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eyes + more27.05.2026

Augen auf beim Bergwandern: Warum UV-Schutz in der Höhe unterschätzt wird

Wer eine Tour im Gipfelbuch einträgt, denkt meist zuerst an Kondition, Wetter und die richtige Route. Doch ein Ausrüstungsdetail wird selbst von erfahrenen Bergsportlern immer wieder vernachlässigt: der Schutz der Augen vor UV-Strahlung. Dabei ist die Gefahr in den Alpen erheblich grösser als im Flachland, und die Folgen einer dauerhaften Überbelastung können langfristig gravierend sein.

Mehr Licht, mehr Risiko

Je höher man steigt, desto intensiver trifft UV-Strahlung auf ungeschützte Augen. Pro 1'000 Höhenmeter nimmt die Strahlungsintensität um rund 10 bis 15 Prozent zu, weil die schützende Luftschicht mit zunehmender Höhe dünner wird. Auf einem Schweizer Viertausender entspricht die Belastung also grob dem Doppelten jener im Mittelland. Hinzu kommt die Reflexion: Schnee und Gletscher werfen bis zu 90 Prozent des Lichts zurück, sodass die Augen von oben und von unten gleichzeitig beschossen werden. Wer im Winter oder Frühling unterwegs ist und auf Firnfeldern aufsteigt, bewegt sich in einem regelrechten UV-Spiegel. Der Schweizer Alpen-Club weist explizit darauf hin, dass der UV-Index auf dem Jungfraujoch in den Sommermonaten Extremwerte erreicht, die mit jenen in Australien vergleichbar sind. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Augenschutz beim Bergwandern kein Luxus, sondern eine medizinische Notwendigkeit ist.

Was passiert, wenn die Augen zu viel abbekommen

Kurzfristig führt übermässige UV-Exposition zu Schneeblindheit, einer schmerzhaften Entzündung der Hornhaut, die Betroffene bis zu drei Tage ausser Gefecht setzen kann. Langfristig begünstigt wiederholte Überexposition folgende Erkrankungen:

  1. Grauer Star (Katarakt): Die Augenlinse trübt sich vorzeitig ein, was unbehandelt zur Erblindung führt.
  2. Makuladegeneration: Die lichtempfindlichste Zone der Netzhaut wird geschädigt, zentrale Sehschärfe nimmt ab.
  3. Pterygium: Bindegewebe wächst auf die Hornhaut und kann das Sehfeld einschränken.
  4. Bindehautveränderungen: Chronische Reizungen führen zu dauerhafter Trockenheit und erhöhter Infektanfälligkeit.

Die richtige Brille für verschiedene Geländetypen

Nicht jede Sonnenbrille ist für jede Tourenkategorie geeignet. Wer alpine Wanderungen mit Sicht auf Schneefelder plant, benötigt Gläser der Schutzkategorie 3 oder 4 mit einem vollständigen UV-400-Filter, der Strahlen bis 400 Nanometer Wellenlänge blockiert. Bei Gletschertouren sind zusätzlich Seitenschutz und eine enge Passform entscheidend, damit keine Streustrahlung seitlich eindringt. Für einfachere Wanderungen in mittleren Höhenlagen bis etwa 2'000 Meter genügt in der Regel Kategorie 2. Ausführliche Touren- und Routenbeschreibungen, die auch Angaben zu Schnee- und Gletscherverhältnissen enthalten, finden sich in der Routenübersicht auf gipfelbuch.ch, wo man gezielt nach Schwierigkeitsgrad und Jahreszeit filtern kann.

Beratung vor der Saison lohnt sich

Wer unsicher ist, ob die eigene Brille den Anforderungen im Hochgebirge standhält, sollte sich vor der Saisonplanung fachkundig beraten lassen. Optikerketten wie eyes + more bieten sowohl korrigierte Sonnenbrillen als auch reine Sonnengläser in verschiedenen Schutzkategorien an, was besonders für Brillenträger relevant ist, die im Gebirge auf Kontaktlinsen verzichten möchten. Korrektionssonnenbrillen mit UV-400-Schutz ermöglichen scharfes Sehen ohne zusätzliche Überbrille.

Sonnenschutz ist mehr als Sonnencreme

Bergsportler, die ihren Sonnenschutz konsequent planen, denken häufig zuerst an den richtigen Lichtschutzfaktor für die Haut. Dabei ist die Belastung für die Augen in denselben Situationen mindestens ebenso hoch. Der Bergzeit-Ratgeber Sonnenschutz am Berg für alle Sportarten zum erklärt, warum die Augen in bestimmten Konstellationen stärker gefährdet sind als die Haut, nämlich dann, wenn man sich im Schatten eines Felsvorsprungs aufhält, der Schnee aber weiterhin reflektiert. Auch am Abend, wenn die Sonne flach steht und direkt in die Augen scheint, ist die Strahlung horizontal besonders intensiv. Wer früh startet, erreicht den Gipfel oft zu einer Zeit, in der der UV-Index bereits kritische Werte annimmt. Ein Check des MeteoSchweiz-UV-Indexes vor dem Aufbruch sollte deshalb ebenso selbstverständlich werden wie das Prüfen der Lawinensituation.

Gute Augen sind das wichtigste Navigationsinstrument am Berg. Sie erkennen Wegmarkierungen, lesen Karten und beurteilen Gefahrenstellen. Wer sie schützt, schützt letztlich die gesamte Tourensicherheit.