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Verhältnisse vom 19.07.2026

Lagginhorn (4010m): Südgrat

HochtourSehr guter Eintrag
2 Personen
20-50 Personen
auf gleicher Route
Hauptziel erreicht
gut
Start um 04:45 an der Hohsaashütte, klarer Himmel, leichter Wind. Wir sind der Aufstiegslinie gefolgt, die im SAC-Portal beschrieben ist, die Mehrzahl der Partien ist aber direkt von der Hohsaas-Hütte gequert und war somit ca. 20 Minuten schneller.

Der Gletscher ist zum Grossteil aper, im oberen Drittel aber noch von Firn bedeckt. Es hat Spalten, aber diese konnten umgangen werden bzw. auf gut gefrorenen Schneebrücken überquert werden. Übergang in den Fels problemlos, allerdings sind der ersten Meter auf glatten Felsplatten mit Auflage nicht unkritisch, es kamen immer wieder Steine von oben. Ohne die Fixseile wäre das aktuell die Schlüsselstelle der Tour.

Nach ca. 1h30min waren wir im Lagginjoch und sind dann noch seilfrei bis zur ersten Abseilstelle oberhalb der Gratschulter gegangen. Dieser Teil des Grates ist überwiegend einfach, erst gegen Ende gibt es ein paar exponierte und nicht mehr so einfache Stellen. Mit Erreichen des eigentlichen Gipfegrates nach etwa 1h 30min vom Lagginjoch waren wir dann allerdings voll im Wind (teilweise >70km/h laut Meteoschweiz) und in dichten Wolken mit sehr wenig Sicht. Es gab ein wenig Anraum und Eis auf den Felsen, aber überwiegend waren diese noch trocken.

Der Grat ab dem P. 3906 zieht sich, es gibt viel Kletterei im I und II. Grad, abundzu auch Stellen im III. Grad. Stellenweise recht exponiert, aber meistens gutmütig.

An der letzten Abseilstelle haben wir etwa 30min verloren, da wir sie nicht direkt gefunden haben und versucht hatten, den Gendarm rechts oder links zu umgehen. Rechts die Mauer runter geht, ist aber ggf. für den Nachsteiger heikel, weshalb wir die Übung abgebrochen haben und uns nochmal auf der Spitze des Türmchens an die Suche gemacht hatten. Letztendlich haben wir den Stand ganz oben am Türmchen gefunden und von dort abgeseilt. Für den gesamten Gipfelgrat von P. 3906 bis zum Gipfel haben wir etwa 3h gebraucht und lagen damit an diesem Tag im Mittelfeld.

Abstieg über den Normalweg trocken, bald wieder wärmer. Leider haben wir keine Möglichkeit mehr gefunden, zu Hohsaas direkt zurückzuqueren, daher Wiederaufstieg zurück, um das Material bei der Hütte einzusammeln.

Fazit: Ein toller Grat mit meist sehr gutem Fels und vielen Klettermetern, aber von der Länge nicht zu unterschätzen. Habe schon lange nicht mehr so gefroren wie an diesem Tag...
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Letzte Änderung: 20.07.2026, 15:53Aufrufe: 1506 mal angezeigt

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