TourenFührer - Route

Gipfel: Unterer Drachenberg / Drachenberg, 2605 m

Hanspeter Willi

Route: Vättis - Gelbberg - Drachenloch - Ostflanke

Vättis - Gelbberg - Drachenloch - Ostflanke
Alpine Wanderung
1585 m
3.5 Stunden
Von Vättis wandert man auf der Strasse das Taminatal auswärts bis zum Chrüzbach am Dorfende. Ostseitig des Baches auf einem Natursträsschen ansteigend erreicht man nun Parweirsch.
Schwierigkeit: T1, Strassen.
Zeitbedarf: 20 Minuten.
Hier Parkmöglichkeit für Autos und eigentlicher Ausgangspunkt der Tour.

Man überquert den Chrüzbach und erreicht diesem auf der Westseite folgend den Pfad zum Gelbberg. Dieser führt teilweise sehr steil und stellenweise abschüssig erst durch dichten, später durch aufgelockerten Wald und Latschengelände über den Steinberg, Patina und Chrächeli empor zum Chrüzboden und weiter zur auf 2040 Meter hoch gelegenen Schafhütte im Gelbberg. Die Pfadspur ist hie und da in kurzen Abschnitten unterbrochen, die Route aber allgemein gut auffindbar.
Schwierigkeit: T3, stellenweise abschüssig, Schwindelfreiheit notwendig. Der Aufstieg ist unsauber rotweiss markiert, insbesondere im bewaldeten unteren Teil verschandeln unsachgemäss angebrachte Markierungen der Wanderwegler den landschaftlich herrlichen Aufstieg.
Zeitbedarf: 2 Stunden

Von der Hütte im Gelbberg westlich haltend steigt man, hie und da vorhandene Pfadspuren nutzend, die steilen, im Sommer durch Schafe abgenagten Weiden empor zur Gipfelwand des Drachenbergs.
Dieser folgt man ostwärts haltend und zuletzt etwas abschüssig, aber insgesamt ohne Probleme zum Drachenloch auf 2427 Meter Höhe, einer Niederlassung altsteinzeitlicher Höhlenmenschen. Ein kurzer Abstecher für einen Augenschein der Höhle lohnt sich, hier findet sich auch ein Höhlenbuch.
Schwierigkeit: T3, Pfadspuren, einige rotweisse Markierungen
Zeitbedarf: 45 Minuten

Ab Drachenloch folgt man den Wänden aus Seewerkalk nordwärts haltend und dabei etwas absteigend weitere 50 Meter bis zu einer ausgeprägten, oberhalb zweigeteilten Rinne.
Schwierigkeit: T4, schwache Pfadspur in abschüssigem Gelände, ab Drachenloch keinerlei Markierungen mehr

Für den weiteren Aufstieg verwendet man die linke Rinne, in deren Schlüsselstelle seit neuestem ein von unten gut sichtbares Seil hängt (Stand September 2011). Man steigt etwa 30 Meter in grasdurchsetztem, nicht ganz einfachem Schrofengelände zum Beginn der seilgesicherten Querung empor.
Am fast schon unangenehm durchhängenden Seil bewältigt man nun oberhalb einer steilen Felsstufe die abschüssige Querung der Rinne nach links, wo man rasch in flacheres und gestuftes Gelände gelangt.
Im plattigen, abwärts geschichteten, aber festen Gestein der Rinne steigt man nun eher rechts haltend und dabei stets die leichteste Durchstiegsmöglichkeit über die wenigen Meter hohen Stufen suchend empor, bis die Rinne in halber Höhe zum Südgrat des Unteren Drachenbergs endgültig in Geröll und Gras übergeht.
Schwierigkeit: T5+, in der Rinne anhaltende Kletterei im I. Schwierigkeitsgrad, keine Begehungsspuren
Schlüsselstelle ohne Verwendung des Seils: T6, ausgesetzte Querung im II. Schwierigkeitsgrad

Um den höchsten Punkt des Unteren Drachenbergs zu erreichen, ist es nicht nötig, bis zum Grat hochzusteigen, da dieser über einen Vorgipfel in brüchiger Kletterei zum Hauptgipfel führt. Man hält unterhalb des Grates rechts auf den ostwärts verlaufenden Sekundärgrat, überquert diesen und gelangt über anfangs steile, bald aber gut gehbare Schrofen zum höchsten Punkt.
Schwierigkeit: T4
Zeitbedarf ab Drachenloch: 30 bis 40 Minuten
Bei guten Tourenbedingungen, wie man sie im Sommer und Frühherbst normalerweise antrifft, ist nebst gutem Schuhwerk keine weitere Ausrüstung notwendig.
Bei erschwerten Verhältnissen wie Nässe, schattseitig gefrorenem Boden, Schneelage oder Vereisung passt der vernünftige Berggänger sein Verhalten am Berg den aktuell herrschenden Verhältnissen an.

Besondere Hinweise:
Sicheres Gehen in brüchigem, abschüssigem Gelände sowie leichte Kletterei in plattigem, abwärts geschichtetem Fels erforderlich.
Der Gipfelaufstieg ab Drachenloch wird bei Nässe für Normalverbraucher rasch ungeniessbar, bei Schneelage oder Vereisung ist er gefährlich.
In der Rinne besteht hohe Steinschlaggefahr, wenn im steilen Geröll oberhalb nicht absolut sauber gegangen wird.
Seile können durch Steinschlag, äussere Einflüsse oder unsachgemässe Verwendung Schaden erleiden. Dem Seil in der Schlüsselstelle darf nicht blind vertraut werden, an dieser Stelle besteht Absturzgefahr mit unter Umständen tödlichen Folgen.
Der Aufstieg zum Drachenloch verläuft südseitig und in der prallen Sonne. Auf der ganzen Route findet sich kein Wasser, genügend Flüssigkeit mitnehmen!
Ergänze diese Route (Vättis - Gelbberg - Drachenloch - Ostflanke) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Nr. 5 vom 06.09.2015
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Hanspeter Willi

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