Las Collinas (2651m)14.08.2026
Verhältnisse vom 14.08.2026
Piz Boval (3353m): Crasta da Boval
Das Postauto spuckt mich bei der Haltestelle "Morteratsch Abzweigung" aus. Ich laufe der Hauptstrasse entlang zum Bahnhof Morteratsch und weiter auf dem stark frequentierten, aber dennoch wunderschönen Wanderweg stets mit herrlichem Blick zum Bernina Massiv bis zur Chamanna Boval.
Piz Boval:
Ab der Chamanna Boval zeigen die Steinmännchen, wo der Pfad im Steinhaufen liegt. Ich muss nur kurz vor und kurz nach dem Sattel westlich vom Corn Boval (P3081) meine Hände von den Stöcken nehmen (T4, I). Der Corn Boval sieht von Westen her klettertechnisch sehr schwierig aus, so lasse ich den ohne Gewissensbisse einfach beiseite.
Der Piz Boval E-Grat ist breitflächig und ab ca. 3'100Hm steigt man hier auf schöne grosse Felsstufen ohne besondere Schwierigkeiten direkt hoch zum Piz Boval mit Steinmann (T4, I).
Hier geniesse ich die schöne Aussicht zum Piz Morteratsch und Piz Tschierva, wo ich gestern oben war.
Piz Misaun:
Zum Piz Boval NW-Grat konnte ich nirgends etwas brauchbares finden. Im SAC-Tourenführer steht nur:
"Von der Fuorcla Boval aus kann man über den Hauptkamm der Crasta da Boval zum Piz Misaun gelangen. 1 1/2 Std. von der Fuorcla Boval".
Aber zum S-Grat gibt es auf Hiker ein 10 Jahre alter Bericht, wo dieser Übergang mit Abseilmanöver anspruchsvoll beschrieben wurde.
Ich steige somit auf dem Piz Boval NW-Grat und lasse mich wieder einmal überraschen, was so auf mich zukommen wird. Ab da auch keine Steinmännchen mehr vorhanden.
Bis P3322 komme ich im Gehgelände relativ einfach voran (T4+). Danach umgehe ich die zwei Türme scharf östlich in mühsamem brüchigem Schutt ausgesetzt unter dem Grat hindurch. Weiter steige ich auf dem spaltenreichen brüchigen Felsgrat hinab zur Fuorcla Misaun (T6-, I+).
Ab da dank festerem Schutt entweder etwas schwieriger direkt- (T6, I+) oder einfacher westlich umgehend (T5, I) hoch zum südlichen P3269, der anscheinend Crasta da Boval heisst, und auf einem breiten Geröllfeld spazierend zum nördlichen P3269 (T4).
Kurz danach umgehe ich den Gratabschwung 10 Meter nach Osten hinab (hier lieber frühzeitig dies tun, da dies sonst, wie bei mir der Fall war, nur kletternd möglich ist) und auf eine nach E glatte Felsplatte auf leiser Sohle mit hoffentlich noch viel Gummi dran schleichend wieder zurück zum Grat kehren.
Hier ist ein Sicherungsring im Felsen eingebohrt und dieser hat zwei Sicherungsseile dran. Ein Zeichen, dass ich hier somit richtig bin! Oder doch nicht?
Ich schaue hinab und verstehe, dass ich hier zuerst mal 10 Meter abseilen muss. Ich sichere mich durch alle Seile und lasse mich hier nach N auf dem Grat hinab zu einem weiteren Felsvorsprung. Da liegt um einen grossen Felsbrocken ein Doppelseil angemacht. Hier ist für mich jedoch nicht klar, ob ich mich direkt weiter auf dem Grat- oder nach Westen zum Vadret da Misaun abseilen soll. Ich sehe weiter unten keine weiteren Seilsicherungen.
Der Grat sieht jedoch ausserordentlich schwierig und ausgesetzt aus. Am einfachsten wäre es direkt zum Gletscher abzuseilen, doch da geht es min. 30 Meter hinab! Es ist eine senkrechte glatte Wand, die zwischendurch ein steiles Schuttband mit der Grösse einer Fusslänge aufweist. Zudem ist da fast alles brüchig.
Das Problem liegt auf der Hand: Da komme ich mit meinem 20 Meter Strick vielleicht gar nicht hinab?
Hier komme ich etwas im Stress; soll ich wieder hochklettern, denn vor dem Entscheid habe ich extra die Schnur noch nicht eingezogen gehabt, oder soll ich es versuchen? Ich hasse solche Entscheidungen! So ziehe ich die Schnur ein und bin zuversichtlich, dass ich irgendwo irgendwie immer ein kleiner fester Stein finde, um mich hinab zu lassen. Dank dem Doppelseil am grossen Felsbrocken komme ich die ersten 10 Meter senkrechte Glattwand problemlos hinab. Ich lande da auf diesem schmalen brüchigen Band und löse gleich ein grosser Brocken von Stein in die Tiefe. Etwas nervös versuche ich hier etwas festes zum Halten zu finden. Die Situation ist nicht einfach, denn ich finde fast keine Haltegriffe, so krieche ich auf diesem Band einen Meter weiter und mache das Seil am nächst besten, möchte das Band weiter queren, habe nichts zu halten und lasse mich voll ins Seil hängen und alles hebt. So lasse ich mich gleich wieder 10 Meter hinab und komme so auf einem weiteren Mini-Band. Ich schaffe es seitlich 2 Meter nach N zu kommen, mache das Seil an einem 5 cm kleinen Felszipfel an und komme deswegen wieder eine Seillänge hinab. Dieses Psychospiel habe dann noch 2 weitere Male gemacht bis ich endlich auf dem kiesbedeckten Gletscher bei P3221 gelandet bin (T6+, IV). Es hat sich so angefühlt, als wäre ich da den ganzen Tag in dieser Wand gewesen...
Also hier hoch kommt keiner, unmöglich, hinab mit genug Seillänge hingegen schon.
Andernfalls müsste der Nächste beim nördlichen P3269 versuchen direkt nach NW zum Gletscher abzusteigen, was von weitem als weniger steil ausgesehen hat, jedoch mit dem Problem des Bergschrunds. Ich würde jedenfalls alles andere probieren, nur nicht wieder da hinab gehen!
Auf dem Vadrettin da Misaun muss man vor den versteckten Randspalten achten. Die obere Traverse ist dank Kies auf dem Eis ohne Steigeisen gerade noch zu meistern. Ist dies geschafft, muss nun die S-Schuttflanke mühsam hoch zum Piz Misaun mit Steinmann gestiegen werden.
Piz Mandra:
Der Abstieg vom Piz Misaun N-Grat ist dank dem festeren Blockgelände, wie eine vergessene Welt, viel angenehmer (T4-), jedoch nach P3037 bis P3077 doch wieder ziemlich loser Schutt (T4+, I). Nach P3077 komme ich in den Genuss von festem Schutt und so komme ich auf dem breiten Grat relativ unbeschwerlich hinab zur Fuorcla dals Lejets. Nun steige ich zuerst auf grosses Blockwerk hoch und geniesse, dass festes Geröll unter meinen Sohlen liegen, und erreiche so den Piz Mandra mit Steinmann.
Piz Chalchagn:
Mit einer kleinen Rechtskurve (E) steht der Klotz P3004 vor der Fuorcla da Mandra im Wege. Eine Umgehung ist östlich nur mit viel Höhenverlust zu bekommen. So klettere ich diesen Klotz leicht westlich direkt hoch (T5, II) und kann danach im Gehgelände gemütlich zur Fuorcla da Mandra hinab spazieren.
Nun beginnt der lange S-Grat des Piz Chalchagn, der ab hier mit vereinzelten Steinmännchen markiert ist. Er ist aber sehr abwechslungsreich (mal Kraxen, mal laufen, mal verengt sicher Grat), was den Aufstieg zum Piz Chalchagn mit vielen Steinmännchen zu einem Genuss macht (T4+, I).
Chalchagn Pitschen:
Der Abstieg vom Piz Chalchagn gestaltet sich trotz regelmässigen Steinmännchen wegen des losen Gerölls und Schutt als mühsam. Leider gibt es hier fast keine Erde oder Kies zum Abrutschen. Beim Sattel (P2772) steige ich über den einfachen, aber trotzdem engen und abschüssigen Grat zum Chalchagn Pitschen.
Muot Dadains, d’Mezu und Dador:
Je weiter hinab ich komme desto einfacher wird das Gelände dank der Wiese. Alle Muots haben Steinmännchen. Beim Muot d’Mez überlege ich mir, ob ich doch mal den Wanderweg wählen soll, doch das wäre dann ein Umweg und ich würde den Dadour verpassen. Der Abstieg nach dem Muot Dadour weglos im Wald ist jedoch an manchen Stellen doch noch recht steil und mühsam. Ich bin froh, wo ich bei ca. P2’000Hm den Wanderweg angetroffen habe. Nun einfach hinab nach Pontresina, wo ich gerade noch den letzten Zug mit Anschluss im Val Müstair erwischt habe.
2 Std. Chamanna Boval
4 Std. Piz Boval
6.40 Std. Misaun
7.30 Std. mandra
8.20 Std. Chalchogn
Piz Boval:
Ab der Chamanna Boval zeigen die Steinmännchen, wo der Pfad im Steinhaufen liegt. Ich muss nur kurz vor und kurz nach dem Sattel westlich vom Corn Boval (P3081) meine Hände von den Stöcken nehmen (T4, I). Der Corn Boval sieht von Westen her klettertechnisch sehr schwierig aus, so lasse ich den ohne Gewissensbisse einfach beiseite.
Der Piz Boval E-Grat ist breitflächig und ab ca. 3'100Hm steigt man hier auf schöne grosse Felsstufen ohne besondere Schwierigkeiten direkt hoch zum Piz Boval mit Steinmann (T4, I).
Hier geniesse ich die schöne Aussicht zum Piz Morteratsch und Piz Tschierva, wo ich gestern oben war.
Piz Misaun:
Zum Piz Boval NW-Grat konnte ich nirgends etwas brauchbares finden. Im SAC-Tourenführer steht nur:
"Von der Fuorcla Boval aus kann man über den Hauptkamm der Crasta da Boval zum Piz Misaun gelangen. 1 1/2 Std. von der Fuorcla Boval".
Aber zum S-Grat gibt es auf Hiker ein 10 Jahre alter Bericht, wo dieser Übergang mit Abseilmanöver anspruchsvoll beschrieben wurde.
Ich steige somit auf dem Piz Boval NW-Grat und lasse mich wieder einmal überraschen, was so auf mich zukommen wird. Ab da auch keine Steinmännchen mehr vorhanden.
Bis P3322 komme ich im Gehgelände relativ einfach voran (T4+). Danach umgehe ich die zwei Türme scharf östlich in mühsamem brüchigem Schutt ausgesetzt unter dem Grat hindurch. Weiter steige ich auf dem spaltenreichen brüchigen Felsgrat hinab zur Fuorcla Misaun (T6-, I+).
Ab da dank festerem Schutt entweder etwas schwieriger direkt- (T6, I+) oder einfacher westlich umgehend (T5, I) hoch zum südlichen P3269, der anscheinend Crasta da Boval heisst, und auf einem breiten Geröllfeld spazierend zum nördlichen P3269 (T4).
Kurz danach umgehe ich den Gratabschwung 10 Meter nach Osten hinab (hier lieber frühzeitig dies tun, da dies sonst, wie bei mir der Fall war, nur kletternd möglich ist) und auf eine nach E glatte Felsplatte auf leiser Sohle mit hoffentlich noch viel Gummi dran schleichend wieder zurück zum Grat kehren.
Hier ist ein Sicherungsring im Felsen eingebohrt und dieser hat zwei Sicherungsseile dran. Ein Zeichen, dass ich hier somit richtig bin! Oder doch nicht?
Ich schaue hinab und verstehe, dass ich hier zuerst mal 10 Meter abseilen muss. Ich sichere mich durch alle Seile und lasse mich hier nach N auf dem Grat hinab zu einem weiteren Felsvorsprung. Da liegt um einen grossen Felsbrocken ein Doppelseil angemacht. Hier ist für mich jedoch nicht klar, ob ich mich direkt weiter auf dem Grat- oder nach Westen zum Vadret da Misaun abseilen soll. Ich sehe weiter unten keine weiteren Seilsicherungen.
Der Grat sieht jedoch ausserordentlich schwierig und ausgesetzt aus. Am einfachsten wäre es direkt zum Gletscher abzuseilen, doch da geht es min. 30 Meter hinab! Es ist eine senkrechte glatte Wand, die zwischendurch ein steiles Schuttband mit der Grösse einer Fusslänge aufweist. Zudem ist da fast alles brüchig.
Das Problem liegt auf der Hand: Da komme ich mit meinem 20 Meter Strick vielleicht gar nicht hinab?
Hier komme ich etwas im Stress; soll ich wieder hochklettern, denn vor dem Entscheid habe ich extra die Schnur noch nicht eingezogen gehabt, oder soll ich es versuchen? Ich hasse solche Entscheidungen! So ziehe ich die Schnur ein und bin zuversichtlich, dass ich irgendwo irgendwie immer ein kleiner fester Stein finde, um mich hinab zu lassen. Dank dem Doppelseil am grossen Felsbrocken komme ich die ersten 10 Meter senkrechte Glattwand problemlos hinab. Ich lande da auf diesem schmalen brüchigen Band und löse gleich ein grosser Brocken von Stein in die Tiefe. Etwas nervös versuche ich hier etwas festes zum Halten zu finden. Die Situation ist nicht einfach, denn ich finde fast keine Haltegriffe, so krieche ich auf diesem Band einen Meter weiter und mache das Seil am nächst besten, möchte das Band weiter queren, habe nichts zu halten und lasse mich voll ins Seil hängen und alles hebt. So lasse ich mich gleich wieder 10 Meter hinab und komme so auf einem weiteren Mini-Band. Ich schaffe es seitlich 2 Meter nach N zu kommen, mache das Seil an einem 5 cm kleinen Felszipfel an und komme deswegen wieder eine Seillänge hinab. Dieses Psychospiel habe dann noch 2 weitere Male gemacht bis ich endlich auf dem kiesbedeckten Gletscher bei P3221 gelandet bin (T6+, IV). Es hat sich so angefühlt, als wäre ich da den ganzen Tag in dieser Wand gewesen...
Also hier hoch kommt keiner, unmöglich, hinab mit genug Seillänge hingegen schon.
Andernfalls müsste der Nächste beim nördlichen P3269 versuchen direkt nach NW zum Gletscher abzusteigen, was von weitem als weniger steil ausgesehen hat, jedoch mit dem Problem des Bergschrunds. Ich würde jedenfalls alles andere probieren, nur nicht wieder da hinab gehen!
Auf dem Vadrettin da Misaun muss man vor den versteckten Randspalten achten. Die obere Traverse ist dank Kies auf dem Eis ohne Steigeisen gerade noch zu meistern. Ist dies geschafft, muss nun die S-Schuttflanke mühsam hoch zum Piz Misaun mit Steinmann gestiegen werden.
Piz Mandra:
Der Abstieg vom Piz Misaun N-Grat ist dank dem festeren Blockgelände, wie eine vergessene Welt, viel angenehmer (T4-), jedoch nach P3037 bis P3077 doch wieder ziemlich loser Schutt (T4+, I). Nach P3077 komme ich in den Genuss von festem Schutt und so komme ich auf dem breiten Grat relativ unbeschwerlich hinab zur Fuorcla dals Lejets. Nun steige ich zuerst auf grosses Blockwerk hoch und geniesse, dass festes Geröll unter meinen Sohlen liegen, und erreiche so den Piz Mandra mit Steinmann.
Piz Chalchagn:
Mit einer kleinen Rechtskurve (E) steht der Klotz P3004 vor der Fuorcla da Mandra im Wege. Eine Umgehung ist östlich nur mit viel Höhenverlust zu bekommen. So klettere ich diesen Klotz leicht westlich direkt hoch (T5, II) und kann danach im Gehgelände gemütlich zur Fuorcla da Mandra hinab spazieren.
Nun beginnt der lange S-Grat des Piz Chalchagn, der ab hier mit vereinzelten Steinmännchen markiert ist. Er ist aber sehr abwechslungsreich (mal Kraxen, mal laufen, mal verengt sicher Grat), was den Aufstieg zum Piz Chalchagn mit vielen Steinmännchen zu einem Genuss macht (T4+, I).
Chalchagn Pitschen:
Der Abstieg vom Piz Chalchagn gestaltet sich trotz regelmässigen Steinmännchen wegen des losen Gerölls und Schutt als mühsam. Leider gibt es hier fast keine Erde oder Kies zum Abrutschen. Beim Sattel (P2772) steige ich über den einfachen, aber trotzdem engen und abschüssigen Grat zum Chalchagn Pitschen.
Muot Dadains, d’Mezu und Dador:
Je weiter hinab ich komme desto einfacher wird das Gelände dank der Wiese. Alle Muots haben Steinmännchen. Beim Muot d’Mez überlege ich mir, ob ich doch mal den Wanderweg wählen soll, doch das wäre dann ein Umweg und ich würde den Dadour verpassen. Der Abstieg nach dem Muot Dadour weglos im Wald ist jedoch an manchen Stellen doch noch recht steil und mühsam. Ich bin froh, wo ich bei ca. P2’000Hm den Wanderweg angetroffen habe. Nun einfach hinab nach Pontresina, wo ich gerade noch den letzten Zug mit Anschluss im Val Müstair erwischt habe.
2 Std. Chamanna Boval
4 Std. Piz Boval
6.40 Std. Misaun
7.30 Std. mandra
8.20 Std. Chalchogn
Routeninformationen
Piz Boval (3353m)
Crasta da Boval Morteratsch - Piz Boval - Piz Misaun - Piz Mandra - Piz Chalchagn - Chalchagn Pitschen - Muot Dadains, d'Mez und Dadora - Pontresina
Seil, evt. Steigeisen und Pickel
Letzte Änderung: 15.08.2026, 00:03Aufrufe: 49 mal angezeigt
Aktuelle Verhältnisse in der Umgebung
Piz Tschierva (3546m)13.08.2026
Piz Corvatsch (3451m)12.08.2026
Piz dal Lej Alv (3196m)11.08.2026
Monte Vago (3059m)07.08.2026
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Piz Boval (3353m)
Crasta da Boval
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