Hinter Jamspitz (3156m)17.04.2026
Verhältnisse vom 22.06.2026
Piz Ajüz (2788m): Von Scuol zum Piz Ajüz und hinab nach Sur En
Um 08:00 startete ich heute, oben ohne bemerkt, vom Bahnhof Scuol-Tarasp. Ich traversierte die schöne alte Holzbrücke und lief auf der Strasse nach Funtana Lischana.
Um die Superkräfte zu aktivieren gilt es stets zuunterst in der Talsohle bei Funtana Lischana vor dem Aufstieg das obligate, mit mehr Eisen als Magnesium, überdosierte Zauberwasser zu konsumieren, wäre deren Betriebszeit nicht erst ab 10:00 Uhr... und ich hatte extra deswegen nicht die obere Abkürzung gewählt gehabt...
Ohne diesen Energieschub schleiche ich somit enttäuscht, noch müder wie vorhin (Placebo-Effekt), und langsam hoch zum God dal Bain Jon Nair. Doch schon bald picken mir gemeine Bremsen überall am Körper. In null Komma nichts rannte ich aufs Mal fast schon hoch, als hätte ich gleich zwei von diesen Zaubergetränken von vorhin intus zu mir genommen.
Bei P1504 wählte ich einen spannenden unbekannten Pfad, der in keiner Karte zu finden war. Er schlängelt sich oberhalb des Flusses nach S und endet abrupt bei einem Jägerunterstand. Der Jäger hat somit sein eigener Pfad! Ich stieg danach weglos und mühsam steil hoch nach E zum Wanderweg "Senda da Triazza". Diesen folgte ich an eine schöne renovierte Waldhütte vorbei bis P1833, wo ich erst jetzt bemerkte, dass ich die Bremsen nun endlich abhängt hatte, sozusagen: Ausgebremst!
Weiter stieg ich auf einen leicht erkennbaren Pfad die Mulde hoch bis P2025. Kurz danach verlor ich diese Spur im losen Schutt und Geröll. Hier weichte ich, wenn möglich, immer zur Wiese aus.
Erst bei ca. 2400 wechselte ich die Richtung und stieg über eine angenehmen, aber steile Wiese in NE-Richtung. Weiter oben erkannte ich wieder eine sehr leichte Spur, die sich unter den Felsen und Türmen nach N traversierte. Doch schon bald wurde es stark abschüssig und anspruchsvoll. Es stellte sich aufgrund des herumliegenden Kots schnell heraus, dass es hier klar um eine bekannte Tierspur handeln muss, der ich jedoch nicht gewachsen war. Somit nochmals kurz retour und auf dem Kies gefüllten Wiese steil und direkt hoch zu P2689 und auf dem Grat einfach weiter zur Fuorca Ajüz (P2672).
Ich habe wohl den Beschreib im SAC-Führer falsch interpretiert und dachte, ich müsste den Sattel zwischen W- (P2778) und Hauptgipfel (P2787) direkt aus der S-Flanke erreichen. Doch als ich 100Hm in diese Flanke hinabstieg und dann irgendwo auf extrem steile Schrofen versuchte hochzuklettern (T6), wusste ich, dass ich hier falsch liegen muss. Ich spürte sogar, dass die vielen Ziegen, die alle unter dem Piz Ajüz oberhalb von mir auslachen würden... Sie lösten sogar noch Steinschlag aus. Um mich nicht weiter zu blamieren bin ich wieder ein Stück zurück und bin da etwas weniger steil hoch zum Grat gekraxelt. Peinlich ist die Tatsache, dass ich im Grunde von der Fuorcla Ajüz sehr einfach auf einem Pfad in der SW-Flanke in Richtung S-Gipfel hätte hochsteigen sollen und kurz davor (zuoberst auf dem E-Grat hat es einen Abbruch in Richtung Hauptgipfel) nach E zum SW-Grat hätte traversieren müssen (T4+).
Kurz vor dem Piz Ajüz hat es eine kleine, aber dennoch sehr ausgesetzte Passage, die sich dank den guten Griffen, ohne hinab zu schauen, problemlos bewältigen lässt (T5-, I+). Der Piz Ajüz ist mit zwei Stöcke und einem intakten Gipfelbuch, in dem der letzte Eintrag vom 04.10.25 datiert ist, bestückt.
Ich genehmigte mir hier oben ganze 45 Minuten. Nach einem sehr späten Schuhwechsel (lohnt sich das überhaupt noch?) machte ich beriet für den Abstieg.
Als Abstieg wähle ich zur Abwechslung den NE-Grat.
Zuoberst spazierte ich kurz auf dem NE-Grat bis zur steilen Flanke, wo die Hände zwischen Gras und Felsen sich immer wieder klammern mussten. Das Gelände ist, v.a. zuoberst, aufgrund der Steilheit mit einer Mischung aus Wiese, Schrofen und Geröll leicht anspruchsvoller als beim SW-Grat (T5+, I+). Bei Regen müsste das hier die Hölle sein... Doch wo Ziegen unterwegs sind, sollte auch für mich einen Durchschlupf geben (dachte ich weiter unten auch schon...). Unglaublich wie diese Tiere in diesem Gelände so frei umher rennen können... Statt ein Steinbock wäre ich vielleicht doch lieber eine Ziege im nächsten Leben?
Je weiter ich hinab kam, desto mehr Wiese und weniger steil entpuppte sich der weitere Gratverlauf. Steile Türme können hier südlich gut umgangen werden.
Unter dem Gipfel wechsle ich wieder die Schuhe (der Schuhwechsel hat sich oben gelohnt) und spaziere flach und einfach über die Wiese via Mot Dadaint zum Mot Dadora und weiter zu P2236. Hier kann man laut dem SAC-Beschreib nach N oder S abgestiegen werden. Ich entscheide aus taktischen Gründen nach S in das Val Curtinatsch abzusteigen.
Auf der historischen Karte vor 1965 entdeckte ich nämlich am Tag davor an dieser Stelle (P2172 auf alter Karte) ein eingezeichneter Pfad mit einer Hütte. Auf der aktuellen Karte ist jedoch nichts von beiden eingezeichnet. Voller Neugierde suchte ich die Hütte von damals oder zumindest deren zurückgebliebene Ruine und wurde schwer enttäuscht. Doch dafür fand ich den alten Wanderweg, der mit viel Kies und Lärchenzapfen bestückt war. Kurz fühlte es sich so an, als hätte ich meine Inlineskates an den Füssen, so auch der Grund für die paar Schrammen am Bein. Ein Wunder, dass es keinen Stockbruch gab, was hier sicher auch noch drin gelegen wäre. Nach dem Felsdurchschlupf bei 1970Hm verlor ich den alten Weg in den Legföhren. Ich habe grossen Respekt vor den Legföhren, da ich in deren Labyrinth schon vor 1 Jahren, am selben Tag, wo ich aufgrund des Abbruches für den Piz Lavetscha und ich dann zum Piz dals Vadès hochstieg, ganze 2 Stunden verloren war. Ja, sogar wie ein Krabbeltier bin ich dort umhergekrochen und dabei mein Rucksack ruiniert hatte…Das sass!
Somit wählte ich hier dann doch lieber den Murgang, der vollgeladen mit beweglichem Schutt und Geröll war. Nach einer weiteren Schramme (diese blöden Inlineskates) lande ich weiter unten bei ca. 1660Hm bei einem weiteren Jägerunterstand, wo ich anschliessend wieder zum alten Wanderweg zurückfand. Nun einfach hinab zum Forstweg im Val Cuetinatsch, das zur Uina Dadora führt.
Der weitere Wegverlauf war, wie auch schon bei den beiden Piz S-chalamberts vom letzten Jahr, auf den breiten Alpweg eintönig. Als ich jedoch die Abzweigung zum Klettersteig sah, den ich noch nicht kannte, und ich sowieso nicht mehr den nächsten Bus erwischen konnte, war die Sache bereits ohne zu überlegen entschieden. 1 Std. musste dafür reichen. Nicht-Vorbildlich und sicher nicht zum Nachahmen, stieg ich ohne Klettersteigset und Helm im Einstieg ein und übersah bewusst alle gut sichtbaren Warnungen. Ausser der Treppe und der spektakulären Hängebrücke musste ich jedoch nie an einem Kabel halten. Zugegeben, mit wäre es einfacher gewesen... Doch ich meine, wenn ich den Piz Ajüz ohne solches Hilfsmittel schaffe, dann das hier erst recht. Es stellte sicher jedoch heraus, dass dieser Klettersteig zum Glück sehr einfach war. Kurz nach der Brücke hatte es um 16:15 angefangen zu regnen, nicht unbedingt der Brüller bei Nässe in einem Klettersteig zu sein... Die Vordusche war erst der Vorgeschmack einer grösseren Abkühlung, die ich in Sur En mit einem Sprung in dem Brunnen genehmigte.
2 Std. P1833
4.5 Std. Piz Ajüz
7.15 Std. Uina Dadora
8.30 Std. Sur En
Um die Superkräfte zu aktivieren gilt es stets zuunterst in der Talsohle bei Funtana Lischana vor dem Aufstieg das obligate, mit mehr Eisen als Magnesium, überdosierte Zauberwasser zu konsumieren, wäre deren Betriebszeit nicht erst ab 10:00 Uhr... und ich hatte extra deswegen nicht die obere Abkürzung gewählt gehabt...
Ohne diesen Energieschub schleiche ich somit enttäuscht, noch müder wie vorhin (Placebo-Effekt), und langsam hoch zum God dal Bain Jon Nair. Doch schon bald picken mir gemeine Bremsen überall am Körper. In null Komma nichts rannte ich aufs Mal fast schon hoch, als hätte ich gleich zwei von diesen Zaubergetränken von vorhin intus zu mir genommen.
Bei P1504 wählte ich einen spannenden unbekannten Pfad, der in keiner Karte zu finden war. Er schlängelt sich oberhalb des Flusses nach S und endet abrupt bei einem Jägerunterstand. Der Jäger hat somit sein eigener Pfad! Ich stieg danach weglos und mühsam steil hoch nach E zum Wanderweg "Senda da Triazza". Diesen folgte ich an eine schöne renovierte Waldhütte vorbei bis P1833, wo ich erst jetzt bemerkte, dass ich die Bremsen nun endlich abhängt hatte, sozusagen: Ausgebremst!
Weiter stieg ich auf einen leicht erkennbaren Pfad die Mulde hoch bis P2025. Kurz danach verlor ich diese Spur im losen Schutt und Geröll. Hier weichte ich, wenn möglich, immer zur Wiese aus.
Erst bei ca. 2400 wechselte ich die Richtung und stieg über eine angenehmen, aber steile Wiese in NE-Richtung. Weiter oben erkannte ich wieder eine sehr leichte Spur, die sich unter den Felsen und Türmen nach N traversierte. Doch schon bald wurde es stark abschüssig und anspruchsvoll. Es stellte sich aufgrund des herumliegenden Kots schnell heraus, dass es hier klar um eine bekannte Tierspur handeln muss, der ich jedoch nicht gewachsen war. Somit nochmals kurz retour und auf dem Kies gefüllten Wiese steil und direkt hoch zu P2689 und auf dem Grat einfach weiter zur Fuorca Ajüz (P2672).
Ich habe wohl den Beschreib im SAC-Führer falsch interpretiert und dachte, ich müsste den Sattel zwischen W- (P2778) und Hauptgipfel (P2787) direkt aus der S-Flanke erreichen. Doch als ich 100Hm in diese Flanke hinabstieg und dann irgendwo auf extrem steile Schrofen versuchte hochzuklettern (T6), wusste ich, dass ich hier falsch liegen muss. Ich spürte sogar, dass die vielen Ziegen, die alle unter dem Piz Ajüz oberhalb von mir auslachen würden... Sie lösten sogar noch Steinschlag aus. Um mich nicht weiter zu blamieren bin ich wieder ein Stück zurück und bin da etwas weniger steil hoch zum Grat gekraxelt. Peinlich ist die Tatsache, dass ich im Grunde von der Fuorcla Ajüz sehr einfach auf einem Pfad in der SW-Flanke in Richtung S-Gipfel hätte hochsteigen sollen und kurz davor (zuoberst auf dem E-Grat hat es einen Abbruch in Richtung Hauptgipfel) nach E zum SW-Grat hätte traversieren müssen (T4+).
Kurz vor dem Piz Ajüz hat es eine kleine, aber dennoch sehr ausgesetzte Passage, die sich dank den guten Griffen, ohne hinab zu schauen, problemlos bewältigen lässt (T5-, I+). Der Piz Ajüz ist mit zwei Stöcke und einem intakten Gipfelbuch, in dem der letzte Eintrag vom 04.10.25 datiert ist, bestückt.
Ich genehmigte mir hier oben ganze 45 Minuten. Nach einem sehr späten Schuhwechsel (lohnt sich das überhaupt noch?) machte ich beriet für den Abstieg.
Als Abstieg wähle ich zur Abwechslung den NE-Grat.
Zuoberst spazierte ich kurz auf dem NE-Grat bis zur steilen Flanke, wo die Hände zwischen Gras und Felsen sich immer wieder klammern mussten. Das Gelände ist, v.a. zuoberst, aufgrund der Steilheit mit einer Mischung aus Wiese, Schrofen und Geröll leicht anspruchsvoller als beim SW-Grat (T5+, I+). Bei Regen müsste das hier die Hölle sein... Doch wo Ziegen unterwegs sind, sollte auch für mich einen Durchschlupf geben (dachte ich weiter unten auch schon...). Unglaublich wie diese Tiere in diesem Gelände so frei umher rennen können... Statt ein Steinbock wäre ich vielleicht doch lieber eine Ziege im nächsten Leben?
Je weiter ich hinab kam, desto mehr Wiese und weniger steil entpuppte sich der weitere Gratverlauf. Steile Türme können hier südlich gut umgangen werden.
Unter dem Gipfel wechsle ich wieder die Schuhe (der Schuhwechsel hat sich oben gelohnt) und spaziere flach und einfach über die Wiese via Mot Dadaint zum Mot Dadora und weiter zu P2236. Hier kann man laut dem SAC-Beschreib nach N oder S abgestiegen werden. Ich entscheide aus taktischen Gründen nach S in das Val Curtinatsch abzusteigen.
Auf der historischen Karte vor 1965 entdeckte ich nämlich am Tag davor an dieser Stelle (P2172 auf alter Karte) ein eingezeichneter Pfad mit einer Hütte. Auf der aktuellen Karte ist jedoch nichts von beiden eingezeichnet. Voller Neugierde suchte ich die Hütte von damals oder zumindest deren zurückgebliebene Ruine und wurde schwer enttäuscht. Doch dafür fand ich den alten Wanderweg, der mit viel Kies und Lärchenzapfen bestückt war. Kurz fühlte es sich so an, als hätte ich meine Inlineskates an den Füssen, so auch der Grund für die paar Schrammen am Bein. Ein Wunder, dass es keinen Stockbruch gab, was hier sicher auch noch drin gelegen wäre. Nach dem Felsdurchschlupf bei 1970Hm verlor ich den alten Weg in den Legföhren. Ich habe grossen Respekt vor den Legföhren, da ich in deren Labyrinth schon vor 1 Jahren, am selben Tag, wo ich aufgrund des Abbruches für den Piz Lavetscha und ich dann zum Piz dals Vadès hochstieg, ganze 2 Stunden verloren war. Ja, sogar wie ein Krabbeltier bin ich dort umhergekrochen und dabei mein Rucksack ruiniert hatte…Das sass!
Somit wählte ich hier dann doch lieber den Murgang, der vollgeladen mit beweglichem Schutt und Geröll war. Nach einer weiteren Schramme (diese blöden Inlineskates) lande ich weiter unten bei ca. 1660Hm bei einem weiteren Jägerunterstand, wo ich anschliessend wieder zum alten Wanderweg zurückfand. Nun einfach hinab zum Forstweg im Val Cuetinatsch, das zur Uina Dadora führt.
Der weitere Wegverlauf war, wie auch schon bei den beiden Piz S-chalamberts vom letzten Jahr, auf den breiten Alpweg eintönig. Als ich jedoch die Abzweigung zum Klettersteig sah, den ich noch nicht kannte, und ich sowieso nicht mehr den nächsten Bus erwischen konnte, war die Sache bereits ohne zu überlegen entschieden. 1 Std. musste dafür reichen. Nicht-Vorbildlich und sicher nicht zum Nachahmen, stieg ich ohne Klettersteigset und Helm im Einstieg ein und übersah bewusst alle gut sichtbaren Warnungen. Ausser der Treppe und der spektakulären Hängebrücke musste ich jedoch nie an einem Kabel halten. Zugegeben, mit wäre es einfacher gewesen... Doch ich meine, wenn ich den Piz Ajüz ohne solches Hilfsmittel schaffe, dann das hier erst recht. Es stellte sicher jedoch heraus, dass dieser Klettersteig zum Glück sehr einfach war. Kurz nach der Brücke hatte es um 16:15 angefangen zu regnen, nicht unbedingt der Brüller bei Nässe in einem Klettersteig zu sein... Die Vordusche war erst der Vorgeschmack einer grösseren Abkühlung, die ich in Sur En mit einem Sprung in dem Brunnen genehmigte.
2 Std. P1833
4.5 Std. Piz Ajüz
7.15 Std. Uina Dadora
8.30 Std. Sur En
Bei Nässe lieber unterlassen!
Ajüz heisst auf Rätoromanisch "scharf / spitzig", was deren Gestalt klar bestätigt.
Von P1458 bis Uina Dadora konnte ich keine Wasserstellen ausfindig machen. D.h. v.a. bei solchen Temperaturen genug Wasser mitschleppen!
Von P1458 bis Uina Dadora konnte ich keine Wasserstellen ausfindig machen. D.h. v.a. bei solchen Temperaturen genug Wasser mitschleppen!
Letzte Änderung: 23.06.2026, 09:26Aufrufe: 299 mal angezeigt
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Piz Ajüz (2788m)
Von Scuol zum Piz Ajüz und hinab nach Sur En
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