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Routenbeschreibung
Croda Sora i Colesi (2371m)

Ferrata Campanile Colesei (Klettersteig Arzalpenturm)

Route: (Schwierigkeit: KS 4, bzw. C/D, italien. D):
Der Klettersteig wurde gebaut von der Alpinschule Drei Zinnen aus Sexten im Jahr 2020 (https://www.alpinschule-dreizinnen.com/klettersteig-arzalpenturm-topo/). Er folgt mehr oder weniger einer ehemaligen Kletterroute. Interessant ist verwendete 3-Punkte-Befestigung des Seils an den Fixankerblechen und Konfektionierung an den Seilenden. Den nordostseitigen Steig (in der Morgensonne) zeichnet der alpine Charakter aus. Auf Eisenstifte und –bügel wurde weitgehend verzichtet. Es muß viel auf Reibung geklettert werden, was gute Schuhsohlen, Tritttechnik und ein bissel Armkraft voraussetzt. Nach rechts beginnend und vor einer Verschneidung senkrecht hoch ist schon mal der erste Prüfstein zur notwendigen Beherrschung der Schwierigkeit. Nach dem man einen schrägen Bergrücken mit paar Latschen überkletterte, schließt sich eine Passage durch eine Verschneidung an neben einem Felsgendarm. Dann geht’s die Felsturmplatte senkrecht hinauf. Nun weitgehend etwas unterhalb vom schrägen Grat unschwierig auf einem Pfad Gratschräge und von rechts drehend zur Scharte, in der sich ein Holzbrett befindet und darüber die Box für das Wandbuch hängt (1 Std.). Nun klettert man seilgesichert und auf Eisenbügeln auf südwestlicher Seite ca. 30 m ab in schmalen Felssattel. Westlich (in Abstiegsrichtung rechts) zweigt zuvor eine schwierigere (C/D) Variante ab, mit der man über Eisenbügel äußerst luftig den kleinen Arzalpenturm (2318 m, im Territorium der Provinz Belluno) in Uhrzeigersinn umrundet (Kletterpfeil in der Scharte beachten). Nach 15 min. ist man wieder in der Scharte beim Gipfelbuch und klettert ganz hinab in den Felssattel. Bei Herannahen schlechten Wetters, oder als schnellste Abstiegsvariante kann man nun die Sattelschlucht nordseitig (rechts) hinab steigen (Trittspuren) zum Gerölltrichter oberhalb der Bunkeranlage und dann weglos hinab zum Ende ehemaliger Militärstraße. Oder man klettert wieder seilgesichert an gegenüberliegender Felssattel-Seite hinauf zum grasigen Felspult (2291 m), wo man eine rot-weiß lackierte Holzstange (bereits von der Scharte aus) sieht (15 min.). Hier kann man sich ausseilen.
Weiterweg zum Gipfel:
Von hier führt ein deutlich sichtbarer und mit Holzpflöcken und roten Punkten markierter Graspfad in westliche Richtung über das Karstplateau zu einer Weggabelung (15 min.) vor einer Gabelung mit sichtbarem Wegweiser (P 2321). Rechter Hand sieht man über unsteilen Grashang das nahe Gipfelkreuz des Arzalpenkopfes. Zu diesem läuft man bequem in 15 min. hinauf. Dort steht das blechverkleidete Kreuz auf dem Aussichtsberg. Unter ihm gibt es eine ehemalige Kriegsstellungskaverne. Über den Gipfel verläuft die Grenze zwischen Südtirol und Venetien von der Forcella Popera (2291 m) und vom Gipfel künstlich geradlinig gezogen hinab zum Kreuzbergpass. Der unscheinbare Arzalpenkopf galt für die Einheimischen schon immer als Achter der „Sextener Sonnenuhr“.
Abstieg / Rückweg:
Auf selbem Weg zurück und zum Wegweiser P 2321 (15 min.). Nach Westen (rechts) gelangt man hinab zum Arzalpensattel (Wegweiser: A.V.P. Forcella Popera, 2230 m). Von hier kann man den (nur noch) in alter Tabacco-Karte 010 (1987) eingezeichneten Steig nordwärts hinab zum Bergweg Nr. 15A hinabsteigen, welcher vom ostseitigen Bunkertunnel am Ende der ehemaligen Miltärstraße über einen Geröllhang unterhalb des Arzalpenkopfes westwärts traversiert zu den Rotwandwiesen. Dabei kommt man an anderer Seite des Bunker-Tunnels (rechts, in Abstiegsrichtung) vorbei (1¼ Std.). Durch diesen käme man abkürzend und abenteuerlich zurück zum (nur fast) zugemauerten Ost-Portal des Tunnels, wo ehemalige Miltärstraße endet.
Alternativ nutzt man die Gelegenheit, die alten Stellungen aus dem I. Weltkrieg noch zu sehen, indem man weiter taleinwärts ins Vallon Popera hinab steigt (Wegweiser Richtung: A.V.P. Rifugio Berti). Und wer den alten Bunkertunnel durchlaufen will, kann dieses entweder vor KS-Beginn, oder immer noch nach dem Rückweg zur Forcella Pian della Biscia tun als volles „Tagesprogramm“. In 20 min. wandert man auf rot-weiß signalisiertem Bergweg südwärts an dutzend teilweise verwachsenen ehemaligen Schützengräben vorbei zu einer Gabelung, wo man sich links hält. Nach rechts führt ein Abkürzer zum Lago di Popera, bzw. weiter hinauf zum Passo della Sentinella Weg Nr.124). Links hinab kommt man an oberer ehemaligen aus Felssteinen erbauten Militärunterkunft vorbei, welche durch einen herabgestürzten Felsbrocken massiv zerstört wurde. 10 min. später erreicht man die ehemalige Kommandobarracke Rif. O. Sala (2094 m). Diese wurde in den Jahren 1915-17 erbaut von der III. Abteilung der 24. Infanterie (zementierte Gedenktafel an der Hütte). 1930 errichtete die CAI-Sektion Padua aus dem Mauerwerk diese Schutzhütte und benannte sie nach dem General Olivo Sala des 24. Infanterieregiments, welcher vor über 110 Jahren die Befestigungsanlagen in dem Gebiet plante. Die Hütte wurde jedoch vor über 30 Jahren aufgegeben und verfällt seitdem. In dieser befand sich wohl dann nur noch ein Mini-Museum. 10 Fototafeln an der Wand zeugen noch davon. Auf einem Pult liegt noch eine alte Beschreibung in deutscher Sprache zu diesen verbleichenden Fotos. Zwar ist die Tür verschlossen. Jedoch kann man rechts daneben durch das offene Fenster in den sonst leeren Raum hineingelangen, der bei Regen guten Schutz bietet. Dort liegt immer noch ein „Besucher-Buch“ aus. Der Raum rechts daneben mit unverschlossener Tür ist dagegen verwahrlost. Nur der eiserne Ofen von vor über 110 Jahren befindet sich darin neben Bauschutt. Rechts von der Hütte beginnt der Abstieg über den rot-weiß signalisierten Bergweg Nr. 124. An abschüssigen Stellen gibt es kurze Stahlseile als Auf-, oder Abstiegshilfe. Auf diesem gelangt man hinab und wieder hinauf zur ehemaligen Militärstraße in 50 min. (Wegweiser zum Weg Nr.124). Von hier zurück wie aufgestiegen in 55 min. zum Parkplatz.
Wer Zeit hat, oder sich gar mit der Route über die Forcella delle Guglie beschäftigt, nutzt den Abstecher hinab zum Rifugio Antonio Berti der CAI-Sektion Padova, um die Lage zu peilen, wie die Situation ist auf den Ostflanken unterhalb der Hochbrunner Schneid (Monte Popera). Zur Hütte hinab (1950 m) benötigt man 45 min., bzw. 55 min. wieder hinauf.
KS-Set, Helm
Zufahrt:
Durch das Pustertal von Westen (Toblach / Dobbiaco), bzw. Osten (Lienz, Österreich) über SS 49 nach Innichen (San Candido, 1174 m). Von dort südostwärts auf der SS 52 ins Val di Sesso über Sexten (Sesso, 1316 m) zum Kreuzbergpass (Passo di Monte Croce di Camélico, 1636 m). Von Süden (S. Stéfano di Cadore, bzw. Auronzo) nordwärts nach Pàdola (1215 m) und auf der SS 52 zum Kreuzbergpass. Dieser trennt geographisch die Provinzen Südtirol und Beluno. Gegenüber dem Hotel gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz. Ca. 250 m auf südtiroler Seite gibt es an südlicher Straßenseite eine große Schotterfläche, wo man PKW und Wohnmobile kostenfrei abstellen kann.
Zustieg:
Vom Parkplatz wandert man entlang der Straße ca. 100 m in Richtung Kreuzbergpass. Dann beginnt rechts bei einem Wegweiser der Wanderweg Nr.15 (Richtung.). Nach 15 m biegt rechts der MTB- und Wanderweg Nr. 18 ab zu den Rotwandwiesen, welchen man ignoriert. Geradeaus in südliche Richtung führt der breite rot-weiß signalisierte Schotterweg nach einer Rechtskurve zur oberen Station eines Förderbandes für Kinder, die im Winter dort eine leichte Piste kurz hinab fahren können zum Wanderweg Nr. 18 (Skiweg Unesco). Bei der Station biegt man links ab in den Wald und beginnt den Aufstieg linksdrehend zur oberen Umlenkrolle des Skilifts am Kreuzbergpass (südtiroler Seite). Östlich davon sieht man einen ehemaligen italienischen Bunker aus dem II. Weltkrieg. Von dort gelangt man zu einem Traktorweg, den man beim Wegweiser (1785 m) nach links verläßt (30 min.). Geradeaus käme man mit dem Weg Nr. 15 zum Burgstall, bzw. obenrum zu den Rotwiesen. Kurz bergab erreicht man dann die Moorweise des verlandeten Bärensees (2 min.). Dabei überschreitet man die unsichtbare Grenze von Südtirol nach Beluno. Bei dortigem Wegweiser mitten auf der Wiese hält man sich rechts und steigt über rot-weiß markierten Pfad Nr. 124 südwärts auf durch den Wald zu einer Hangwiese. Links unterhalb eines länglichen Alpgebäudes (1900 m) erreicht man nach 30 min. den breiten, unsteilen Bergrücken Forcella Pian della Biscia (1920 m). Bei der Infotafel (loc. Collesei) trifft man auf die alte Militärstraße der Italiener aus dem II. Weltkrieg. Beim Wegweiser hält man sich rechts und wandert auf der ehemaligen Straße westwärts fast horizontal am alten Kilometerstein 0,6 Km vorbei zu einer Rechtskehre. Vor dieser biegt nach links (Wegweiser: Rif. Al Popera A. Berti) der Wanderweg Nr. 124 ab in Richtung ehemaligem Rifugio Olivo Sala (5 min.). Ggfs. kommt man auf dem Rückweg über diesen hierher zurück (1970 m). Unmittelbar nach der Rechtskehre biegt bei einem Stein mit rot-weißer Markierung ein sichtbarer Pfad zum unteren Nordhang ab, den es früher einmal gab (Zustiegsweg zu Kletterrouten), jedoch inzwischen im Latschengeflecht endet. Zahlreiche Trittspuren zeugen davon, dass immer wieder Leute hierher gelangen, um dann wieder umzudrehen. Die alte Militärstraße endet am Eingang ehemaliger Bunkeranlage Opera 10 di Passo Monte Croce, welche von den Italienern im II. Weltkrieg gebaut wurde, um den Kreuzbergpass zu überwachen (Linea non mi fido). Der Eingang zum ca. 500 m langen Bunkertunnel ist zwar vermauert. Jedoch kann man durch ein mannsgoßes Loch hineingelangen. An dessen anderen Ende befindet sich ein Drahtgeflecht, welches halboffen ist. Für den „Besuch“ der Felsenröhre ist eine Taschenlampe erforderlich.
Der Abzweigpfad zum Klettersteig beginnt bereits ca. 80 m nach einer Linkskurve (ca. 5 min. vor dem Ende der Straße), die sich der Rechtskehre anschließt (2010 m). Dort verlässt man nach links durch Latschen die alte Militärstraße und trifft auf einen Pfad, der mit roten Punkten gekennzeichnet. Auf diesem Pfad nun in 7 kurzen Serpentinen bergauf, am Ende über eine kurze Schuttrinne zum unteren Felsabsatz (15 min.). Hier beginnt das 12 mm dicke Stahlseil rechts neben dem kleinen Schild. Im Zweifelsfall biegt man bei dem Pfad am markierten Stein ab und hält sich rechts weglos den grasigen Schutthang hinauf, wo man dann auf den Zustiegsweg stößt, den man nur von oben deutlich erkennen kann.
Letzte Änderung: 19.09.2021, 13:44Alle Versionen vergleichenAufrufe: 3236 mal angezeigt

Verhältnisse zu dieser Route

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Metadaten

Kartenmaterial

Kartenmaterial
["Tabacco 017: Dolomiti di Auronzo e del Comelico, M: 1:25000; Tabacco 010: Dolomiti di Sesto, M: 1:25000; Kompass 625: Sextener Dolomiten, M: 1:25000; Kompass 58: Sextener Dolomiten, M: 1:50000"]

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Croda Sora i Colesi (2371m)

Ferrata Campanile Colesei (Klettersteig Arzalpenturm)


Klettersteig

K2

1170 hm

9.0 h

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