TourenFührer - Route

Gipfel: Piz Sardona / Surenstock, 3056 m

Zaza

Route: Elm – Falzüber - Geissegg – Westflanke

Elm – Falzüber - Geissegg – Westflanke
Alpine Wanderung
2017 m
6.0 Stunden
Genereller Hinweis:
Auf dieser Route finden sich ab Lauiboden keine Markierungen.

Vom Ortteil Wisli im Osten von Elm folgt man erst dem Wanderweg zum Pass dil Segnas bis zum Lauiboden. Ein wenig begangener, trotzdem recht gut sichtbarer Pfad führt ab hier über das Unter Falzüber zur Chalberweid, wo er sich in der Weidefläche verliert. Hier steigt man am östlichen Rand der Weide etwa 40 Höhenmeter weglos empor zum wieder gut ausgeprägten Verbindungsweg durch den Buschgürtel hoch ins Falzüber.
Man steigt nun nicht zur Hütte im Stäfeli ab, sondern folgt dem westlichen Rand der Weide aufwärts zur Wandstufe, die die Alpen von Falzüber und Matt trennt. Ein anfänglich nicht sehr ausgeprägter Pfad führt von hier ostwärts haltend durch die Stufe zur Matthütte. In einem Bogen nordwärts haltend erreicht man von hier mit etwas Höhenverlust die Hütten im Horn.
Schwierigkeit: T3, Pfad oder Pfadspuren.
Zeitbedarf: bis hierher etwa 2.5 Stunden

Hinweis: Der direkte Aufstieg vom Falzüber nach Horn ist durchaus möglich (Schwierigkeit T5), er ist aber mühsam und bringt keinen relevanten Zeitgewinn.

Ab den Hütten im Horn hält man mit etwas Höhenverlust Tierspuren folgend ostwärts und überquert den vom Piz Sardona her kommenden Bach. Am jenseitigen Ufer steigt man weglos über die nicht allzu steilen Weiden der Geissegg empor, bis sich diese oberhalb des Punktes 2297 im Geröll verlieren.
Schwierigkeit: T4, zu Beginn Pfadspuren, anschliessend weglos.

Hier folgt man entweder in mühsamem Schutt dem schwach ausgeprägten Rücken bis zur eigentlichen Gipfelwand.
Schwierigkeit: T4, Schuttaufstieg

Alternativ lässt sich mittels einer Querung auch die markante, vom Ansatz des südlichen Couloirs durch die Westwand herunterziehende Rippe für den Aufstieg nutzen, wo nebst Schutt auch abschnittsweise leidlich fester, schiefriger Fels das Vorwärtskommen erleichtert.
Schwierigkeit: T5, teilweise leichte Kletterei bis Schwierigkeitsgrad I

Am Fusse der Wand quert man in Schutt und Schrofen südwärts haltend zum markanten, schon von weit unten sichtbaren südlichen Couloir, das durch die Westwand auf das Gipfelplateau des Piz Sardona führt.
Schwierigkeit: T4, Schutt- und Schrofenquerung

Das Couloir selbst bewältigt etwa 200 Höhenmeter, ist nicht wirklich steil und führt direkt aufs Gipfeldach. Es ist aber mit Schutt und viel labilem, teilweise tonnenschwerem Blockwerk gefüllt. Da sich hier das vom Gipfelplateau kommende Schmelzwasser sammelt, muss zudem auch im Hochsommer zu jeder Tageszeit mit Wassereis gerechnet werden.
Man bewegt sich im Couloir nirgends in absturzgefährdetem Gelände, das labile Geröll verlangt aber stete Umsicht. Das Couloir weist zudem im Mittelteil zwei kurze, wenige Meter hohe Stufen auf, deren Bewältigung Kletterei bis zum Schwierigkeitsgrad II+ verlangt.
Schwierigkeit: T6, kurze Stellen Kletterei bis Schwierigkeitsgrad II+

Über Schutt und Firnfelder des Gipfeldaches erreicht man in flachem Anstieg erst ostwärts, dann nordwärts haltend in einer Viertelstunde das Kreuz am höchsten Punkt des Piz Sardona.
Schwierigkeit: T2, im oberen Teil Pfadspur des Normalanstiegs
Zeitbedarf: Ab den Hütten im Horn bis zum Gipfel etwa 3 - 3.5 Stunden

Die Route ist in erster Linie im Frühsommer zu empfehlen, wenn die Rinne und die Hänge darunter noch mit Schnee gefüllt sind. In diesem Fall sind Pickel und Steigeisen notwendig.
Bei guten Tourenbedingungen, wie man sie im Hochsommer und Frühherbst normalerweise antrifft, ist nebst gutem Schuhwerk keine weitere Ausrüstung notwendig. Allfällig vorhandenes Wassereis im Couloir durch die Westwand kann durch klettergewandte Berggänger normalerweise umgangen werden, trotzdem empfiehlt sich vorsichtshalber die Mitnahme von Steigeisen.

Bei erschwerten Verhältnissen wie Nässe, schattseitig gefrorenem Boden, Schneelage oder Vereisung - was gerne, aber nicht ausschliesslich im Frühsommer oder Herbst auftritt - führt der vernünftige Berggänger mindestens Grödel oder Steigeisen sowie einen Pickel mit sich und passt sein Verhalten am Berg den aktuell herrschenden Verhältnissen an.

Betreffend Schwierigkeitsbewertung beachtet bitte die neue Berg- und Alpinwanderskala des Schweizerischen Alpenclubs (http://www.bergportal.ch/infos/SAC_Wanderskala.pdf).
Ergänze diese Route (Elm – Falzüber - Geissegg – Westflanke) mit ÖV-Haltestellen, indem du den Eintrag bearbeitest.
Nr. 6 vom 09.07.2010
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Hanspeter Willi, Zaza

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