark. Hier lohnte es sich eine längere Pause einzuleben, zumal auch das Wetter immer freundlicher wird. Der Piz da l’Acqua W-Gipfel liegt zwar nur wenige Meter daneben, doch ein Spalt mit einer grossen schrägen Platte und der Turm an und für sich sah für mich für eine direkte Besteigung zu anspruchsvoll aus. Hierfür habe ich beim Aufstieg einen anderen Plan geschmiedet, mal schauen, ob dies klappen könnte…
Piz da l’Acqua W-Gipfel – Fuorcla dal Diavel
Nach einer halben Stunde Pause ging es wieder zurück zu der Stelle, wo der Weg vom Cima del Fopél herkam und danach unschwierig zu P3076. Der weitere Abstieg zu P2829 war stark abschüssig und nicht einsehbar, somit musste ich jederzeit mit einem Rückzug rechnen. Ich stieg von P3076 gefühlt in stark abschüssigem Gelände mit kleinen bröseligen plattigen Steinen wie eine Schnecke hinab. Alles bewegte sich und nichts hielt, so ging ich manchmal mit allen Vieren langsam wie ein umgedrehtes Tier hinab zu P2829 stets in der Hoffnung, dass eins der vier Extremitäten halten würde. Zudem ist meine GPS-Aufnahme dabei eingeschlafen und habe es erst bei P2829 bemerkt und es wieder eingeschaltet.
Ab P2829 ging es einfacher auf den Grat weiter bis abrupt ein Felsabschwung hinabgeklettert werden muss. Das stark brüchige und unstabile Gestein machte das Hinabklettern schwierig. Ich habe jede einzelne Platte prüfen müssen, bevor ich sie belasten konnte und die meisten hielten nicht (T6, II+). Nach dieser ersten Schlüsselstelle ging es danach zum Glück etwas einfacher im Gehgelände weiter zu P2917 (T4+, I+).
Nun war ich überzeugt, das Schwierigste bis zur Fuorcla dal Diavel gemeistert zu haben, doch schon gleich nach P2917 wurde ich eines Besseren belehrt. Kurz nach P2917 konnte ich die grössten Schwierigkeiten noch südlich umgehen, doch dann kam einen sehr steilen und ausgesetzten Abstieg von rund 7 Meter nach Süden (T6+, III), die zweite Schlüsselstelle. Hier habe ich ein Stück Seil um einen Blockstein für ein Abseilen gesichtet. Ich bin ziemlich überzeugt, dass dieser noch von Norbert Joos und Peter Gujan sein müssen, die im Jahr 2005 den Kanton Graubünden auf der 740km langen Grenzlinie in 77 Tage alle 335 Gipfel bestiegen. Norbert Joos ist im Jahr 2016 am Piz Bernina durch einen Mitrissunfall einer anderen Person am Spallagrat verunglückt. Wenn die beiden diese Grenzlinie von Ost nach West gegangen sind, dann zu 100%, falls nicht, dann muss sich hier oben sonst mal jemand verirrt sein… Hat hierzu vielleicht jemand das Buch «Grenztour Graubünden gelesen» und kann dazu etwas sagen?
Heute hatte ich, ausser der Stirnlampe, doch dazu später mehr, im Sack pack eine 11 Meter Reep Schnur dabei, die ich hier dank dem vorhandenen fixierten Seil liebend gerne verwendet habe. Ich kam zwar damit nach 5.5 Metern nicht ganz hinab, doch hatte unten wieder gute Griffe bis zu einem schuttigen Band, so, dass diese Länge zum Glück genügte. Nun wusste ich, dass eine Rückkehr mit sehr hohen Risiken verbunden war. P2808 war nicht mehr weit, doch das sagt rein gar nichts zu den Schlüsselstellen aus. Hätte ich allenfalls das Seil noch fixiert dort lassen sollen und zuerst schauen gehen, ob da noch eine Überraschung kommt? Ich war jedoch überzeugt im Notfall diese Stelle, auch wenn nur widerwillig, knapp noch ohne Reep Schnur zu meistern, deswegen wurde sie eingezogen und mitgenommen. Nach einer kurzen Bändertraverse auf der Südseite war die flache Ebene ab P2808 bis zur Fuorcla dal Diavel zum Greifen nah, wäre da nicht dieser 10 Meter senkrechte Kamin mit dem engen Spalt gewesen…
Diese dritte Schlüsselstelle war die ekligste (T6+, IV), die ich je hatte. Zum Glück lag auch da eine Schnur um den grossen stabilen Felsbrocken vor der Wand; falls ihr es wart, danke Norbert und Peter dafür, sonst danke demjenigen oder derjenigen, die es hinterlassen hat! Ich packte die soeben zuvor eingepackte Reep Schnur wieder aus und warf sie runter. Nun ja, bis zur Hälfte der Wand ging es gesichert, danach musste es halt ohne gehen. Warum habe ich damals nicht doch eine etwas längere Schnur gekauft gehabt… Nun nicht aufregen, Gedanken ausschalten und konzentrieren ist angesagt. Vorsichtig ging ich hier hinab bis zum Ende der Reep Schnur und konnte in der Mitte der Wand halt finden. Nun hiess es alles oder nichts, ich Sturkopf entschied mich für alles. Ich zog die Schnur ein, löste damit noch ein paar kleine Steine aus, die mein Dickschädel verdient hat, und fing an vorsichtig hinab zu klettern. Zum Glück hatte es unten etwas mehr Griffe als oben, so, dass ich erstaunlicherweise doch noch gut hinab kam. Bis anhin wohl meine anspruchsvollste Kletterei, die ich jedoch in diesem Schwierigkeitsgrad grundsätzlich nicht unbedingt brauche.
Mit weichen Knien geht’s flach im Gehgeländer weiter über P2808 zur Fuorlca dal Diavel (P2926).
Fuorcla dal Diavel – Piz Serra – Fuorcla Müschauns – Piz Fier
Ab der Fuorcla dal Diavel (P2826) geht’s nun sehr einfach meist im Gehgelände hoch zum Piz Serra, wobei kurz vor dem Gipfel der SE-Grat doch noch ausgesetzter wird und der Aufstieg auch mal die Hände beansprucht (T4+, I). Oben einen Steinmann gesichtet. Kurz hinüber zum Vorgipfel und dann zuerst etwas ausgesetzter (T5, II), später einfacher (T4) hinab zur Fuorcla Müschauns. Wegen dem späten Aufbruch war nun schon 18:00 Uhr, ich musste deswegen schon die ersten Gedanken zum Abstieg machen. Es wäre zu verlockend gewesen bei der Fuorcla Müschauns kurz zum Wanderweg hinüber zur Fuorcla Val Sassa zu spazieren, wo ich einfach über den Wanderweg nach S-chanf hätte hinabwandern können, wäre dieser Übergang nicht im Nationalparkgebiet! Somit hiess es entweder weiter zur Fuorcla Trupchun und dann nach S-chanf oder hinab nach Livigno und dort übernachten. Ich hasse solche Überlegungen, somit habe ich die Energie lieber für die Fortsetzung gebraucht. Weiter ging es einfach hinüber via P2930 und hoch zum Cima die Buoi (P2976), wobei P2930 südlich leicht umgangen wurde (T3). Der Cima die Buoi ist nicht so markant, resp. ich merkte nicht mal, dass ich auf einen Gipfel stand? Somit ohne Pause wieder hinab auf feinem angenehmem Kies zur Fuorcla Val Mela (P2920).
Aufgrund von steilen Felsen musste ich den Grat südöstlich umgehen. Die östliche Umgehung verlief unterhalb der grossen und imposanten Felsen des Grats. Sobald das Gelände zuliess ging ich eine steile und schuttige Rinne mühselig und auf Energiesparflamme wieder hoch zum Grat und unschwierig zum Piz Fier (T4+). Während dem Aufstieg begrüssten mir zwei Bartgeier über meinem Kopf und schienen sich hier oben wohl zu fühlen. Kein Wunder bei so einer wunderprächtigen Sicht v.a. in das Val Trupchun! Ob die beiden das Gipfelkreuz mit Knochen verwechselt haben könnte erklären, warum das Gipfelkreuz gebrochen am Boden lag. Ich fixierte eine als Kreuzersatz im Steinmann.
Piz Fier – S-chanf
Auf dem S-Grat des Piz Fier konnte ich nicht lange kraxeln, denn ein abschüssiger Felsvorsprung versperrte mir den Weg. Somit musste ich wohl oder übel wieder einmal in die E-Flanke ausweiche und durch verschiedene abschüssige Rinnen absteigen bis das Gelände mir wieder einen Durchschlupf zum Grat bei P2877 erlaubte (T5+, II). Der Abstieg vom Piz Fier erschien mir mühsamer als der Aufstieg, also hier lieber die Aufstiegsroute auch für den Abstieg verwenden. Der Grat kann bei P2877 über Schutt wieder erreicht werden, aber hier wieder den Grat folgend unschwierig (T3) via P2912 bis kurz vor P2932, wo ein direkter Felsaufschwung auf dem Grat nicht mehr möglich ist. Es gilt nun eine sehr steile sandige Rinne von ca. 10 Meter mit losem Gestein, die sich leicht östlich vom Grat befindet, hochzukommen. Bis zur Hälfte der Rinne klappt das durch Treppen mit den Schuhen einzuschlagen ganz gut, doch dann nimmt die Steilheit dermassen zu, dass man rechts über lose Steine ausweichen muss (T6, II). Bei P2991 war es schon 20:00 Uhr, somit musste ich nun ernsthaft langsam an einen Abstieg denken. Der Grat sah ab P2991 bis zum Piz Saliente sehr zerklüftet und anspruchsvoll aus, was zeitlich nicht mehr drinnen lag. Somit entschied ich mich bei P2991 den Grat östlich zu verlassen um die Bocchetta del Cantone zu erreichen. Doch ein direkter Abstieg von P2991 sah auf der Karte einfacher aus, als das was es tatsächlich war. Die erste sehr steile Rinne, die mit Sand und Schutt gefüllt war, endete in einem senkrechten Felsen. Da war mein Limit an Steilheit in einem solchen Gelände noch einigermassen sicher zu gehen erreicht. Somit musste ich kurz vorher die E-Flanke nördlich nach einem geeigneteren Abstieg suchen. Grusig ging es über zwei steilen nassen Rinnen hinab zu den kleinen Tümpeln. Obwohl ich Wasser gebraucht hätte, sah dessen Wasser ungeniessbar aus. Nach einer Traverse des E-Grates vom Monte Saliente kam ich auf dem Wanderweg, den ich jedoch nach dessen Grat gleich wieder verliess, stets in der Hoffnung einen direkten Durchschlupf zur Fuorcla Trupchun zu finden. Denn der Wanderweg wäre 300 Hm hinab gegangen um bei P2411 wieder 350Hm hoch zur Fuorcla Trupchun zu gelangen, was zeitlich nicht mehr drinnen lag. Somit wieder einmal volles Risiko eingegangen und eine steile, aber dennoch angenehme Rinne gefunden, die mich direkt zu P2909 geführt hat. Hier wäre auch die Normalroute für den Monte Saliente von Süden her hochgegangen. Doch um 21:00 noch auf den Monte Saliente zu gehen wäre lebensgefährlich gewesen. Nach einem kurzen Abstieg zur kleinen Steinhütte ging es über gefühlt tausenden von Kurven, die ich alle «A la direttissima» abkürzte, hinab in das Val Trupchun. Bei der ersten Bachüberquerung meine erste heutige Wasserstelle gefunden, wo ich meine fällig leere Wasserflasche auffüllen konnte. Bei der zweiten Bachüberquerung war es dann stockdunkel, da habe ich kurz eine Schuhwechselpause eingelegt). Die Stirnlampe habe ich normalerweise erst im Herbst dabei, doch nun habe ich gelernt sie doch immer dabei zu haben. Bei mir sing es somit mit der Smartphonelampe weiter hinab zur Alp Trupchun (P2043), wo ich kurz mein Herz in meinen kurzen Hosen verloren habe. Hatte ich hier kurz eine Halluzination oder war es Realität? Mir kamen zwei Füchse wildgerannt entgegen und fauchten mich an. Zum Glück hatte ich meine Stöcke noch nicht zusammengelegt, so, dass ich durch Brüllen und Stockbewegungen sie verscheuchen konnte. Doch die Angst bedroht zu werden war nun da. Die kleine Smartphonelampe, die nur eine stark beschränkte Sicht gewährte, verstärkte dieses Gefühl. Angst ist zwar nur ein Gefühl, den man kontrollieren konnte, doch hier hatte ich plötzlich meine Mühe. Gedanken, dass vor einer Woche der Bär und der Wolf wieder in der Region gesichtet wurden, kamen auf. Was wenn ich angegriffen werde? Nun habe ich bis S-chanf nicht mehr getraut die Stöcke einzupacken. Bei der Alp Trupchun war ich um 22:10 und bis S-chanf zeigte der Wegweiser noch immer 2.5 Std. auf. Mein letzter Zug von S-chanf nach Zernez fuhr um 23:00, somit musste ich wohl oder übel hinab joggen. Mit müden Beinen, in der linken Hand zwei Stöcke als Waffe, in der rechten Hand mein Smartphone, dessen Batterie langsam aber sicher zu neige ging, was für das Joggen ein zusätzlicher Grund war, trottete ich über kleine Holzbrücken, enge, breite Wanderwege, Forstwege und zuletzt auf der Teerstrasse hinab nach S-chanf, wo ich knapp noch den Zug nach Zernez erwischte.
2.30 Std Cima del Fopél
4 Std Piz da l’Acqua
5.45 Std. P2829.
7 Std. Std Fuorcla dal Diavel
7.45 Std. Piz Serra
9 Std. Piz Fier
10 Std. P2991
11 Std. 2908
13.30 Std. S-chanf
Tut mir leid für den langen Text, doch eine lange Tour zieht einen langen Text mit sich...
Um Mitternacht machte ich noch Autostopp, um über den Ofenpass zu gelangen. Es schien, dass um diese Zeit niemand mehr über den Pass fuhr. Ich verstand, dass als die zwei italienischen Fahrzeuge mich beim Trampen sahen fluchtartig davon sausten. Nach einer halben Stunde hat ein Auto aus Zürich doch noch angehalten. Die drei Jungen hatten Mitleid mit mir und wollten ein verlängertes Wochenende bei einer Tante in Sta. Maria verbringen. Der junge Fahrer, der sein Fahrzeugausweis erst seit 2 Wochen hatte, fuhr über den Pass als hätte er nie etwas anderes im Leben gemacht. Wir hatten bis Tschierv ganze 5 Füchse und einen Hasen auf der Strasse gezählt. Danke auch für den Snus, der bei mir als Nichtraucher wie eine Bombe einfuhr. Um 01:00 kochte ich noch mein Mitternachtsessen und so ging langsam aber sicher ein langer, aber intensiver Tag zu ende.
Letzte Änderung: 01.08.2025, 20:52Aufrufe: 908 mal angezeigt
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Piz Fier (3059m)
Gratwanderung vom Piz da l'Acqua W-Gipfel über den W-Grat zum Piz Serra und über den S-Grat bis zum Piz Fier
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