TourenFührer - Route

Gipfel: Piz Morteratsch, 3751 m

Andreas Dick

Route: Spraunzagrat

Spraunzagrat
Berg-/Hochtour (Sommer)
1300 m
7.0 Stunden
Ab Bovalhütte. Ausführliche Tourenbeschreibung z.B. im neuen Topoguide-Führer "Bündner Alpen" mit gutem Topo.
Zustieg (vgl. Bild): Von der Hütte (1) in das Moränental absteigen und diesem nach S folgen. Gut erkennbarer Weg & Steinmännchen. Kurz vor Punkt 2492 Wegspuren verlassen, dem auf Karte eingezeichneten Bach nah W folgen und so bald wie möglich auf den südlich gelegenen, mit Gras überwachsenen Moränenrücken (2) aufsteigen. Erneut weisen Trittspuren und Steinmännchen den Weg. Am oberem Ende (3) traversiert man auf einem breiten Grasband bis zu dessen Ende (4). Von dort am rechten Rand des Geröllfeldes zur Felswand (5) hoch, welcher man so weit nach links folgt, bis eine breite Schlucht (6) einen leichten Einstieg erlaubt. Von diesem Punkt aus ist die Hütte gerade noch zu sehen.
Meistens in den Felsen auf der linken Seite der Schlucht und weiter der einfachsten Linie auf dem wenig ausgeprägten Grat folgend. Fast durchgehend sehr kompakter Fels, keine fixe Absicherung ausser der Abseilstelle (Schlingen mit Maillon rapide) und einem nicht nötigen Fixseil. Die Abseilstelle kann gut in der Rinne auf der Südseite abgeklettert werden. Noch vor dem Ende der Rinne, horizontal querend zum Sättelchen. Der Gipfel wird schlussendlich über eine letztes Schneepassage erreicht.
(Die Route kann von geübten Alpinisten gut am kurzen Seil begangen werden;)** sobald man das Gefühl hat, man müsse jetzt aber richtig klettern, ist man nicht mehr auf der Ideallinie.

** Die Angabe zur Technik ist irreführend, 'Gehen am kurzen Seil' ist die Ausnahme (beim Firn-Aufstieg). Auf dem Felsgrat kann man am häufigsten "am halblangen Seil" klettern. Von Gehgelände kann nicht die Rede sein!

Anm. Andreas Dick (weil mich das System als Autor nennt):
Ich habe nur das Folgende ergänzt, die Tourenbeschreibung hat ein Vorgänger verfasst. Samt den seltsamen Aussagen zum "Kurzen Seil". Zur Erinnerung: Wer gleichzeitig am Seil geht, ohne dieses durch Zwischensicherungen oder um als solche nutzbare Felsstrukturen zu legen, multipliziert bei Absturz eines Seilschaftsmitgliedes die Zahl der Toten um die Menge der Menschen, die mit eingebunden sind. Auf Deutsch: Wenn Seil, dann mit sinnvollen Sicherungsmaßnahmen!

Nun eine Ergänzung zu den Schwierigkeiten, weil die vom Vorautor nicht genannt waren:
- In der Schlucht am Einstieg je nach Wegführung eine Stelle 2-3, sonst leichter.
- Sie endet auf einer Schulter (P 3081); nächster Aufschwung entlang einer Art Rinne/Rampe, max. 2, bis zu Scharte vor P 3242
- Der folgende flache, aber gezackte Gratteil kann rechts auf dem Gletscher umgangen werden; zuletzt steil zu glattgeschlagen aussehenden Platten und diese zum Grataufschwung oberhalb der Scharte nach dem Gratturm. Wahrscheinlich viel schöner (mein Weg, und vermutlich auch original): dem Grat auf und ab folgend; der kompakt wirkende große Aufschwung lässt sich rechts an prächtigen Schuppen erklettern (max. 3), dann weiter, teils ausgesetzt, aber nicht schwerer als 2-3. Die Abseilstelle (ca. 20 m) hat ordentliche Verankerungen und ein etwas angejahrtes Fixseil über die ganze Strecke. Lässt sich an schön konkreten Griffen und Schuppen gut abklettern (ca. 3+) - allerdings eindrucksvoll ausgesetzt über bodenlosem Abgrund.
- Nach der Scharte geht's am Grat weiter, 2, evtl. mal Stellen 3. Am kompakten Aufschwung hab ich links eine Variante durch einen Riss erwischt (ca. 4); leichter wahrscheinlich rechts rum. Der letzte Aufschwung ist noch leichter, mit kurzen Kletterstellen (2-3).
- Abstieg zur Bovalhütte: Die neue Routenführung fand ich fast moralisch anspruchsvoller als den Abstieg am Gratturm: rundgeschlagene Platten mit Sand- und Schuttauflage. Ein paar Haken und Klettersteig-Griffbügel machen es leichter, aber es bleibt anspruchsvoll und ausgesetzt; ganz zuletzt führt eine 15-Meter-Leiter ins Schuttfeld. Sicher angenehmer mit Abseilen; gute Bohrhaken vorhanden (Stand Juli 2019).
Schlingen und einige Friends (klein bis mittel)
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Nr. 7 vom 06.08.2019
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