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WanderungGuter EintragMit GPS-Track
Bergrider
Unterwegs mit: Hermon
2 Personen
max. 5 Personen
auf gleicher Route
Hauptziel erreicht
ausgezeichnet
Heute möchte ich mit Hermon die Munt Platta Naira überschreiten. Der Treffpunkt liegt bei P2397 unterhalb der Keschhütte. Er pedalt mit seinem E-Bike im Schatten von Bergün den anspruchsvollen Wanderweg hoch zur Keschhütte, deponiert dort sein E-Bike und joggt hinab zum Treffpunkt. Ich trample bei kalten Temperaturen trotz Sonnenschein von Chapella durch das Val Susauna auf einem Alp Weg und anschliessend durch das Val Funtauna ebenfalls auf einem anspruchsvollen Wanderweg hoch zu P2397.

Zeitlich treffen wir uns ohne Wartezeiten im Val dal Tschüvel und können in der Sonne auf dem Wanderweg via Platta Naira in das Val Sartiv bis kurz vor P2550, wo wir auf Wiese mit einzelnen tragenden Schneeresten in Richtung SW via P2626 zu P2775 mit dem kleinen gefrorenen See, hochsteigen. Unter dem Gipfelaufschwung kraxeln wir auf angenehm warmen Blockfelsen gemischt mit Wiese hoch zum Piz Murtelet (T5, I+) mit Steinmann, wo wir eine ausgedehnte Gipfelrast geniessen.

Für den Abstieg bietet sich in der S-Flanke eine Rinne mit Schutt und vielen festen Steinen, so, dass sich das Rutschvergnügen in Grenzen hält, dennoch kommen wir mit einer kurzen Klettereinheit zuletzt einfach hinab und queren bei einem Sattel des S-Grats vom Piz Murtelet nach Osten und spazieren gemütlich hinab. Kurz vor P2832 können wir es nicht lassen und rutschen die kleine sandige E-Flanke genussvoll hinab zur Ebene von P2832. Weiter klettern wir auf dem Grat die erste schräge Felswand hoch (T5, II) und weichen die schneegefüllten Passagen leicht westlich in den Felsen aus bis eine Graterhebung und etwas verschnaufen lässt.

Wir steigen leicht westlich vom Grat eine Passage mit festem Geröll hinab zu einem kleinen Sattel kurz vor P3023. Aufgrund vom vielen Schnee weichen wir nicht in die W-Flanke aus, wie es im Tourenführer steht, sondern bleiben stur auf dem Grat. Die Schwierigkeiten im Klettern nehmen zu. Hermon klettert die ersten Felsen mit guten Griffen rund 5 Meter hoch, doch dann kommen wir an eine Passage unter den Felsen, wo wir auf schräg abfallenden Felsen auf rutschigem Schnee nach E hinüberqueren (T6, III) oder auf trockene Felsen nach S direkt hochklettern müssen (T6, IV). Hermon zweifelt und lässt mich den Vortritt. Diese Stelle ist, vor allem mit den jetzigen Verhältnissen nicht nur etwas heikel, sondern auch riskant, da es in der Mitte etwas Mangel an Haltemöglichkeiten gibt. Ich lege die Stöcke weg und traversiere mit den Zehenspitzen auf leiser "vorderer" Sohle langsam auf die andere Seite, wo die Griffe zwar wieder vermehrt vorhanden sind, aber dafür nicht alle halten, auch die Grossen nicht. Beim lieben Gott ist an dieser Stelle wohl der Kleber für das Gestein ausgegangen... Ich steige ein paar Meter über Fels und Schnee hoch und werfe meine Reep Schnur hinab zu Hermon, damit er dort im Schatten nicht noch vor Kälte einfriert, denn ich hatte jedenfalls schon kalte Finger bekommen. Diese Sicherheit brauchte er, so, dass er im nu komma nix bei mir war.
Gleich nach diesem Nervenkitzel klettern wir mit wenig Schneekontakt wieder auf feste Felsen wieder angenehmer hoch zum Munt Platta Naira (P3023) (T5, II), der auf der Karte nur als P3023 kotiert wird. Der Name Munt Platta Naira kommt von den dunklen Felsbändern der durchsetzen Rasenhalden der Ostseite.

Der Abstieg erfolgt östlich leicht unter dem Grat auf Wiese und Felsen. Danach steigen wir ohne besondere Schwierigkeiten hoch zu P2991. Der weitere Gratverlauf hinab zu P2955 sieht interessant aus, da er von grossen nach Westen abfallenden Felsen bestückt ist. Hermon verbringt kurz danach etwas zu lange an einer Stelle, wo dann wohl wieder eine anspruchsvollere Angelegenheit auf uns zukommt. Ohne zu schauen packe ich kurzerhand wieder meine Not-Reep Schnur aus, steige zu ihm, mache sie an einem festen spitzigen Brocken von Stein an, steige am Doppelseil rund 4 Meter nur mit den Händen hinab, worauf er gleich nachfolgt und schon ist diese Stelle ohne Zeitverlauft passiert (T6, IV).

Danach klettern wir direkt auf dem Grat, die Felsen sind warm und bombenfest, die Griffe gut, der Grat ist spitzig und eng, an einer Stelle schleife ich mein Allerwerteste am Fels nach und laufe auf allen Vieren mit dem Gesicht nach oben (T6-, II). Es ist abwechslungsreich und uns gefällt diese Passage besonders gut. Nach einer schrägen Querung im Schrofengelände tanzen wir schon fast mit einem Grinsen im Gesicht hinab zu P2955, wo der letzte Aufstieg für heute zum Piz Forun bevorsteht. Obwohl der N-Grat viel Schnee drinnen hat schaffen wir es immer wieder auf die Felsen auszuweichen. Mit ein paar einfachen Klettereinheiten (T5-, I+) kommen wir glücklich auf dem Piz Forun mit Steinmann und Stock an und machen für heute schon die zweite Gipfelrast.

Die Südseite vom Piz Forun ist sehr freundlich und offen (T4). Eine Normalroute ist, wenn man sie sucht, sicher vorhanden, doch wir steigen weglos in SE-Richtung auf Wiese hinab und müssen an einer Stelle sogar nochmals kurz etwas hinabklettern. Nach dem kurzen Wiederaufstieg stehen wir vor der Kesch-Hütte, die noch einen ganzen Monat geöffnet hat! Hermon steigt auf sein E-Bike und fährt bei Sonnenschein hinab nach Bergün und ich laufe kurz hinab zu P2397 und fahre mit Daunenhandschuhe im Schatten hinab zum Ausgangspunkt.

Ich habe erst beim Piz Forun bemerkt, dass mein GPS kurz nach P2832 ausgestiegen ist. Das fehlende Teilstück liegt genau auf dem Grat und wurde manuell nachgezeichnet!
Danke Hermon für diese schöne Gratüberschreitung.
Verhältnis Bilder
Persönliche Bilder
Letzte Änderung: 28.10.2025, 22:12Aufrufe: 609 mal angezeigt

Piz Murtelet (3019m)

Überschreitung Piz Murtelet - Piz Forun

Karte