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Portal News25.08.2026

Eine Ampel für das Absturzrisiko auf Wegen

Ein neuer Layer von Skitourenguru visualisiert das Absturzrisiko auf Wegen. Damit erkennst du gefährliche Passagen sofort und kannst deine Touren besser planen.

Gemäss SAC sind 46% der Bergnotfälle auf Stürze bzw. Abstürze zurückzuführen. Grösstenteils finden diese bei Wanderungen bzw. Bergwanderungen statt. Vor diesem Hintergrund hat das Projekt Digiway (gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Interreg) nun einen ersten Schritt gemacht und visualisiert wie ausgesetzt Wanderwege in Tirol, Südtirol und im Trentino sind.

Der Schweizer Plattform-Betreiber Skitourenguru geht einen Schritt weiter. Auf Basis bereits vorhandener Expertise bezüglich Absturz-Konsequenzen auf Skitouren hat Skitourenguru einen Algorithmus zum Absturzrisiko auf Wegen entwickelt, der auf Billionen von virtuellen Fallexperimenten basiert.

Seit dem Sommer 2026 können auf Skitourenguru.com und Gipfelbuch.ch zwei Wegnetze eingeblendet werden: Amtliche Wege (GOV) und Wege von OpenStreetMap (OSM) werden je nach Absturzrisiko in vier Farben dargestellt:

  1. Grün: Geringes Absturzrisiko. Auf diesen Wegen besteht kaum ein Absturzrisiko.

  2. Gelb: Mässiges Absturzrisiko. Abstürze sind möglich und können zu Verletzungen führen.

  3. Orange: Hohes Absturzrisiko. Abstürze können zu schweren Verletzungen führen.

  4. Rot: Sehr hohes Absturzrisiko. Ein Absturz endet mit grosser Sicherheit tödlich.

Absturzrisiko auf Wegen Swisstopo Karte (gipfelbuch.ch)

Die Bewertung basiert auf den Geländeeigenschaften wie Steilheit und Walddichte in der Nähe des Weges sowie im darunterliegenden Bereich. Der wesentliche Fortschritt liegt in drei Punkten: Das Bewertungssystem wird konsistent und nachvollziehbar angewandt, das Absturzrisiko wird für jedes Wegsegment (10 m) separat bestimmt und die Bewertung kann auf das ganze Wegnetze angewendet werden.

Das Ziel hinter dem Ansatz von Skitourenguru: Die Einfärbung unterstützt Berggänger:innen bei der Auswahl und Planung von Wanderungen und Bergwanderungen, die ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechen.

Wie bei allen Bewertungen gibt es auch hier Unsicherheiten. Diese sind der Bergsport-Community - bspw. von der Einschätzung von Lawinenrisiken - bestens bekannt. Aktuell kann die eigentliche Beschaffenheit des Weges sowie der Sturzbahn erst ansatzweise berücksichtigt werden. Während der Modellierung ist es zudem notwendig, Annahmen zu treffen, die zurzeit noch auf einem schwachen Fundament stehen. Die Layer enthalten deshalb Fehler. Wie bei allen Hilfsmitteln der Tourenplanung ersetzen diese daher keineswegs die notwendige Ausbildung und Erfahrung. Ganz nach dem Motto «A fool with a tool is still a fool».

Um den neuen Layer also bereits in dieser frühen Entwicklungsphase sinnvoll nutzen zu können, ist gutes Verständnis des gewählten Ansatzes und gesunder Menschenverstand bezüglich Nutzen und Grenzen der Daten-Layer notwendig. Zudem ersetzen solche Information nie eine umfassende und kritische Beurteilung der Situation im Gelände.

Die Daten zum Gelände (Form und Oberfläche) entwickeln sich mit rasender Geschwindigkeit. Mit zunehmender Auflösung und Genauigkeit werden sich die Algorithmen in den kommenden Jahren verbessern. Wir stehen deshalb am Anfang einer Entwicklung mit offenem Ende. Die zur Verfügung gestellten Layers tragen dazu bei, Erfahrungen zu sammeln und konstruktives Feedback für die Weiterentwicklung zu erhalten. Für Skitourenguru von besonderem Interesse sind wiederkehrende Muster von systematischen Fehlbewertungen.

Mehr zum Thema findest du auf der entsprechenden Skitourenguru-Seite: Absturzrisiko auf Wegen